Insider packen aus: Chaos und interne Grabenkämpfe: Wie Apples Siri-Team einen historischen Vorsprung verspielte

Es ist eine gigantische verpasste Chance: Als Siri 2011 zusammen mit dem iPhone 4s vorgestellt wurde, hatte die Welt eine so gut funktionierende Sprachsteuerung noch nie gesehen. Heute gilt Siri als leicht begriffsstutzige Schwester von schlauen Assistenten wie Amazons Alexa oder dem Google Assistant. Nun hat ein Artikel erstmals ausführlich beleuchtet, wie es dazu kommen konnte – und tiefe Einblicke in Apples Probleme erlaubt. 

Für den Bericht hat „The Information“ mit einem guten Dutzend ehemaliger und aktiver Mitarbeiter des Siri-Teams gesprochen. Glaubt man ihren Schilderungen, begannen die Probleme schon ganz zu Anfang. Siri sollte unbedingt noch mit dem iPhone 4s erscheinen, obwohl sie nach Ansicht des Teams noch gar nicht fertig war. Auf Wunsch von Steve Jobs persönlich hatte man sich zunächst auf einige wenige, dafür aber funktionierende Features entschieden.HomePod Ringe_12.00

Die verschenkte Vision

Die große Vision von einem Assistenten, der aktiv nachfragt und das ganze Gerät steuern kann, sollte erst später umgesetzt werden. Jobs und die Gründer von Siri waren sich einig, dass erst damit das wahre Potenzial von Siri erfüllt werden würde. Doch einen Tag nach der Vorstellung starb der Apple-Gründer. „Als Steve starb, verlor das Team seine Vision“, zitiert „The Information“ einen Mitarbeiter. „Ihnen fehlte der Blick aufs große Ganze.“

Die Arbeit an Siri litt nach Angaben des Artikels merklich darunter. Scott Forstall, der als Software-Chef auch für Siri verantwortlich war, teilte die große Vision zwar und wurde auch vom Team geschätzt. Siri war aber nur eines seiner vielen Projekte. Er übergab die Verantwortung bald an Richard Williamson, einem der Köpfe von Apple Maps. Und der traf Entscheidungen, mit denen das Team gar nicht glücklich war.

Siri auf dem Abstellgleis

So soll es Williamson zu verdanken sein, dass Siri nur einmal im Jahr gemeinsam mit iOS ein großes Update bekommt. Das Team hatte dafür plädiert, dass Siri im Hintergrund ständig verbessert werden sollte. In einer E-Mail widersprach Williamson dieser Darstellung allerdings. So oder so fielen die internen Konflikte allerdings so groß aus, dass Gründungsmitglieder des Siri-Teams noch 2012 Apple verließen. Forstall und Williams wurden dagegen im selben Jahr von Apple entlassen – weil Apple Maps sich als Desaster erwies.

Doch auch danach kehrte im Siri-Team keine Ruhe ein. Die beiden wichtigsten Teams zur Stimmerfassung (was gesagt wird) und zur Spracherkennung (wie es gemeint ist) wurden nach Angaben der Mitarbeiter von zwei Managern ohne technischen Hintergrund geleitet, die sich untereinander einen Kleinkrieg lieferten. Hinzu kam ein übergeordneter Leiter, der Siri zur Suchmaschine umbauen wollte. Eine Vision, die dem Großteil des Teams widerstrebte. So konnte kein einheitliches Produkt entstehen. Alexa – der Traum der Geheimdienste 21.06

Im Kern noch die Alte

Und dann sind da noch die ganz grundlegenden Probleme. Siri funktioniert im Kern immer noch genauso wie am Anfang, neue Features wurden im Prinzip einfach drangetackert. Innerhalb des Teams gibt es deshalb einen Kampf, ob das der richtige Weg ist – oder ob man nicht alles einmal von Grund auf neu bauen sollte. So könnte Siri zwar eine Zeit lang schlechter funktionieren, danach aber richtig durchstarten. Glaubt man dem Artikel, wird diese Entscheidung immer wieder hinausgezögert.

