Mobile World Congress: Nie wieder Akku-Ärger? Dieser skurille Smartphone-Klotz soll satte 40 Tage laufen

Jeder kennt es, jeden nervt es: Wenn der Smartphone-Akku mal wieder viel zu schnell zur Neige geht, wünscht man sich die guten, alten Zeiten herbei. Damals war ein Handy auch mal wochenlang zu benutzen. Klar, das hatte auch ein Zweifarben-Display in Größe einer Briefmarke und kein Whatsapp, aber Schwamm drüber. Die Batterie-Experten von Energizer wollen den Widerspruch zwischen Leistung und Laufzeit nun aufgehoben haben – und zeigen auf dem Mobile World Congress (MWC) ein Smartphone, das ganze 40 Tage durchhalten soll.

Es hört auf den gar nicht so klangvollen Namen „Powermax P16k Pro“ und wird unter Lizensierung der Marke Energizer von der französischen Firma Avenir Telecom gebaut. Die 16K stehen für den dicken Akku mit 16.000 Milliamperestunden (mAh) Fassungsvermögen. Zum Vergleich: In einem aktuellen iPhone 8 stecken gerade mal 1821 mAh, selbst Riesensmartphones knacken nur in Ausnahmefällen mal die 4000 mAh. Der Schritt fiele aus ziemlich groß aus. Selbst die meisten Powerbanks und viele Notebooks haben weniger Akku.

Damit kommt man eine Weile aus. 40 Tage verspricht der Hersteller laut mehrerer Medienberichte. Allerdings nur, wenn das Gerät im Standby-Modus ist. Legt man andere Smartphones als Maßstab an, dürften zwischen vier und sechs Tagen Nutzung drin sein. Dann muss es aber eine Weile ans Netz: Geschlagene acht Stunden soll eine Ladung dauern – wenn man den Schnelllader benutzt. Sonst können es sogar zwölf sein.Energizer Smartphone

Wissentschaftler lösen Batterien-Rätsel_13.50Ist das ein echtes Smartphone?

Für Ästheten ist das Gerät jedenfalls nichts. Der Prototyp, der am MWC-Stand des Unternehmens begutachtet werden kann, soll gut 1,5 Zentimeter dick sein. Auf Bildern ist ein echter Klotz zu sehen. Einschalten durfte das Gerät bislang offenbar niemand, sämtliche Berichte beschreiben herumdrucksende Mitarbeiter, die lediglich versichern, dass das Smartphone funktionieren würde – und jede weitere Anfrage abblocken. Das erklärt vielleicht auch, warum man einen Marktstart für September plant.

Außer dem Akku sind technisch wenige Details bekannt. Es sollen 6 GB Arbeits- und 256 GB Datenspeicher verbaut sein, das 6 Zoll große Display löst in FullHD (1920 x 1080 Bildpunkte) auf. Als Preis werden 500 Euro angepeilt.

Das P16K Pro ist tatsächlich nicht das erste Energizer-Smartphone. Avenir Telcom hat bereits mehrere Geräte für das Batterie-Unternehmen gefertigt, immer stehen ein dicker Akku und ein stabiles Äußeres im Fokus. Gut möglich, dass mit dem Giga-Akku im Pseudo-Prototyp nur Aufmerksamkeit für die anderen Modelle geschaffen werden soll.Galaxy S9 Neuerungen

MWC 2018: Matebook X Pro: Mit diesem Macbook-Klon will Huawei das Notebook neu erfinden

Es ist eine jährliche Tradition: Ende Februar beginnt in Barcelona der Mobile World Congress, am Sonntag vor dem offiziellen Start zeigen die Smartphone-Größen ihre neuen Spitzengeräte. Vor allem für kleinere Hersteller ist so Aufmerksamkeit garantiert. Die großen stehen dagegen vor einem Dilemma: In der Masse gehen die Geräte leicht unter. Huawei hat sich deshalb wie letztes Jahr für eine Extrawurst entschieden – und statt eines Smartphones ein Notebook gezeigt.

Das hört auf den Namen Matebook X Pro – ein Schelm, wer dabei an das Macbook Pro und das iPhone X denkt. Tatsächlich ist das Matebook X Pro aber innovativer als der Name vermuten lässt. Mit dem extrem schlanken Notebook will Huawei einige unserer Gewohnheiten über den Haufen werfen.Huawei Matebook X_13.40

Alles schlank macht der MWC

Das fängt beim kompakten Gehäuse und dem schmalen Bildschirmrahmen an. Nachdem letztes Jahr die Ränder bei Smartphones schrumpften, sind nun nach Huawei die Notebooks dran. So packt man ein 14-Zoll-Display in ein Gehäuse, das schlanker ist als ein Macbook Air. Damit das passt, kommt der Bildschirm im ungewöhnlich breiten 2:3-Format. Und zwingt den Hersteller zu cleveren Lösungen. Weil im Rahmen kaum noch Platz für die Kamera ist, klappt sie sich nun aus der F5-Taste der Tastatur aus. Ob der daraus entstehende Winkel uns dann noch besonders vorteilhaft aussehen lässt, muss ein Test zeigen.

