
Systemkameras sind handlich wie Smartphones, die Fotos aber viel hochwertiger. BILD testete drei dieser Kamera-Minis.
Foto: Hersteller, Olympus
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Systemkameras sind handlich wie Smartphones, die Fotos aber viel hochwertiger. BILD testete drei dieser Kamera-Minis.
Foto: Hersteller, Olympus
Schon 2016 wurden die Zerstörer der Lider-Klasse – Project 23560 – in Russland auf einer Ausstellung gezeigt. Damals war die Rede davon, dass ganze zwölf Exemplare gebaut werden sollen. Dann wurde es ruhig um das Projekt. In der mittelfristigen Rüstungsplanung Russlands spielten die Schiffe keine große Rolle. Im Bereich der Marine liegt dort der Fokus auf U-Booten, kleineren Fregatten und einer ganzen Reihe von wirklich kleinen Schiffsklassen. Russland rüstet auch kleinste Schiffstypen mit Startbatterien aus, die auch sehr weitreichende Raketen und Cruise-Missiles starten können. Für die Lider-Klasse blieb kein Geld in der Kremlkasse. So schien es.
Doch nun teilte eine anonyme Quelle der Nachrichtagentur „Tass“ mit, dass Moskau an der ursprünglichen Planung festhält. Allerdings mit deutlicher Verzögerung. Hieß es 2016 noch, dass die Schiffe zwischen 2023 und 2025 gebaut würden, soll nun erst 2025 mit dem Bau des ersten Zerstörers begonnen werden. Das streckt die Ausgaben – die Entscheidung wird aber auch damit zusammenhängen, dass die Zerstörer nun einen neuen Nuklearantrieb erhalten sollen. ZeichnungUnd auch damit, dass die Werftkapazität in Russland begrenzt ist. Vor den Zerstörern könnten die Ersatzschiffe für die französischen Mistral-Hubschrauberträger gebaut werden. Wegen der Ukraine-Krise lieferte Frankreich die zwei Landungsschiffe nicht an Moskau, sie sollen nun durch eigene Projekte ersetzt werden.FS Kriegsschiffe Einhänger
Russlands Wirtschaft leidet immer noch unter den Sanktionen der Westmächte, doch der Ölpreis ist inzwischen bei fast 70 Dollar angekommen. Der Tiefststand 2016 lag unter 30 Dollar. Entsprechend mehr Geld landet in Putins Kriegskasse. „Die Arbeiten an der Konstruktionsplanung für die Lider-Klasse mit ihrem Kernantrieb werden nach 2020 beginnen. Der Bau des Flaggschiffes startet voraussichtlich 2025 „, sagte die Quelle der Tass. Zumwalt 18.55Die Ankündigung kommt nicht unvermittelt. Der Präsident von Russlands vereinigten Schiffswerften Alexei Rakhmanov hatte bei einem Besuch der Nordwerft bei Petersburg am 29. November 2017 fallen lassen, dass diese Werft in der Lage sein würde, Zerstörer und Hubschrauberträger für die russische Marine zu bauen. Die Werft soll mehrere Schiffe von einer Größe bis 250 x 70 Metern gleichzeitig bauen können.