Auch in anderer Hinsicht kann Siri nicht mit den Konkurrenten mithalten. Während Alexa und Google Assistant offen für Drittanbieter sind, hielt Apple Siri lange Zeit geschlossen. Seit 2016 können Entwickler zwar Befehle einbauen, und etwa Whatsapp-Nachrichten vorlesen lassen. Apple schränkt dies allerdings auf zehn vorbestimmte Aktionen ein. Googles Assistant soll nach Angaben des Konzerns dagegen über eine Million Befehle umsetzen können.

Kann der Homepod Siri retten?

Auch die Veröffentlichung des mit Siri gesteuerten Homepod dürfte daran so bald nichts ändern. Das Siri-Team erfuhr kurioserweise erst nach Jahren, dass Apple an dem Lautsprecher arbeitet. Erst 2015, nachdem Amazons Echo vorgestellt worden war, wurde hastig entschieden, dass im Homepod auch Siri eingebaut werden sollte. 

Noch hat Siri einen entscheidenden Vorteil. Die Assistentin spricht 21 Sprachen. Alexa beherrscht gerade mal drei, bei Googles Assistent sind es acht. Doch das Blatt droht sich schnell zu wenden. Google hat bereits angekündigt, den Assistant bald auf 30 Sprachen auszuweiten. Höchste Zeit für Apple also, seine internen Querelen zu beenden.Eve Jobs 12-30

Rekord auf Twitch: Rapper Drake zockt "Fortnite" und 628.000 Menschen schauen ihm dabei zu

Man kann sich wohl denken, was passiert wenn sich einer der beliebtesten Promis und einer der erfolgreichsten Gamer zusammenschließen und online das angesagteste Game zurzeit spielen. Genau, das Interesse und die Fanbase ist riesengroß. Die Rede ist von dem kanadischen Rapper Drake und dem Gamer Tyler Blevins, auch bekannt als „Ninja“. Drake (Pesudonym:“TheBoyDuddus“) und „Ninja“ spielten also zusammen „Fortnite“ und ließen via Stream andere Menschen daran teilhaben. 628.000 Menschen um genau zu sein. Damit stellten die beiden einen neuen Streaming-Rekord auf. 

Zwei weitere Promis zockten mit Drake und Kim Dotcom schaute zu 

Die beiden legten bei „Fortnite“ los und auch zwei weitere Promis gesellten sich zu der Spielrunde. Rapper Travis Scott und NFL-Spieler „JuJu“ Smith-Schuster von den Pittsburgh Steelers nahmen an der Session teil. Zu Hochzeiten erreichte die bunt gemischte Gruppe mehr als 600.000 Menschen über die Streamingplattform Twitch. Ein Weltrekord. Über Twitch, das 2014 von Amazon aufgekauft wurde, können User Gamern weltweit dabei zusehen, wie sie live an der Konsole oder am PC zocken.

Anscheinend ein sehr lukratives Geschäft. Die Einnahmen aus Twitch belaufen sich bei dem Streamer „Ninja“ laut Forbes auf etwa 350.000 US-Dollar. Die Kooperation mit Drake, Travis Scott und dem jungen NFL-Profi Schuster-Smith wird den 26-Jährigen „Ninja“ wohl nochmal zusätzlich pushen. Auf seinem YouTube-Kanal folgen ihm bereits mehr als 4,5 Millionen Menschen. 

Zu den Zuschauern gesellte sich laut dem Online-Portal kotaku.com auch der im Exil in Neuseeland lebende Mega-Upload-Gründer Kim Dotcom alias Kim Schmitz. Der gebürtige Kieler kam mehr als nur einmal wegen seiner Sharehost-Website in Konflikt mit dem FBI und der NSA. Seitdem lebt er in Neuseeland. Da sieht man mal, was eine einfache Gaming-Session für Wellen schlagen kann, wenn berühmte Personen daran beteiligt sind.CES Smartphone Gaming Projekt Linda_10.45

Peinliche Panne: Ups: Huaweis neues Smartphone wird erst in zwei Wochen vorgestellt – und steht schon im Laden

Huawei wollte dieses Jahr die volle Aufmerksamkeit. Statt wie die anderen Smartphone-Hersteller die neuen Spitzenmodelle Ende Februar beim Mobile World Congress in Barcelona zu zeigen, wollte man seine neue P20-Serie erst am 27. März bei einem eigenen Event in Paris enthüllen. Nur mit kleinen Teasern wollte man die Neugierde der Fans befeuern. Jetzt hat ein Laden diese Strategie komplett zunichte gemacht. 

