Nun auch in der EU: Facebook erkennt jetzt Ihr Gesicht – das müssen Sie dazu wissen

Facebooks umstrittene Gesichtserkennung ist ab sofort auch in Europa freigeschaltet. Die Anwender in Europa sollen künftig selbst entscheiden können, ob sie die Gesichtserkennung aktivieren oder nicht. Die umstrittene Funktion war bislang in den Ländern der EU nicht verfügbar. Facebook wolle im Zusammenhang mit der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Verfahren testen, mit denen die Anwender selbst entscheiden, welche Daten sie öffentlich teilen wollen und welche nicht.

„Die Verwendung der Gesichtserkennung ist völlig freiwillig“, teilte Facebook am Donnerstag in einem Blog-Eintrag mit. Die Aktvierung werde vorgeschlagen und müsse aktiv bestätigt werden. Wenn der User nichts unternehme oder den Vorschlag ablehne, bleibe die von Datenschützern kritisierte Gesichtserkennung ausgeschaltet. Facebook kopierte Profile 20.30h

Alles freiwillig, sagt Facebook

Wer sich für das „Opt-in“ entscheide, werde künftig benachrichtigt, wenn ein anderer User das Foto des Betroffenen als sein Profilfoto hochlade. Damit wolle man verhindern, dass Menschen sich als andere auf Facebook ausgeben. Die Anwender werden auch von Facebook hören, wenn sie auf einem Foto auftauchen, auch wenn sie nicht markiert sind. „Sie können wählen, ob Sie sich selbst taggen, sich selbst unmarkiert lassen oder sich an die Person wenden, die das Foto gepostet hat, wenn Sie Bedenken haben“, verspricht Facebook. Von der Gesichtserkennung sollen auch Menschen mit Sehbehinderung profitieren können, die auch ohne Markierungen erkennen können, wer auf Fotos abgebildet ist.

In einem zweiten Test werden Facebook-Anwender gefragt, ob sie Informationen aus dem persönlichen Profil zu persönlichen Interessen sowie politischen und religiösen Orientierungen tatsächlich mit der Öffentlichkeit teilen wollen. Facebook fragt auch diejenigen, die bislang auf solche Angaben verzichtet haben, ob sie diese nicht ausfüllen wollen.Facebook Kettenbrief_15.40

Kritik an Xi Jinping: Warum China den Buchstaben "N" im Internet blockiert hat

Dass das Internet in der Volksrepublik China einer strengen Kontrolle unterliegt, ist nichts Neues. Seit Jahren greift die chinesische Regierung in die Online-Aktivitäten ihrer Bürger ein. So auch aktuell: Chinas Präsident Xi Jinping, der sich aktuell in seiner zweiten Amtszeit befindet, will mit einer umstrittenen Verfassungsänderung dafür sorgen, dass er lebenslang regieren kann.

Nach aktueller Verfassung hätte er nur zwei Amtszeiten von jeweils fünf Jahren im Amt bleiben können. Die angestrebte Verfassungsänderung sorgt für viel Unmut, zahlreiche Bürger machten ihrem Ärger in den sozialen Medien Luft. Die Regierung reagiert mit knallharter Zensur.

Kritik an Xi Jinping? Ein Fall für die Zensurbehörde

Insbesondere auf dem Dienst Weibo, der Twitter sehr ähnlich ist, äußern viele Chinesen Kritik an der Staatspartei und Xi Jinping. Beziehungsweise: Sie versuchen es. Die Regierung zensiert seit Jahren nicht nur Begriffe, sondern auch ganze Sätze und nun, so berichtet es die China Digital Times, sogar den Buchstaben „N“.

Was skurril klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Auf der umfangreichen Liste des Zensursystems stehen unter anderem Wörter wie „Unsterblichkeit“ (长生不老), „Xi Zedong“ (习泽东) – eine Zusammensetzung aus Xi Jinping und Mao Zedong, „lebenslang“ (终身) oder der Titel von George Orwells Dystopie „Animal Farm“ (动物庄园). Alles Wörter, die auf Weibo für Kritik am aktuellen Präsidenten genutzt werden – beziehungsweise wurden.

Und sogar der Name „Winnie Pooh“ (小熊维尼) ist verboten. Häufig wurden nämlich Bilder des gelben Zeichentrick-Bären genutzt, um Xi Jinping zu verspotten.Tweet Winnie Pooh

Warum der Buchstabe „N“?

Im Gegensatz zu einem A, das umkreist als Anarchie-Symbol genutzt wird, ist an einem N eigentlich so erst einmal nichts Subversives zu finden. Gerade deshalb rätseln verschiedene Experten nun, warum ausgerechnet das N mehrere Tage aus dem chinesischen Internet verbannt wurde. Diese zwei Erklärungen gibt es:

1. Im „Zensur-Wahn“ ist ein Fehler passiert. Der Buchstabe ist fälschlicherweise blockiert worden.

2. China-Experte Victor Mair vermutet im „Guardian“, dass Mathematik im Spiel ist. N könnte für die Menge der natürlichen Zahlen stehen. „N Legislaturperioden“ oder „N Jahre“. Das N könnte dann mit Jahreszahlen ersetzt werden.Tweet mit Verbot

Seit dem 26. Februar ist der Buchstabe wieder erlaubt. Welche Wörter und Sätze in China aktuell noch blockiert sind, erfahren Sie hier.

Junge pinkelt Fahrstuhl kaputt 13.16