Der Bau der Zerstörer resultiert aus der Überalterung der russischen Überwasserschiffe. Die zwölf Schiffe sollen die alten Zerstörer der Typen Project 956 und Project 1155 ersetzen. In Sachen Kampfkraft spielen sie allerdings in einer ganz anderen Liga als die alten UDSSR-Schiffe. Offiziell wird die Lider-Klasse als Zerstörer deklariert, mit einer Verdrängung von 17.500 Tonnen sind die Lider-Zerstörer jedoch so groß wie die schweren Kreuzer des zweiten Weltkriegs und übertreffen sogar die Schiffe der US-Zumwalt-Klasse mit ihren 15.656 Tonnen. Wie die Zumwalt-Klasse sollen auch die neuen russischen Schiffe unsichtbar für das Radar sein. Abgesehen von Flugzeugträgern sind nur die vier 28.000 Tonnen schweren Schlachtkreuzer der Kirov-Klasse grösser, die derzeit sukzessive modernisiert werden.China-Zerstörer Typ15.45
+++ Lesen Sie hier wie der Kreml die alten Dickschiffe aufrüstet: „Mit Hyperschallraketen sollen Putins Schlachtkreuzer die US-Träger versenken“ +++
Wie alle russischen Überwasserschiffe wird auch die Lider-Klasse mit Raketen gepickt. Sie werden mit Kalibr-Cruise-Missiles und mit Antischiffsraketen vom Typ P-800 Oniks ausgerüstet. Dazu kommt die schiffsgestützte Version des S-500 Samoderschez Flugabwehrraketensystems, das selbst Interkontinentalraketen abfangen kann. Angesichts der Größe der Schiffe wird auch die Hyperschallwaffe 3M22 Zircon mit an Bord sein. Eine Geschwindigkeit über der fünffachen Schallgeschwindigkeit macht die Zircon zu einer Bedrohung neuen Typs.
Jedes einzelne Schiff verfügt damit über eine überragende Feuerkraft, die die der amerikanischen Arleigh-Burke-Klasse weit übersteigt. Die Geschwindigkeit der Lider wird etwa bei 30 Knoten liegen. Ursprünglich wurde eine Einsatzdauer von 90 Tagen auf See angenommen, die Entscheidung für einen Nuklearantrieb deutet darauf hin, dass Moskau eine längere Einsatzdauer in allen Weltmeeren anstrebt.
Auch zusammen mit dem Schlachtkreuzern der Kirov-Klasse werden die Lider-Zerstörer allein der US-Navy nicht standhalten können. Aber im Zusammenklang mit Landbasen von Verbündeten könnten sie ganze Meere für die US-Schiffe wirkungsvoll sperren. Die US-Navy würde durch solche Manöver nicht besiegt, aber wirksam blockiert.
Auch Peking weiß, dass die chinesische Marine der US-Flotte noch langer unterlegen sein wird. Wie Peking eine unüberwindbare „Chinesische Mauer im Meer“ errichtet, die aus Schiffen, Flugzeuge, Landbasen und – zum Teil sogar künstlichen – Inseln besteht, erfahren Sie in diesem Artikel: „So fordert Chinas kleiner Flugzeugträger die USA heraus“
Ohne vernünftigen Ton einen Film auf dem Tablet schauen? Das ist eine Qual. Doch es müssen auch nicht gleich teure Verstärker sein. Denn mit einem einfachen Trick können Sie sich selbst Lautsprecher für ihr Tablet basteln.
Das kann Samsung nicht freuen: Gerade erst hatte man den 25. Februar als offiziellen Vorstellungstermin bekannt gegeben, da landen schon Fotos und die technische Ausstattung des Galaxy S9 im Netz. Und bestätigen, was schon lange gemunkelt wurde: Samsungs neues Spitzenmodell wird erschreckend langweilig.
Bei den Bildern scheint es sich um klassische Promo-Aufnahmen zu handeln, verbreitet hat sie der als sehr zuverlässig bekannte Leaker Evan Blass. Von vorne sehen das Galaxy S9 (5,8 Zoll Bildschirmdiagonale) und das große Galaxy S9+ (6,2 Zoll) fast genauso aus wie ihr Vorgängermodell. Lediglich der Displayrand ist noch einmal minimal schmaler geworden. In einem bei Twitter nachgelegten Bild sieht man zudem die wichtigste Änderung auf der Rückseite: Nachdem beim S8 vor allem der unglücklich platzierte Fingerabdruckscanner direkt neben der Kamera kritisiert worden war, landet er nun darunter. Für das Plus-Modell scheint Samsung zudem auf eine Doppelkamera zu setzen.iPhone X Grüne Linie17h
Die soll den Gerüchten zufolge das Highlight des Gerätes werden. Auf einer bereits geschalteten Webseite wirbt Samsung für einen neuen Fotosensor. Der bietet demnach einen dank Dual-Pixeln extrem schnellen Autofokus sowie eine sehr schnelle Bilderfassung, die Highspeed-Videos mit 480 Bildern die Sekunde ermöglicht. Ob dieser Sensor tatsächlich im S9 kommt, ist allerdings noch offen.
