Stiftung Warentest prüft Digitalradios: Die Erben des Küchenradios – doch nur drei klingen gut

Radio ist immer noch ein Massenphänomen: Trotz des Streaming-Booms kommt jeder Deutsche im Durchschnitt auf eine tägliche Radiohördauer von knapp drei Stunden. Doch welche Digitalradios sind empfehlenswert? Stiftung Warentest hat in seiner aktuellen Ausgabe 18 Modelle getestet. Alle empfangen per Antenne die klassischen UKW-Sender als auch Digitalsender, die via DAB+ ausstrahlen. Zehn der insgesamt 18 Geräte beherrschen zusätzlich Internetradio, das per Wlan empfangen wird. Der große Vorteil: Im Netz gibt es tausende Sender für jeden Musikgeschmack, via UKW empfängt man meist nur wenige Dutzend. 

Mehr Sender, kein Rauschen

Das alte Küchenradio hat definitiv ausgedient. Moderne DAB+-Geräte haben kein Rauschen mehr, das den Musikgenuss mindert. Außerdem gibt es zahlreiche Zusatzinformationen auf dem Radiodisplay, etwa den Titel des derzeit laufenden Songs samt Interpret, der Name der Radiosendung und manchmal sogar das Cover des Albums. Und: Neben nationalen Programmen kann man deutschlandweit auch regionale Sender hören. Wer umgezogen ist, aber morgens nach dem Aufstehen trotzdem gern die Morning Show aus der Heimat hören möchte, kann dies ohne Probleme tun.

Der Klang ist bei den getesteten Modellen leider nur Mittelmaß, so Warentest: „Obwohl viele Geräte zwischen 100 und 200 Euro kosten, klingen sie weniger brillant und vollwertig als ähnlich teure Wlan- oder Bluetooth-Boxen.“ Nur drei Modelle – jeweils eines von Roberts, Sonoro und Teufel – klingen gut, urteilen die Tester. Es sind zugleich die teuersten Digitalradios im Test.

Diese Radios sind empfehlenswert

Testsieger ist dank des guten Tons Roberts Stream 218 (229 Euro). Es schwächelt aber wie fast alle Testteilnehmer beim UKW-Empfang. Fast genauso gut und nur halb so teuer ist jedoch das Medion P85135. Bestes Digitalradio ohne Internetzugang ist das Sony XDR-S61D (94 Euro). Wer also nur UKW und DAB+ benötigt, bekommt hiermit ein Gerät „mit gutem Empfang und sehr niedrigem Stromverbrauch“, schreibt Stiftung Warentest. Der Klang ist aber nur „befriedigend“.

Den vollständigen Test gibt es gegen Gebühr unter test.de/digitalradios.

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Offener Brief ans EU-Parlament: Digital-Politiker wenden sich gemeinsam gegen Upload-Filter

In einem Appell haben sich Digitalvereine, die den Parteien der Bundesregierung nahestehen, eindringlich gegen die Einführung von Upload-Filtern ausgesprochen.

Der offene Brief an die deutschen Mitglieder des Europäischen Parlaments wurde von den Vorsitzenden der Vereine CSUnet, cnetz, D64 sowie dem der Oppositionspartei FDP nahestehenden Load e.V. unterschrieben. Für den Verein CSUnet unterzeichnete Digitalstaatsministerin Dorothee Bär den Appell.

In dem Schreiben erinnern die Digitalpolitiker daran, dass man sich im Koalitionsvertrag eindeutig gegen die Einführung von Upload-Filtern und das Leistungsschutzrecht ausgesprochen habe. Im Kontext von bereits eingeführten Mechanismen einiger europäischer Staaten zur Einschränkung von Presse- und Meinungsfreiheit sei dieses Instrument «brandgefährlich». Upload-Filter würden in hohem Maße die freie Meinungsäußerung gefährden. «Es wird ein Regime eingeführt von Filtermechanismen, die nicht mehr für die Allgemeinheit nachvollziehbar sind und wo missliebige Meinungsäußerungen unerkannt aus den Plattformen verbannt werden können.»

Der vorliegende Vorschlag setze außerdem «klare Anreize zu Over-Blocking, mit dem Online-Plattformen versuchen werden, ihr Haftungsrisiko zu minimieren». Befürworter der Upload-Filter wie die Verwertungsgesellschaft Gema widersprechen dieser Argumentation. Es gehe in dem Streit nicht um die Meinungsfreiheit, sondern um die Gewinne der großen Internet-Monopolisten.

Der vom Rechtsausschuss verabschiedete Entwurf sieht vor, dass Online-Plattformen wie Youtube künftig schon während des Hochladens der Inhalte prüfen müssen, ob diese urheberrechtlich geschützt sind. Diese müssten sie dann gegebenenfalls sperren oder entsprechende Lizenzen dafür erwerben. Dadurch sollen Kreative letztlich mehr Geld verdienen.