Nachdem zahlreiche Leaks und Gerüchte schon nahezu alle Details der kommenden Smartphones verrieten, schlug ein aktuelles Video dem Fass den Boden aus. Die Betreiber von „AndroidWorld“, einem italienischen Android-Blog, spazierten einfach in einen Laden und kauften das offiziell noch nicht einmal existierende Huawei P20 Lite. Im Video packen sie das nun gar nicht mehr geheime Gerät, präsentierten es von allen Seiten und mit allen Details.Neuer Inhalt Huawei P Smart gegen Sony Xperia L2, 21.15

Die Mutter aller Leaks

Die stimmen weitgehend mit den bisherigen Gerüchten überein: Das P20 Lite bringt ein nahezu randloses 5,8-Zoll-Display im kleinen Gehäuse mit, oben thront eine frappierend an das iPhone X erinnernde Aussparung für Kamera und Lautsprecher. Auch die teureren Modelle sollen dieses Design bekommen. Die Auflösung des Displays liegt allerdings nur bei FullHD, was 1920 x 1080 Bildpunkten entspricht. Drin stecken 4 GB Arbeits- und 64 GB Datenspeicher. Auch die von oben nach unten angeordnete Doppelkamera mit 16 Megapixeln erinnert an das iPhone.

Warum Media World, der italienische Ableger von Media Markt, das Gerät schon verkauft, ist nicht bekannt. In der Regel sind Geräte zwei Wochen vor der Ankündigung noch nicht mal auf Lager, geschweige denn im Verkaufsraum zu finden. Immerhin hat Huawei noch zwei Ankündigungen für den termin am 27. in Petto: Das ebenfalls erwartete Huawei P20 (ohne Lite) und das P20 Pro waren in dem Laden nicht zu bekommen. Zumindest noch nicht.RichardYu-Interview_11.15

Smartphone für 1000 Euro: Galaxy S9 im Test: Großartig und langweilig zugleich

Mit dem Galaxy S8 konnte Samsung im vergangenen Jahr die Messlatte für Smartphones noch einmal anheben. Der Hingucker war ohne Frage das Display, das sich beinahe über die gesamte Frontseite erstreckte und zu den Rändern hin elegant bog. Andere Telefone wirkten dagegen geradezu altbacken. Kein Wunder, dass fast alle Großen der Branche nachzogen und ähnliche Geräte auf den Markt brachten. 

Doch das Smartphone-Geschäft ist schnelllebig, und nichts ist uninteressanter als die Revolution von gestern. Dementsprechend gespannt wartete die Technikwelt auf das Galaxy S9, das seit heute im Handel steht. Den Fokus legen die Südkoreaner diesmal auf die Kamera, die mit einer interessanten Neuerung aufwartet. Doch reicht das? Wir haben das große Plus-Modell bereits ausführlich getestet und verraten in unserem Test, was uns gut gefallen hat – und was nicht.