Die übrige Ausstattung wird laut Blass gut, echte Überraschungen bleiben aber wohl aus. Samsung setzt demnach in Europa auf den selbstentwickelten Prozessor Exynos 9810, in den USA und China soll Qualcomms Snapdragon 845 verbaut werden. Während das kleine Modell 64 GB Arbeits- und 64 GB Datenspeicher bekommt, sollen es beim Plus 6GB, beziehungsweise 128 GB werden. Damit ist das große Plus-Modell mit Dual-Kamera und mehr Speicher deutlich besser ausgestattet als sein kleiner Bruder.
Ob der Fokus auf die Kamera tatsächlich ausreicht um sich gegen das iPhone X (hier bei uns im Test) oder das Pixel 2 (ebenfalls von uns getestet) durchsetzen zu können, wird sich zeigen. Am 25. Februar erfahren wir, ob Samsung nicht doch noch ein Ass im Ärmel hat. Im Handel soll das Gerät laut Blass dann übrigens am 16. März stehen.Smartphone unter 200 Schnäppchen_16.40
Stellen Sie sich vor, sie werden mit einem Video konfrontiert, das Sie eindeutig beim Sex zeigt – obwohl Sie so etwas nie aufgenommen haben. Solche Situationen und entsprechende Erpressungsversuche könnten bald zum Alltag werden. Durch Künstliche Intelligenz ist es schockierend einfach, Menschen in Videos einzubauen. Die Technik wird bereits missbraucht.
In einem sich langsam verbreitenden Clip hat ein Nutzer, der sich „Wonder Woman“-Darstellerin Gal Gadot in einen anderen Clip gebaut – und lässt sie so Sex mit ihrem Stiefvater haben. Ganz perfekt sieht das zwar nicht aus. Die kleineren Macken fallen aber kaum ins Gewicht, wenn man bedenkt, dass der „Schöpfer“ kaum einen Finger krumm machten musste. Er wies nur ein neurales Netzwerk an, die beiden Bild-Quellen zusammenzubauen und schon kam ein Promi-Porno heraus. Und es blieb nicht bei einem.
Die Person dahinter nennt sich „deepfakes“, angelehnt an Googles neurales Netzwerk Deep Dream. Deepfakes hat mittlerweile auf Reddit eine ganze Sammlung von Promi-Pornos abgelegt, unter anderem wurden Taylor Swift, Scarlett Johansson und „Game of Thrones“-Schauspielerin Maisie Williams in Hardcore-Sexfilme geschnitten. Zur großen Begeisterung seiner Fans – und vermutlich zum Entsetzen der Stars. Auch andere sind schnell auf den Porno-Wagen aufgesprungen.KI Pornos
Das Erschreckendste ist, wie einfach die genutzte Methode zu sein scheinen. Gegenüber „Motherboard“ erklärte deepfakes, er nutze eine Software, die er sich aus mehreren kostenlosen Tools zusammenklaubt hat. Beim Bildmaterial dienen die Pornos als Basis, dann kommen Bilder aus Google-Suchen, Stock-Fotos und Youtube-Clips der Stars hinzu – und das Programm erledigt den Rest. Das Jahr, in dem das Smartphone denken lernte 15.50
Das erinnert an Apps, die das Gesicht von Personen tauschen, nur eben mit deutlich pikanterem Inhalt. Um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen, hatte er das selbstlernende Netzwerk mit Gal Gadots Videos trainieren lassen, mittlerweile ist es in der Lage, eigenständig seine Aufgabe zu erfüllen und auch längere Videos in wenigen Stunden zu erstellen.
