Reihe von Lynchmorden: Indien: WhatsApp soll sofort Gerüchte unterbinden

Nach einer Reihe von Lynchmorden hat Indien den Messengerdienst WhatsApp aufgefordert, etwas gegen die Verbreitung von Gerüchten zu unternehmen.

Die Regierung habe unmissverständlich deutlich gemacht, dass WhatsApp «sofortige Maßnahmen» ergreifen müsse, teilte Indiens IT-Ministerium mit. Warnungen vor angeblichen Kindesentführern hatten sich zuletzt in ganz Indien verbreitet – vor allem über WhatsApp-Gruppen. Mehr als 20 Menschen wurden Medienberichten zufolge seit Mai vergangenen Jahres von Mobs getötet, die ihre Opfer für Kindesentführer hielten.

WhatsApp antwortete der Regierung mit einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin heißt es unter anderem, bald werde in Indien eine neue Funktion eingeführt, die erkennbar mache, ob eine Nachricht vom Absender erstellt oder weitergeleitet wurde. Auch eine Aufklärungskampagne zum Thema Falschinformationen sei geplant.

WhatsApp sei entsetzt über die Gewalt in Indien. «Wir glauben, dass dies eine Herausforderung ist, die erfordert, dass Regierung, Zivilgesellschaft und Technologiekonzerne zusammenarbeiten.»

Indien ist der größte Markt des Messenger-Dienstes, der Facebook gehört. Viele der rund 200 Millionen Nutzer sind unerfahren im Umgang mit dem Internet und den dort verbreiteten Informationen. Bemühungen, die Verbreitung von «Fake News» zu unterbinden, werden bei WhatsApp durch die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erschwert, bei der Inhalte nur für Absender und Empfänger – aber nicht für den Dienst selbst – im Klartext verfügbar sind.

Neue Studie: Lauscht ihr Smartphone mit? Forscher wollten das prüfen – und fanden etwas viel Gruseligeres

Immer wieder heißt es, die Apps von Facebook und anderen würden auf unseren Smartphones alles mithören. Nun wollten Forscher diesem Vorwurf nachgehen. Das Ergebnis ist erschreckend – aber anders als vermutet.

Reddit- und Twitter-Teamwork: Hinter der Tapete steckt ein Gruß vom Vormieter – und das Internet findet den Absender

Normalerweise findet man unter alten Tapeten MEHR alte Tapeten. In Altbauten auch mal viele Schichten. Sie sind wie Zeitzeugen aus der Vergangeheit in Sachen Mode und Geschmack. Manchmal findet man auch Notizen mit dem Bleistift, die sich ein Bauarbeiter gemacht hat, mit großen Glück taucht sogar mal eine Zeichnung auf. Doch dieser Fall, der sich im US-Bundesstaat Kalifornien ereignete, toppt all das.

Alex und Jess Monney aus San Jose gaben die Renovierung ihres Badezimmers in Auftrag. Als der Bauarbeiter die Tapeten entfernte, strahlte ihm ein japanisch aussehendes Paar entgegen: elegant gekleidet auf einem professionell gemachten Foto. Neben dem Bild war eine Sprechblase an die Wand gemalt, die folgenden Text enthielt: „Hi! Wir sind die Shinsekis! Wir haben dieses Badezimmer im Sommer 1995 renoviert. Wenn du das hier liest, bedeutet das, dass auch du das Bad renovierst. Was haben wir falsch gemacht?!?!?“

Beweisfoto für den Auftraggeber

Der Bauarbeiter machte ein Foto von der Nachricht und schickte sie an seinen Auftraggeber, Alex Monney. Der wiederum lud das Fundstück bei Twitter hoch und informierte seine Frau mit einem Tweet.

Unter dem Bild des Paares befand sich ein zweites Foto, das ein schwarz-weißes Kaninchen zeigt. Auch dem Hasen hatten die Shinsekis Sprechblasen gemalt, er sagt: „Hi! Ich bin Cassie, das Kaninchen. Ich habe hier auch gelebt! (Ich bin stubenrein!)“.

In einer zweiten Blase offenbart das Kaninchen seinen Wunschtraum: „Ich werde der nächste Cadberry-Hase“. Der Schokoladenhersteller Cadberry hat seine Oster-Produkte über Jahrzehnte mit einem vierbeinigen Protagonisten beworben, wie zum Beispiel ein Video aus dem Jahr 1988 zeigt.Cadberry Werbung

Das Netz geht auf die Suche

Das Bild aus dem Tweet von Alex Monney hat zehn Stunden nach dem Post ein Reddit-User bei Twitter hochgeladen und die neugierige Meute dieser Plattform wollte natürlich sofort wissen: WER IST DER ABSENDER? Jemand meinte, seinen ehemaligen Vorgesetzten zu erkennen. Asiatische Experten wurden um Hilfe gebeten, die Lust auf das Rätsel ist in jedem Satz zu erkennen. Doch in der Parallelwelt Twitter war es bereits gelöst worden. Der ebenfalls in Kalifornien ansässige Jay Shinseki hatte seinen jüngsten Bruder erkannt – und Alex Monney das mitgeteilt.