Symbiose aus Glas und Metall

Entschuldigung, kennen wir uns nicht irgendwoher? Das Galaxy S8 und das S9 sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Material und Form sind identisch. Die Verarbeitung ist so hochwertig, wie man es von einem Premiumgerät erwartet. Staub, Regen oder Süß- und Klarwasser machen dem Telefon nichts aus. Nur den permanenten Kontakt mit Salzwasser muss man vermeiden. Und herunterfallen sollte das gute Stück nicht, wie der Test der Vorjahresmodelle von Stiftung Warentest zeigt. Wo viel Glas ist, kann nun einmal auch viel kaputt gehen. Eine Schutzhülle ist deshalb Pflicht.galaxys9-display

Ansonsten haben sich beim Design nur Kleinigkeiten verändert. Das Telefon ist etwas dicker, der Rahmen ist matt und nicht mehr glänzend. Die Kamera und der Fingerabdruckscanner befinden sich nun unter- und nicht mehr nebeneinander, womit eine der größten Schwachstellen des Vorgängers ausgemerzt wurde. So tatscht man nicht mehr so oft versehentlich auf die Linse. Die hochglänzende Rückseite ist leider immer noch ein Fingerabdruckmagnet. Zumindest bei der schwarzen Variante hat man ständig das Bedürfnis, mit einem Putztuch darüber zu wischen.

Die „kleine“ Variante mit 5,8-Zoll-Bildschirm wiegt 164, das Plus-Modell 189 Gramm. Letzteres hat übrigens einen 6,2-Zoll-Screen und ist damit kaum noch mit einer Hand zu bedienen. Immerhin könne man sich damit bei Regen unterstellen, scherzte ein Bekannter beim ersten Probehalten. Der Großteil der Nutzer dürfte vom Formfaktor zum normalen S9 greifen. Das Display selbst ist hell, kontraststark und gehört zum Besten, was man derzeit kaufen kann.galaxys9-kamera

Zwei Kameras sind besser als eine

Das große Modell hat nicht nur mehr Bildschirm, sondern auch mehr Kameras. Auf der Rückseite befindet sich eine Doppelknipse – eine Premiere bei Samsungs S-Klasse. Unter der normalen 12-Megapixel-Weitwinkelkamera befindet sich eine Telelinse, mit der sich dank des Zweifach-Zooms weit entfernte Objekte nahezu verlustfrei fotografieren lassen. Sie ermöglicht außerdem wie beim Galaxy Note 8 Fotos mit Bokeh-Effekt, also den unscharfen Hintergründen, die man von Spiegelreflexkameras kennt.20180130_012951

Ansonsten ist die Kamera des großen Modells identisch mit der des normalen Galaxy S9. Es handelt sich dabei um eine Weitwinkel-Hauptlinse mit mechanischer Blende, die über zwei Blendenöffnungen von f/1.5 und f/2.4 verfügt. Das ist ein Novum in der Smartphone-Welt. Doch wozu braucht man das? Bei schummrigen Lichtverhältnissen schaltet die Kamera automatisch auf die große Blende, bei Werten über 100 Lux auf die kleine. Dadurch werden etwa Überbelichtungen bei Tageslicht vermieden. Wer mag, kann die Blende auch im Pro-Modus der Kamera manuell auswählen. Zusätzlich nimmt das Galaxy S9 bei schlechten Lichtbedingungen zwölf Bilder hintereinander auf, um Farbrauschen zu minimieren. Samsung nennt diese Technik „Multi-Frame“.20180131_055821

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nachts gelingen detailreiche Bilder, selbst mit greller Leuchtreklame kommt das S9 klar. Auch wenn der Vorgänger in dieser Disziplin schon punkten konnte, das S9 legt nochmal eine Schippe drauf. So revolutionär, wie Samsung es verspricht, ist die Neuerung aber nicht – in unserem Vergleich machte Apples iPhone X häufig ähnlich gute Aufnahmen. In den nächsten Wochen werden wir einen ausführlichen Vergleichstest aller Spitzensmartphones nachliefern.

Superzeitlupe und peinliche Animojis

Zwei gute Nachrichten für Hobbyfilmer: Die Kamera nimmt Filme im hochauflösenden UHD-Format mit 3840 × 2160 Bildpunkten auf (HDR wird leider nicht unterstützt). Begeistert hat uns die Slow-Motion-Funktion: Die Super-Zeitlupe nimmt 960 Bilder pro Sekunde auf. Mit einer solch hohen Bildrate kann das Smartphone aber nur den Bruchteil einer Sekunde aufzeichnen. Mit etwas Übung gelingen beeindruckende Effekte. Allerdings benötigt man dafür ausreichend Licht.