Die Folgen sind alarmierend: Mit genügend Foto- und Videomaterial einer Person kann man ein solches Netzwerk problemlos kompromittierende Videos beliebiger Personen basteln lassen. Besonders peinlich sind Sex-Clips, natürlich ließe sich so aber auch ein Überwachungsvideo oder eine Unfallaufnahme fingieren. Bedenkt man, dass die Menschen Dutzende Milliarden von Selfies ins Netz stellen, dürfte die Suche nach Material in den meisten Fällen kaum eine Hürde darstellen.Lyrebird KI imitiert jede Stimme 16.32
Welche Folgen eine so einfache Manipulation von Bildern und Videos hat, ist bisher kaum einzuschätzen. Noch braucht man relativ leistungsfähige Hardware, besonders teuer ist die allerdings nicht mehr. Die Entwicklung ist rasant. In nicht allzu ferner Zukunft dürften selbst Smartphones die nötigen Berechnungen schaffen. Auch der selbstlernende Algorithmus wird immer besser. Bis jedes bessere Smartphone fehlerfreie Fake-Videos in Echtzeit bauen kann, dürften es höchstens einige Jahre dauern.
Deepfake äußerte gegenüber „Motherboard“ trotzdem keine Bedenken. „Jede Technologie kann zum Schlechten genutzt werden – das kann man nicht ändern“, erklärte er. Der KI-Experte Alex Champandard sah es gegenüber der Seite etwas kritischer, konnte der Entwicklung aber trotzdem etwas Positives abgewinnen. Seiner Ansicht nach könnte es dazu führen, dass Entwickler eine Art Gegenprogramm entwickeln, mit dem man Fakes besser erkennen kann – ebenfalls mit Künstlicher Intelligenz. Vielleicht ist das aber auch gar nicht mehr nötig. Wenn jeder weiß, dass man so schnell Fakes erstellen kann, könnten auch echte Sex-Videos ihre Brisanz verlieren. Wer weiß schließlich schon noch, was echt ist.
Zum Glück lässt sich die Technik aber auch zum Guten nutzen. Disney investierte Unmengen an Arbeit und Geld darin, Prinzessin Leia in „Rogue One: A Star Wars Story“ auftauchen zu lassen. Deepfakes schaffte es, eine Szene mit gerade mal zwanzig Minuten Aufwand zu berechnen – und erschreckend nah ans Original zu kommen.
Follower auf Twitter oder Instagram erhöhen die eigene Bedeutung – echte sind gut – aber zur Not tun es auch gefakte Accounts. In einem großen Report zeigt die „New York Times“ nun, dass es sich hier um ein Mega-Business handelt und die Profile nicht von irgendwelchen Hinterhof Klitschen auf den Philippinen betreut werden. („The Follower Factory“) Tatsächlich gehen die Betrüger außerordentlich umsichtig vor. Die Zeiten von tumben Bots sind offenbar vorbei, heutzutage werden die Fake-Profile geradezu liebevoll angelegt.
Facebook kopierte Profile 20.30hDas macht das Vorgehen noch schlimmer. Denn für ein realistisch anmutendes Profil werden Bilder und Daten echter Personen missbraucht. Aus Fotos und Daten einer echten Person werden dann bis zu hundert Kunstfiguren geschaffen, dafür werden die Angaben jeweils nur leicht variiert.