Rein technisch muss sich das Matebook X ebenfalls nicht verstecken. Das Display löst mit beeidruckenden 2000 x 3000 Bildpunkten auf, lässt sich zudem als Touchscreen benutzen. Drin werkelt je nach Modell ein i5- oder i7-Prozessor der achten Generation von Intel, mit der Nvidia GForce MX 150 ist sogar eine echte Grafikkarte verbaut. Laut Angaben von Huawe-Chef Richard Yu soll das Matebook X dadurch sogar stark genug für Profi-Zocker sein. Der Akku soll bis zu 15 Stunden durchhalten.10 Jahre Macbook Air_14Uhr

Matebook X Pro: die Preise

Auch im Detail finden sich schöne Lösungen. Im Powerbutton steckt ein Fingerabdruckscanner, der das Gerät auf Wunsch gleich entsperrt. Die mit einer Hintergundbeleuchtung ausgestattete Vollformat-Tastatur ist spritzwassergeschützt. Die Boxen unterstützen Dolby Video. Trotz dünnem Gehäuse und modernen USB-C-Buchsen sind auch klassische USB-Anschlüsse und eine Klinkenbuchse verbaut.

Die Preise liegen zwischen 1499 Euro für ein Modell mit i5, 8 GB Arbeits- und 256 GB Datenpeicher und 1899 Euro für die Vollausstattung mit i7, 16GB Arbeits- und 512 GB Datenspeicher. Sicher nicht günstig, für die gebotene Leistung aber in Ordnung.

Bluetooth-Kopfhörer: Apples neue AirPods bringen zwei große Verbesserungen

Als Apple vor anderthalb Jahren seine ersten drahtlosen Kopfhörer vorstellte – die AirPods -, fielen die Reaktionen gemischt aus. Doch bei den Kunden kamen die weißen Bluetooth-Stöpsel offenbar gut an (hier lesen Sie unseren ausführlichen Test der AirPods).

Konkrete Verkaufszahlen liefert Apple zwar nicht. Doch Experten zufolge gelang es Apple innerhalb weniger Monate, den Markt aufzumischen und den Konkurrenten große Marktanteile abzujagen. Nach einem „Forbes“-Bericht spülen allein die AirPods mehrere Milliarden Dollar jährlich in Apples Kassen. Für die große Beliebtheit spricht, dass Apple die AirPods zum Star der letztjährigen Weihnachtswerbung machte. Apples Finanzchef Luca Maestri sagte Anfang Februar, dass der Umsatz mit Wearables – dazu gehören neben den AirPods auch Beats-Kopfhörer und die Apple Watch – zuletzt um 70 Prozent gestiegen ist.

Kommen die AirPods 2 im Herbst?

Während viele Hersteller ihre Kopfhörermodelle häufig jahrelang ohne größere Veränderungen anbieten, sieht Apple offenbar eine schnellere Taktung vor. Einem „Bloomberg“-Bericht zufolge will der Konzern in der zweiten Jahreshälfte 2018 die zweite Generation seiner kabellosen Ohrhörer vorstellen.40 Fakten Apple 09:49 h

Im Mittelpunkt soll bei den überarbeiteten Modellen vor allem eine verbesserte Nutzung des Sprachassistenten Siri stehen. Dem Bericht zufolge lässt sich dieser einfach mit einem „Hey Siri“-Zuruf aktivieren. Bislang musste man zweimal gegen einen der beiden Ohrstöpsel tippen, um den Sprachassistenten zu aktivieren.

Ein weiteres Modell, das aber voraussichtlich erst Anfang 2019 erscheinen soll, wird dem Bericht zufolge wasserabweisend sein. Dadurch würde es – ähnlich wie das iPhone X – etwa durch Regen und Spritzwasser nicht beeinträchtigt werden. Zum Schwimmen oder Tauchen wären die AirPods damit aber nicht geeignet, das dürften aber ohnehin die wenigsten Nutzer vorhaben.

Apple plant Qi-Offensive

Apple hat bereits im vergangenen Herbst ein neues AirPods-Ladegehäuse angekündigt, dessen eingebauter Akku sich drahtlos aufladen lässt, etwa über Apples bislang noch nicht erhältliche AirPower-Ladematte. Vermutlich dürften auch gängige Qi-Ladegeräte anderer Hersteller funktionieren. Ob das neue Ladecase gemeinsam mit den AirPods 2 eingeführt oder lediglich einzeln verkauft wird, ist bislang nicht bekannt.

Wie viel Apple steckt im iPhone X?_11.30