Mit dem Richtlinienvorschlag über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt wird sich nun das gesamte Plenum des EU-Parlaments beschäftigen. Das Parlament geht danach in die Verhandlungen mit den Vertretern der nationalen Regierungen. Das geschieht im so genannten Trilog, bei dem neben dem Ministerrat auch das Parlament und Vertreter der EU-Kommission mit am Tisch sitzen.

Feuriger Fehlstart: Deutsche Fregatte "Sachsen" von eigener Rakete abgefackelt

Die Bundesmarine hat es nicht leicht in den letzten Monaten. Die erste Fregatte der Baden-Württemberg-Klasse wurde auf der ersten Fahrt noch zum Superschiff hochgejazzt, bis kurz darauf die Wahrheit ans Licht kam: Das neue Schiff F125 ist so fehlerhaft und unausgereift, dass bis auf Weiteres an einen Einsatz nicht zu denken ist. Dann fiel die komplette U-Boot-Flotte aus. Das Bundesverteidigungsministerium hatte an den Ersatzteilen gespart, sodass fällige Reparaturen nicht durchgeführt werden können.

Explosion beim Raketenstart

F125 Rep 17.48Nun hat sich auch noch die Fregatte „Sachsen“ bei einer Übung selbst in Brand gesteckt. Dieser Fregatten-Typ ist explizit für die Luftverteidigung entwickelt worden. Anders als moderne Zerstörer sind Fregatten häufig auf eine Aufgabe spezialisiert. Die „Sachsen“ soll einen größeren Flottenverband vor Luftangriffen schützen. Vor Norwegen ging der Start einer SM-2 Abwehrrakete gründlich schief. Diese Raketen werden aus dem Mk.41 Launcher heraus gestartet. Das ist eine Batterie von kleinem quadratischen Silos, die in Gruppen vertikal unter Deck installiert sind.

Hier startete das Triebwerk, aber aufgrund eines noch unbekannten Fehlers verließ die Rakete nicht die Box. Eine Explosion und ein Feuerregen folgten auf den Fehlstart. Auf Twitter und Youtube wurde ein Video des Vorfalls gepostet – deftige Flüche inklusive.FS Kriegsschiffe Einhänger

Begrenzter Schaden

Das Feuer konnte sofort gelöscht werden. Die Panzerung des Launchers hielt der Belastung glücklicherweise stand, sodass nicht weitere Raketen in den benachbarten Startboxen ebenfalls explodierten. Diese Starter sind für Kampfschiffe entwickelt. Eine der wichtigsten Anforderungen ist es daher, dass eine Explosion in einer Box eingedämmt werden kann. „Wir standen vor einer gleißenden und glühend heißen Feuerwand“, berichtete Fregattenkapitän Thomas Hacken, der Verbandsführer der Übung, auf der offiziellen Internetseite der „Sachsen“.

Übung des Leopard-Panzers 2_17.50Das MK 41 Vertical Launching System wurde bereits 1986 erstmals in Dienst gestellt. Es ist weit verbreitet und gilt als ausgereift. Damals löste es die vorhergehenden Starter ab, bei denen zwei Raketen an den Armen einer Batterie befestigt waren. Jeder MK 41 besteht aus jeweils acht Modulen. Der Vorteil des neuen Systems: Alle Raketen können fast gleichzeitig gestartet werden. Zudem können die einzelnen Startvorrichtungen mit verschiedenen Raketentypen bestückt werden. Die SM 2 (SM steht für Standard Missiles) Medium Range besitzt eine Reichweite von 167 Kilometer und wiegt 708 Kilogramm, der explosive Gefechtskopf hat immerhin ein Gewicht von über 100 Kilogramm. Vor dem Start der Rakete soll es keine Hinweise auf technische Mängel am Startersystem gegeben haben, so die Marine. Kurz zuvor hatte die „Sachsen“ eine andere SM 2 problemlos gestartet. Die Flugkörper seien vor dem Start überprüft worden und sollen sich in einwandfreiem Zustand befunden haben.

Nur zwei Seeleute wurden leicht verletzt, die inzwischen wieder wohlauf sind. Inzwischen ist die „Sachsen“ im Hafen. Wie lange eine nötige Reparatur dauern wird, ist unbekannt. Einsatz U Boot 15.17

Gute Modelle ab 160 Euro: Stiftung Warentest prüft Tablets – und Huawei holt Apple ein

Ob als Entertainment-Maschine für den Flug oder als News- und Ebook-Lesegerät am Pool: Im Urlaub ist ein Tablet enorm praktisch. Doch welches Modell soll es sein? Stiftung Warentest hat 13 neue Geräte getestet und sie mit sieben älteren Modellen verglichen. Die zwei wichtigsten Erkenntnisse des Tests: Huawei kann mit Apple mithalten – und gute Tablets gibt es auch für kleines Geld.

Im Test entschied sich Stiftung Warentest für Modelle, die eine Mobilfunk-Verbindung per LTE unterstützen. Braucht man die nicht, kann man oft Geld sparen, indem man ein reines Wlan-Modell kauft. Beim iPad wurden zudem Geräte mit größerer Speicherausstattung geprüft. Die Logik dahinter: Anders als bei Android-Tablets lässt sich bei iPads nicht der Speicher über eine MicroSD-Karte erweitern. Allerdings gibt es auch bei Android einige Einschränkungen. Apps und deren Daten lassen sich teilweise nicht auf der Karte speichern.