Die „NYT“ konfrontierte den Teenager Jessica Rychly mit „ihrem“ Twitter-Account – von dem sie überhaupt nicht wusste. Die zweite Jessica nutze den gleichen Namen, ein Bild des echten Mädchens und sogar ihren Biografie-Slogan. Die falsche Jessica machte nonstop Reklame, indem sie Tweets von Immobilienfirmen und Radiostationen retweetete. Und natürlich: Der Fake-Teenie verbreitete auch die Botschaften von Hardcore-Pornos.Fake-Instagram-Star_14.20
Jessica Rychly war schockiert: „Ich will nicht, dass mein Bild mit diesem Account in Verbindung gebracht wird, auch nicht mein Name. Ich kann nicht glauben, dass jemand dafür bezahlt. Das ist einfach schrecklich.“
Diese Accounts sollen – so die „NYT“ – bei einer US-Firma mit Namen Devumi zusammenlaufen. Und es sieht aus, als wäre Devumi der weltweite größte Influencer überhaupt. Etwa 3,5 Millionen Fake-Accounts soll die Firma kontrollieren. Da ein Account mehrmals als Follower verkauft werden kann, soll Devumi insgesamt 200 Millionen Follower geschaffen haben. Mindestens 55.000 Accounts – laut der „NYT“ – basieren auf dem Diebstahl biografischer Daten. Breakup 14.54
Jessica ist kein Einzelfall. Die Zeitung schätzt, dass etwa 15 Prozent der aktiven Twitter-Accounts in Wirklichkeit Automaten sind, die reale Menschen simulieren. Ins Blickfeld der Öffentlichkeit geriet die Schattenbranche durch den Vorwurf, russisch-kontrollierte Bots hätten die US-Wahl manipuliert.
Doch politische Einflussnahme ist offenbar nur ein Teil des Fake-Business. German Calas, Gründer von Devumi bestreitet gegenüber der „NYT“, dass seine Firma gefälschte Follower verkauft. Doch tatsächlich sind Politiker, Firmen, Promis, Schauspieler und Sportler unter den mehr als 200.000 Devumi-Kunden. Selbst Michael Dell, der Computer-Milliardär, soll Follower geordert haben.
Es gibt viele Gründe, warum Follower bezahlt werden. Devumi mischt etwa auch in politischen Schlachten mit – hier kann man sich die Fußsoldaten für politische Kampagnen zusammenkaufen. Für Influencer bedeuten Follower bares Geld. Jemand mit 100.000 Followern kann 2000 Dollar für einen Werbe-Tweet verdienen, ein Influencer mit einer Million Anhängern macht schon 20.000 Dollar. Fake-Follower helfen aber auch „echte“ Follower zu gewinnen.
„Wir sehen eine hohe Anzahl von Followern oder eine große Anzahl von Retweets und dann nehmen wir an, dass diese Person wohl bedeutend ist“, sagte Rand Fishkin, der Gründer von Moz, einem Unternehmen, das Suchmaschinenoptimierungssoftware herstellt, der „NYT“. „Also ist es wahrscheinlicher, dass Sie den Tweet teilen oder dieser Person sogar folgen.“
Die Reporter der „NYT“ wurden selbst Kunden von Devumi. Im April kauften sie 25.000 Follower für einen Test-Account. Der Preis betrug nur 225 Dollar, dafür sahen immerhin 10.000 Accounts nach echten Menschen aus.
Als die Kunden von der Zeitung konfrontiert wurden, schoben sie meist die Schuld auf übereifrige Angestellte – andere sagten, sie hätten nur probieren wollten, ob so etwas überhaupt funktioniere. Manche waren im Job nur einem höllischen Druck ausgesetzt. Marcus Holmlund betreute die Accounts der Modeagentur Wilhelmina. Aber als die Twitter-Follower stagnierten, wurde ihm mit dem Rauswurf gedroht. Von da an, kaufte er nun monatlich Devumi-Accounts und zahlte sie selbst. „Da war die Drohung, gefeuert zu werden, oder schlimmer noch, nie wieder in der Modewelt arbeiten zu können“, erklärte Holmlund dem Blatt.Oksana 9.00
„Verlieren“ ist für Donald Trump keine Option – auch nicht in Afghanistan. Dort haben die USA ihre militärischen Aktivitäten massiv verstärkt, nachdem Sicherheitsberater MacMaster und Verteidigungsminister Mattis ihrem Chef versichert haben, dass ein Sieg über die Taliban immer noch möglich sei, wenn das Weiße Haus den Streitkräften nur erlauben würde, richtig zuzuschlagen.