Tweet

Die Monneys versprachen, ebenfalls eine Nachricht unter der Tapete zu hinterlassen, nachdem sie gesehen hatten, welche Begeisterung das 23 Jahre alte Fundstück ausgelöst hatte (allein bei Reddit fieberten mehr als 80.000 Menschen mit). Jess Monney war freundlich genug, auch noch das letzte Geheimnis zu lüften: Sie postete ein Bild des fertig renovierten Badezimmers. Bad

Bruchbude wird Traumhaus_13.30

Produktionsschwierigkeiten: Chef der Fahrzeug-Entwicklung bei Tesla geht

Beim Elektroauto-Hersteller Tesla geht eine der Schlüsselfiguren der vergangenen Jahre: Der Chef der Fahrzeug-Entwicklung Doug Field.

Der Manager, der 2013 von Apple zu Tesla kam, hatte sich bereits im Mai eine Auszeit genommen, aus der er nun nicht mehr an seinen Arbeitsplatz zurückkommt. Field galt als einer der Köpfe hinter der Konstruktion des neuesten Tesla-Wagens Model 3, die im Vergleich zu früheren Fahrzeugen deutlich vereinfacht wurde. Das sollte auch die Produktion erleichtern, nachdem Tesla bei seinen vergangenen Modellen die Zeitpläne nicht halten konnte.

Tesla-Chef Elon Musk übertrug Field im vergangenen Jahr auch die Aufsicht über die Produktion – übernahm sie dann aber im April selbst. Tesla hatte massive Schwierigkeiten, die Produktion des Model 3 hochzufahren und erreichte erst vor wenigen Tagen die Marke von 5000 Fahrzeugen pro Woche, die eigentlich für Ende 2017 angepeilt war. Als ein zentraler Grund dafür gilt, dass Musk zu ambitioniert auf die Automatisierung der Produktion setzte – und später wieder mehr Arbeiter an die Montagelinien bringen musste.

Im Mai hatte Tesla noch betont, dass Field noch bei Tesla sei und sich nur eine Auszeit nehme, um Zeit mit der Familie zu verbringen. Am Dienstag bestätigte der Konzern einen Bericht im «Wall Street Journal», wonach der Manager Tesla verlässt.

Ausbau der Netzinfrastruktur: Bundesregierung will Breitband-Förderung beschleunigen

Die Bundesregierung will die Breitband-Förderung umstellen und damit den Ausbau des schnellen Internets in Deutschland beschleunigen.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bestätigte am Dienstag einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung» wonach die Förderrichtlinien für den Breitbandausbau überarbeitet wurden. Den Plänen von Infrastrukturminister Andreas Scheuer (CSU) zufolge sollen die Fördergrenzen angehoben, Beträge schneller ausgezahlt und das Verfahren vereinfacht werden.

Deutschland gehört im internationalen Vergleich nicht zu den Ländern mit einer besonders gut ausgebauten Netzinfrastruktur. Daher hatte bereits die Vorgänger-Bundesregierung eine umfangreiche finanzielle Förderung des Breitbandausbaus geplant. Unter dem damaligen Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) waren allerdings von den seit 2015 bereitgestellten 3,5 Milliarden an Fördergeldern nur ein Bruchteil von 26,6 Millionen Euro abgeflossen. Kritiker und Opposition hatten deshalb das gesamte Fördersystem infrage gestellt.

Künftig will der Bund den Förder-Höchstbetrag für Kommunen und Landkreise von 15 auf 30 Millionen Euro verdoppeln. Die geschätzten Kosten der Kommune bei der Antragstellung sollen dabei nur ein Richtwert sein. Damit könnten auch Kostensteigerungen der Projekte aufgefangen werden. Die Anträge sollen außerdem nicht mehr über einen mehrmonatigen Zeitraum gesammelt, sondern fortlaufend bearbeitet werden, heißt es in einem Papier des Ministeriums, aus dem die «Süddeutsche» zitiert. Auch bei der Bewilligung will das Ministerium offenbar nicht mehr so kritisch prüfen. Die Bewertung der Anträge nach einem «umfassenden Kriterienkatalog» werde «abgeschafft», heißt es weiter. Die Auszahlung der Gelder könnten damit zügig nach dem Antrag erfolgen.

Scheuer erklärte, weniger Bürokratie mache das Antragsverfahren erheblich schneller und effizienter. «Die Kommunen sparen damit bis zu sechs Monate. Zukünftig gibt es auch keine Warteschlangen mehr bei der Bewilligung von Mitteln.» Kommunen, die bislang auf Kupferkabel gesetzt haben, könnten ihre Projekte noch bis Jahresende auf Glasfaser umstellen. «Damit verbessern wir die Rahmenbedingungen für den Gigabit-Ausbau im ländlichen Raum.» Der Startschuss für die Antragstellung erfolge am 1. August.

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer wies darauf hin, dass erste Kommunen ihre Förderzusagen über mehrere Millionen Euro bereits zurückgegeben hätten, weil das Förderprogramm so bürokratisch sei. «Die jetzt angekündigte Entschlackung sieht nach einer kosmetischen Veränderung aus. Vom Antrag bis zur Fertigstellung werden weiterhin mehrere Jahre vergehen.» Gefragt sei eine stärkere Verzahnung mit den Länderprogrammen und eine Konzentration auf größere Antragsteller wie Landkreise. «Kleinere Gemeinden sind mit technischen Dokumentationspflichten und europaweiten Ausschreibungen häufig überfordert.»