Huawei und Apple gleichauf

Der Spitzenreiter stammt aus Cupertino: Das bereits im Dezember letzten Jahres getestete iPad Pro 10,5 bleibt im Vergleich das beste Tablet. Vor allem die sehr hohe Leistung und das brillante Display sind laut Warentest herausragend. Echte Mankos gibt es nicht. Als einziges Gerät im Vergleich hat das iPad Pro eine 1 vor dem Komma: Die Gesamtnote ist „gut“ (1,9). Das hat seinen Preis. Ab 630 Euro kostet das iPad Pro in der kleinsten Speicherausführung mit 32GB, das getestete Modell mit 256 GB Speicher und LTE gibt es gar erst ab 915 Euro.iPad 2018 Test 7.23

Bei den neuen Modellen muss sich Apple die Krone teilen. Apples Spar-Tablet – schlicht „iPad“ genannt – kann mit einer Gesamtwertung „gut“ (2,0) fast mit dem großen mithalten, erklärt Warentest. Beim Display, den Funktionen und dem Akku muss man dafür aber leichte Abstriche machen. Das fiel im stern-Test ebenfalls auf. Wer sich daran nicht stört, kann mächtig sparen: In der kleinsten Ausführung kostet das iPad aktuell ab 315 Euro, das getestete Modell mit 128 GB Speicher und LTE schlägt mit 515 Euro zu Buche.

Gleichauf mit Apple kommt Huawei. Der chinesische Hersteller zieht mit seinem ebenfalls frisch getesteten Mediapad M5 10,8 mit dem Spar-iPad gleich, obwohl weder Display noch Leistung auf demselben Niveau sind. Warentest nennt explizit 3D-Spiele und Videobearbeitung als Bereiche, in denen die iPads klar überlegen sind. Dafür kann Huawei beim Akku punkten. Der hält ähnlich lange durch, ist aber deutlich schneller geladen. Der Preis ist ebenfalls vergleichbar: 350 Euro kostet die kleinste Ausstattung mit 32 GB Speicher, für 450 Euro gibt es 64 GB und LTE.

Spartablet mit „guter“ Leistung

Der Preis-Leistungs-Sieg geht aber an einen ganz anderen Hersteller: Gerade einmal 160 Euro kostet das Lenovo Tab 4 10 – und schafft trotzdem eine „gute“ (2,4) Gesamtwertung. Vor allem die Akkuleistung überzeugt, das Display ist ordentlich, aber mit 1280 x 800 Bildpunkten etwas niedrig aufgelöst. Zu diesem Preis ist das ein akzeptabler Kompromiss.

Den ausführlichen Test finden Sie gegen Gebühr bei test.de.Stiftung Warentest Preis Leistung_17.40

Reaktion auf Kritik: Facebook und Twitter machen Werbung transparenter

Facebook und Twitter lösen ihr Versprechen ein, für mehr Transparenz bei Werbeanzeigen zu sorgen. Das weltgrößte Online-Netzwerk gibt Nutzern die Möglichkeit, sich alle Anzeigen anzusehen, die eine Facebook-Seite schaltet.

Das gilt nicht nur für Facebook selbst, sondern auch für die angeschlossenen Dienste Instagram und Messenger sowie Partner-Netzwerke. Man werde auch sehen können, wann eine Facebook-Seite angelegt wurde und wie sie ihren Namen gewechselt habe, sagte Geschäftsführerin Sheryl Sandberg am Donnerstag.

Twitter stellte zeitgleich sein sogenanntes Transparenzzentrum vor, in dem man sich ansehen kann, welche Werbeanzeigen von einem Account bei dem Kurznachrichtendienst geschaltet wurden. Bei Anzeigen mit politischen Inhalten in den USA wird es zudem Informationen zu Werbeausgaben, der Anzahl der Klicks sowie den demografischen Zielgruppen geben, denen sie angezeigt wurden. Die Informationen reichen sieben Tage zurück.

Facebook arbeitet auch an einem Archiv, in dem Wahlwerbung oder Anzeigen zu politischem Themen bis zu sieben Jahre lang auffindbar sein sollen, wie es weiter hieß. In dem Archiv soll man auch sehen können, für welche Zielgruppen die Werbung ausgespielt wurde.

Die beiden Online-Plattformen waren unter massiven Druck geraten, mehr Transparenz bei Werbung zu schaffen, nachdem das Ausmaß der Einmischung aus Russland in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 bekanntgeworden war. Dafür wurden in großem Stil gefälschte Profile genutzt – gegen die Facebook und Twitter jetzt deutlich schärfer vorgehen. Das sei der wichtigste Schritt, betonte Sandberg. Sie verteidigte die bisherigen Maßnahmen von Facebook: «Ich glaube nicht, dass irgendein anderes Unternehmen so viel Transparenz gezeigt hat, sowohl bei unserem Werbesystem als auch bei den Nutzungsregeln.»