Danach wurden die Handschuhe ausgezogen, wie Trump es nannte, und seitdem ist unter anderem eine verstärkte Luftoffensive über das Land hereingebrochen. Nun wurde bekannt, dass erstmals seit sechs Jahren, das legendäre Erdkampfflugzeug Fairchild-Republic A-10 wieder nach Afghanistan geschickt wurde. Eine Staffel von zwölf Flugzeugen operiert vom Kandahar Airfield aus. James Hecker, Generalmajor der US-Luftwaffe, sagte der Agentur „Reuters“, dass die Jets eigene Truppen unterstützen sollten. Gleichzeitig sollen sie Drogen-Fabriken attackieren, mit denen die Taliban ihren Kampf finanzieren.FS A-10
Die A-10 trägt wegen ihrer unförmigen Hässlichkeit den Spitznamen „Warthog“ – also „Warzenschwein“. Konzipiert wurde sie für den Angriff gegen Bodenziele auf kurzer Distanz. Gebaut wurde sie seit 1975 und zählt heute zu den legendärsten noch aktiven Flugzeugen der Welt. Machete Jet 14.22
In Sachen Kampfkraft ist das Warzenschwein kaum zu schlagen. Die 30-mm-Bordkanone vom GAU-8/A Avenger und ihr typsicher Klang werden von US-Soldaten geradezu verehrt. Das liegt an der Rolle des Kampfflugzeugs. Sobald US-Truppen in Gefahr sind oder in einen Hinterhalt geraten, wird das „Warzenschwein“ geschickt, um sie herauszuhauen. Aus ausrangierten Rohren werden für Soldaten Devotionalien wie Kampfmesser hergestellt. Neben der Feuerkraft des Jets beeindruckt seine Fähigkeit generische Treffer wegzustecken.
A-10 17.35Die A-10 ist der Nachfolger von Flugzeugen des Zweiten Weltkriegs, wie dem deutschen Sturzkampfbomber „Stuka“ Ju-87 oder der sowjetischen Iljuschin Il-2 „Schturmowik“. Von der Schturmowik übernahmen die Amerikaner die Idee, den Piloten in eine Art stählerne Badewanne zu setzen, um ihn vor Bodenfeuer zu schützen. In der Konzeptionsphase der A-10 soll angeblich sogar der Stuka-Pilot und erfolgreichste Kampfflieger des Zweiten Weltkriegs, Hans-Ulrich Rudel, konsultiert worden sein. Auch wenn der bis zum Tode ein notorischer Nazi geblieben war. Im Vergleich zum heutigen russischen Pendant, der Suchoi Su-25, profitiert die A-10 von einer Besonderheit: Ihre beiden Triebwerke sind weit oberhalb und weit voneinander getrennt montiert worden. Die A-10 übersteht dadurch sogar Treffer und Feuer in einem Triebwerk, während die Su-25 dann meist in Brand gerät.
Bei dem Einsatz in Afghanistan dürfte es sich um eine der letzten Schlachten der fliegenden Legende handeln. Die A-10 ist bei der Truppe zwar beliebt und beim Gegner gefürchtet, doch das zunehmende Alter macht den Jets immer mehr zu schaffen.Ersetzt werden soll sie durch eine spezielle Version des F-35 Joint Strike Fighter, doch zahlreiche Einsatzmöglichkeiten des alten Warzenschweins könnte der moderne Stealth-Jet nicht absolvieren. Während das Warzenschwein ungerührt durch gegnerisches MG- und Flakfeuer kurvt, müsste die F-35 aus größerer Entfernung Lenkwaffen einsetzen. Die wären weit teurer als die vergleichsweise rustikale Bewaffnung der A-10.Light Attack Aircraft, 10-30
Mehrere Landesjustizminister fordern gesetzliche Regelungen, damit Erben Zugriff auf geschützte digitale Dienste eines Verstorbenen erhalten können – etwa ein Facebook-Profil oder ein Handy mit PIN-Code.