Die Frontkamera des Galaxy S9 knipst mit acht Megapixeln. Neu ist die Möglichkeit, sogenannte 3D-Emojis zu erzeugen. Dabei handelt es sich um einen virtuellen Avatar, auf den die eigenen Gesichtszüge übertragen werden. Das Ergebnis ist aber – gelinde gesagt – wenig überzeugend.

Technische Ausstattung

Die technische Ausstattung der beiden Smartphone-Geschwister ist weitgehend identisch. Selbstverständlich gibt es auch in diesem Jahr einen neuen, noch flinkeren Prozessor (Exynos 9810), der in einigen Benchmarks doppelt so schnell ist wie mancher Konkurrent-Androide. Ganz so flink wie das iPhone X ist das Galaxy S9 aber nicht. Das Ganze ist aber ohnehin theoretischer Natur, im Alltag sind beide Telefone rasend schnell. Beide S9-Modelle haben 64 Gigabyte Speicher, wovon knapp 52 Gigabyte zur freien Verfügung stehen. Wer mehr will, muss zum S9 Plus greifen, das gibt es mit 256 Gigabyte internen Speicher. Oder man erweitert via microSD-Kart.

Das S9 ist wie der Vorgänger mit einem 3000-Milliamperestunden-Akku ausgestattet (S9 Plus: 3500 Milliamperestunden). Trotz des effizienteren Prozessors ist die Akkulaufzeit nicht spürbar besser als beim Vorgänger. Je nach Nutzung und Modell kommt man also ein bis maximal zwei Tage ohne Steckdose aus. Das ist ausreichend, nicht überragend. Immerhin ist die Batterie dank Schnellladefunktion im Handumdrehen aufgeladen.galaxys9-iphonex-vergleich

Samsungs vorinstallierter, digitaler Assistent Bixby ist übrigens noch genauso unbrauchbar wie im vergangenen Jahr. Nach wie vor beherrscht er kein Deutsch. Das soll erst im Laufe des Jahres nachgeliefert werden. Bis dahin sollte man Bixby weitläufig umschiffen. 

Als Betriebssystem ist ab Werk Android 8.0 installiert. Version 8.1, die immerhin schon ein paar Monate verfügbar ist, steht noch nicht zum Download bereit. Ein Update auf Android 9 wird kommen, das dürfte aber noch dauern. Erfahrungsgemäß lässt Samsung seine Nutzer etwas länger warten und aktualisiert seine Telefone erst im Jahr darauf zum Start der nächsten Generation.

Fazit: Gute Evolution mit zu hohem Preisschild

Das Galaxy S9 Plus hat ein tolles Display, ist sehr schnell und hat eine exzellente Kamera. Hier begeistern vor allem der Detailgrad bei Nachtaufnahmen und die Superzeitlupe. Die Dualkamera des Plus-Modells bietet weitere kreative Möglichkeiten. Die Akkulaufzeit ist ausreichend, aber nicht überragend.

Klingt alles gut, doch das Galaxy S9 hat einen entscheidenden Haken: den Preis. Der beginnt bei 849 Euro für das Galaxy S9. Das Galaxy S9 Plus gibt es ab 949 Euro, für das Modell mit mehr Speicherplatz werden mehr als 1000 Euro fällig. Zum Vergleich: Das ähnlich gute Galaxy S8 gibt es bereits um die 450 Euro. Allerdings gibt es nicht genügend Neuerungen, um den doppelt so hohen Preis zu rechtfertigen. Und die Konkurrenz ist groß: Das Huawei Mate 10 Pro ist ähnlich groß und hat eine bessere Akkulaufzeit, es kostet um die 550 Euro. Das Pixel 2 XL hat eine bessere Kamera und kostet 700 Euro.

Der aktuelle Preis des Galaxy S9 (Plus) ist deshalb viel zu hoch. Wer Interesse hat, sollte noch ein paar Wochen warten.