Facebook hatte den Zugang zu solchen Konten erbberechtigten Angehörigen verstorbener Nutzer verweigert, unter anderem unter Verweis auf das Fernmeldegeheimnis und den Schutz der Kommunikation mit Dritten – und dafür vor Gericht Recht bekommen.
Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) sagte der «Bild»-Zeitung (Montag): «Wenn Nutzer sterben, muss es den Erben möglich sein, einen Zugang zu den Daten zu erhalten.» Es sei deshalb notwendig, «dass der Gesetzgeber auch klare Regelung fasst, wie es mit dem digitalen Erbe auszusehen hat. Insbesondere die Anbieter von Speicherplätzen oder Streaming-Angeboten sollten hier klare Vorgaben bekommen.»
Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) sagte der Zeitung: «Im Erbrecht 2.0 darf nichts anderes gelten als in der analogen Welt. Und das heißt vor allem auch: Der Erbe muss an die digitalen Daten genauso herankommen, wie etwa an die analoge Briefpost des Verstorbenen oder dessen sonstige „Hardware“.»
Dass es bei der Kündigung von Mobilfunk-Verträgen öfter Ärger gibt, hat man schon mal gehört – oder gar selbst erleben müssen. Dazu gehören leider auch immer wieder unberechtigte Forderungen, die dann von Inkasso-Unternehmen eingetrieben werden. Was unserer Leserin Heike Krämer* mit der Mobilfunksparte von Tchibo passierte, dürfte aber die Erfahrungen der meisten Kunden weit übertreffen.
Eigentlich wollte die 77-Jährige Berlinerin nur einen günstigen Prepaid-Tarif bei dem Kafferöster buchen – und stieß damit eine Kettenreaktion an, die mit einer Inkasso-Forderung über 70 Euro enden sollte.
+++ Wie Sie den besten Handy-Tarif für sich finden, erfahren Sie in diesem Artikel +++
1,6 Millionne O2 Rechnung 12.35Dabei fing alles ganz harmlos an. Ende September schloss sie einen Prepaid-Vertrag mit Tchibo Mobil ab. Der sollte im Monat 9,99 Euro kosten, dafür gibt es bei Tchibo 300 Freiminuten und 1,3 Gigabyte schnelles LTE-Datenvolumen im O2-Netz. Eigentlich ein durchaus attraktives Angebot. Nach ein paar Tagen überlegte Frau Krämer es sich trotzdem anders. Per Mail machte sie von ihrem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch, ohne die SIM-Karte jemals in ihr Handy eingelegt zu haben. Und dann ging das Chaos los.
Statt einer Rücktrittsbestätigung kam zunächst nur eine automatische Antwort, es käme wegen der vielen Anfragen zu Verzögerungen. Dann hörte Frau Krämer erstmal nicht mehr – bis sie sich drei Wochen später ihre Konto-Auszüge ansah. Tchibo hatte ihr einen einzigen Cent vom Konto abgezogen. Erneut fragte sie per Mail nach, forderte eine Erklärung für die Abbuchung und eine Bestätigung für die Kündigung. Erneut kam nur eine automatische Antwort.Connect Netztest_9.20
Zwei Stunden später dann die erste Antwort. In der langen Mail entschuldigt sich Tchibo für die Verzögerungen, weist auf die Webseite und die Hotline hin. Irgendwo in der Mitte ist ein einziger Satz, den man leicht übersehen kann: „Wir konnten Sie nicht ausreichend legitimieren, so dass wir Ihnen in der gewünschten Angelegenheit aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft erteilen dürfen.“ Was das bedeutet, sollte sie erst Monate später erfahren.
Da Tchibo nicht auf den Cent-Betrag einging, entschied sich Krämer, den Cent einfach durch ihre Bank zurückbuchen zu lassen. Erst Ende November hörte sie wieder von dem Unternehmen – als eine „Zweite Mahnung“ in ihrem Briefkasten landete. Eine erste war nie angekommen. Tchibo forderte tatsächlich den Cent zurück – und hatte Mahngebühren von 5 Euro hinzugefügt. Ein Aufschlag von satten 50.000 Prozent.o2 Ärger zwei, 19.15
Mitte Dezember dann die nächste Mahnung: Plötzlich wollte Tchibo auch noch eine Grundgebühr für den widerrufenen Vertrag, inklusive einer weiteren Mahngebühr. Die Summe war mittlerweile auf 17,50 angewachsen. Frau Krämer entschied, nicht zahlen zu wollen. „Das ist ein Geschäftsgebahren, da fällt mir nichts zu ein. Ich habe nicht vor, zu zahlen, von mir aus bis zum Gerichtsentscheid“, erklärte sie in ihrer ersten Mail an uns.
Zu Neujahr gab es dann den nächsten Schreck: Ein Inkasso-Büro will die Forderung eintreiben, mittlerweile ist der Betrag auf 59,88 Euro angestiegen. Nur zehn Tage später meldet es sich erneut, fordert nun 70,70 Euro. Nachdem Frau Krämer dem stern die Unterlagen übergeben hat, wenden wir uns an Tchibo – und erhalten verblüffende Antworten.
Bei dem abgebuchten Cent handle es sich um eine Standard-Überweisung, um das Konto des Kunden zu verifizieren, erklärte uns ein Pressesprecher. Die Kunden werden darüber sogar per SMS informiert. Doch die geht leider an die Nummer der gebuchten SIM-Karte – und die hatte Frau Krämer ja nie eingelegt. Eine Variante, die Tchibo schlicht nicht bedacht zu haben scheint.
Die meisten der skurrilen Vorkommnisse lassen sich ähnlich leicht erklären – solange man in der Logik des Unternehmens denkt. Wäre der Widerruf angenommen worden, wäre es ja nie zu der Buchung gekommen. Der Grund dafür war schlicht, dass Frau Krämer für den Widerruf eine andere E-Mail-Adresse genutzt hatte, so Tchibo. Die Adresse war ihr im System aber nicht zugeordnet, was in der Antwort dann nur „fehlende Legitimierung“ genannt wurde. Da wäre wohl kein normaler Verbraucher von selbst drauf gekommen.
Bei den Mahngebühren handle es sich um Standardwerte, erklärte uns Tchibo. „Die Höhe der Rücklastschrift- und Mahngebühren sind mit 2,50 EUR je Transaktion festgesetzt und richten sich nicht nach der Höhe der Forderung.“ Dass überhaupt gemahnt wurde, sei ein automatischer Prozess. „Bei der von Frau Krämer vorgenommenen Rücklastschrift wurde nicht direkt nachgefasst – hier haben wir ganz klar Fehler gemacht“, gibt sich das Unternehmen reumütig.
Inzwischen ist Tchibo Frau Krämer weit entgegengekommen. Sämtliche Forderungen sind vom Tisch, der Vertrag ist storniert. Auch das Inkasso-Unternehmen hat sich mit dieser Information bei ihr gemeldet. Und ist dann wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen: Statt Geld zu fordern, hat es der ehemaligen Schuldnerin plötzlich Geld überwiesen – exakt einen Cent. Was das bedeuten soll, fragte sie dann lieber doch nicht nach.
*Name von der Redaktion geändert

„Cyborg“ erfindet Migräne-App und will mit moderner Technik den menschlichen Körper verbessern.
Foto: Sebastian Kaulitzki/Fotolia