Hier finden Sie eine Übersicht unserer Smartphone-Tests – von 200 bis 1000 Euro.

Smartphone unter 200 Schnäppchen_16.40

Software namens "Bob": Vor 23 Jahren startete Microsofts größter Reinfall

Der 7. Januar 1995 sollte ein großer Tag für Bill Gates werden: An jenem Freitag betrat der damalige Microsoft-Chef die Bühne der Hightech-Messe CES (Consumer Eletronics Show) und zeigte der Welt voller Stolz die neueste Schöpfung des Windows-Herstellers: „Bob“. Dahinter verbarg sich eine Software für Windows 3.1, die das Betriebssystem intuitiver und übersichtlicher gestalten sollte. Denn Microsoft wusste, dass das damals aktuelle Windows nicht besonders nutzerfreundlich war. Ein Großteil der stetig wachsenden PC-Nutzer kam mit der drögen und abstrakten Oberfläche des Betriebssystems nicht klar.

Doch Bob brachte nicht die erhoffte Erlösung für geplagte PC-User, sondern wurde für Microsoft ein historischer Griff ins Klo.

Arbeiten in der Comic-Wohnung

Statt des klassischen Desktops mit seiner Schreibtisch-Analogie – jeder kennt den Papierkorb, Ordner und Dokumente – sollte Bob die Nutzer in eine Art virtuelle Wohnung mitnehmen. Die Benutzeroberfläche erinnert an ein albernes Comic-Wohnzimmer. Über dem Bücherregal hängen Spinnweben, im Regal steht eine Lavalampe, an der Wand knistert ein Pixel-Kamin. Beim Arbeiten am PC sollte man sich wie Zuhause fühlen. Mit einem Klick auf den Wandkalender konnte man die eigene Terminübersicht öffnen, klickte man auf den Papierstapel auf dem Schreibtisch, öffnete man die Textverarbeitung.

Bei Fragen stand dem User ein kleiner, etwas einfältig dreinblickender Hund namens Rover zur Seite. Den dürften die meisten Nutzer noch aus Windows XP kennen, dort tauchte der Vierbeiner Jahre später noch einmal in der Suchfunktion auf.

Ein Flop an der Ladenkasse

Doch die Software wirkte nicht besonders durchdacht und täuschte über das Grundproblem hinweg: Durch die verkitschte Oberfläche setzten sich Nutzer nicht mit der klassischen Windows-Umgebung auseinander, sodass der Lernprozess vor allem bei PC-Anfängern behindert wurde.

Besonders skurril waren die fehlenden Sicherheitsvorkehrungen: Gab ein Nutzer mehrfach ein falsches Kennwort ein, konnte er ohne Sicherheitsabfragen einfach ein neues Passwort vergeben. Kein Wunder, dass die Software sowohl bei Fachleuten als auch bei Otto-Normal-Nutzern durchfiel. Beim Fachmagazin „PC World“ landete Bob später auf Platz sieben der 25 miserabelsten Tech-Erfindungen aller Zeiten, „Cnet“ erklärte die Software zum schlechtesten Produkt des Jahrzehnts. Auch das renommierte „Time“-Magazin ließ kein gutes Haar an dem Programm, das von Bill Gates Ehefrau Melinda Gates mitentwickelt wurde: Dort landete Bob in den Top 50 der schlechtesten Erfindungen aller Zeiten.

Bob verkaufte sich weltweit nur 30.000 Mal. Zum Vergleich: Wenige Monate später erschien Windows 95, dass sich in nur drei Monaten stolze 45 Millionen Mal verkaufte. Bob war ein beispielloser Flop, an den sich nur noch die wenigsten Nutzer erinnern dürften. Nur ein Überbleibsel hinterlässt bis heute seine Spuren, obwohl es im ursprünglichen Programm gar nicht zum Einsatz kam: die Schriftart Comic Sans. Eigentlich überraschend, denn die runde, krakelige Kinderschrift zählt zu einer der größten Geschmacksverirrungen der PC-Ära – und erfreut sich vielleicht gerade deshalb bis heute großer Beliebtheit.

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