Gültig erst ab Umzugstermin: Vodafone gewinnt Prozess um Sonderkündigungsrecht

Internet- und Kabelfernsehkunden müssen bei Umzügen drei Monate ihren alten Vertrag weiterzahlen – auch wenn der Provider am neuen Wohnort nicht vertreten ist. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts München hervor.

Das Sonderkündigungsrecht für solche Fälle gilt erst ab dem Tag des Umzugs, wie der Vorsitzende Richter Gunnar Cassardt erläuterte. Damit ist der Bundesverband der Verbraucherzentralen in zweiter Instanz mit einer Klage gegen Vodafone Kabel Deutschland gescheitert. Den ersten Prozess hatte Vodafone verloren.

Die Verbraucherschützer wollten durchsetzen, dass die Kunden schon vor dem Umzug kündigen dürfen, wenn ihr Provider am neuen Wohnort nicht vertreten ist. Denn im Telekommunikationsgesetz gibt es eine Lücke: «Es steht nicht drin, ab wann die Frist läuft», sagte der Vorsitzende Richter Gunnar Cassardt.

Vodafone argumentierte, dass Missbrauch Tür und Tor geöffnet würden, wenn die Kunden schon vor einem Umzug ein Sonderkündigungsrecht hätten. Das sahen auch Richter Cassardt und Kollegen so: «Da sind viele Punkte, die zu Unklarheiten führen würden.»

Die Verbraucherzentralen beriefen sich darauf, dass in dem Gesetz eben kein Termin genannt ist: «Wir reparieren Gesetze nicht, wenn’s nicht drin steht», sagte Rechtsanwalt Michael Peter. Richter Cassardt räumte ein, dass ein Sonderkündigungsrecht erst ab Umzugstermin für die Verbraucher unerfreulich ist: «Der Kunde muss für eine Leistung bezahlen, die er gar nicht mehr bekommt, was natürlich niemand gerne tut.» Vodafone hatte zuvor schon in einem Parallelverfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf gewonnen.

Firmenchef Cook warnt aber: Apple ermöglicht Nutzern Abschalten der iPhone-Drosselung

Apple wird iPhone-Nutzer die umstrittene Drosselung der Leistung ihrer Geräte bei abgenutzten Batterien abschalten lassen. «Wir empfehlen das nicht», weil das zu plötzlichen Neustarts der Geräte führen könne, schränkte Konzernchef Tim Cook in einem Interview des US-Senders ABC ein.

Apple sei bei der Einführung der Funktion vor rund einem Jahr darauf fokussiert gewesen, die reibungslose Nutzung der Geräte auch mit geschwächten Batterien zu ermöglichen. Aber «wenn Sie es nicht möchten, können Sie es abschalten.»

Bisher hatte Apple nur angekündigt, dass in einer nächsten Version des iPhone-Betriebssystems mehr Informationen zur Gesundheit der Batterie zu sehen sein werden. Zudem kappte der Konzern für dieses Jahr den Preis für den Austausch der iPhone-Batterien – in Europa von 89 auf 29 Euro.

Apple war in die Kritik geraten, weil der Konzern die Verbraucher über Monate im Unklaren darüber ließ, dass die Leistung von iPhones mit abgenutzten Batterien unter Umständen gedrosselt wurde, um eine plötzliche Abschaltung unter voller Auslastung zu vermeiden.

In den USA wurden mehrere Verbraucherklagen gegen Apple eingereicht. Die Kläger argumentieren, sie seien zum Kauf neuer Telefone verleitet worden, statt ihre iPhones mit einem Batteriewechsel wieder fit zu machen.

Cook sagte, Apple habe seinerzeit zwar die Funktion erklärt, aber das sei wenig beachtet worden und «vielleicht hätten wir klarer sein sollen». Er entschuldigte sich dafür und bestritt abermals, dass Apple eine andere Motivation außer dem Erlebnis der Nutzer gehabt habe.

Neues Zubehör für die Switch: Nintendos neues Produkt besteht komplett aus Pappe – und das ist großartig

Nintendo hat mit seiner Hybridkonsole Switch einen der größten Überraschungs-Hits des vergangenen Jahres gelandet. Der Konzern ist damit so erfolgreich wie seit Jahren nicht mehr. Nun steht Nintendo das zweite Jahr der Konsole bevor – und das ist traditionell eine Herausforderung. Um neue Zielgruppen anzulocken und im Gespräch zu bleiben wagt der Konzern deshalb einen ungewöhnlichen Schritt: Unter dem Namen „Nintendo Labo“ bietet das Unternehmen demnächst Spielzeug aus Pappe zum Selbstzusammenstecken an, das als Zubehör für die Switch verwendet werden kann.

Labo ist ein durchdachtes Konzept

Labo ist zweifelsfrei eines der ungewöhnlichsten Konzepte, das je ein Videospielhersteller entwickelt hat. Ein Set enthält mehrere Pappbögen mit vorgestanzten Teilen. Daraus kann man verschiedene Objekte bauen, etwa ein Papp-Klavier, in das nur noch der Bildschirm der Switch und die beiden Joy-Cons gesteckt werden müssen. Man kann aber auch eine Angelrute, ein ferngesteuertes Auto oder einen Roboter zusammenstecken. Wie Labo genau funktioniert, können Sie hier im Video sehen:Nintendo Labo Trailer

Das Konzept wirkt durchdacht: Die Vibrationen der Controller dienen etwa als Antrieb für das Auto, die eingebauten Bewegungssensoren erkennen die Angelbewegungen. Die Komplexität der einzelnen Bau-Sets ist höchst unterschiedlich. Manche sind mit wenigen Handgriffen zusammengesteckt, andere benötigen laut Nintendo anderthalb bis drei Stunden bis zur Inbetriebnahme.

Im Zeitalter zunehmender Digitialisierung setzt der Konzern bei seinem wichtigsten Produkt auf ein analoges Bastelvergnügen in bester Lego-Manier. Dafür wird der Konzern in sozialen Netzwerken gefeiert. Vor allem die verspielten Details – etwa die niedlich anzusehende, aber völlig nutzlose Papp-Antenne – sorgen für Begeisterung. Gelobt wird außerdem, dass Nintendo beim Material auf Pappe statt Plastik setzt.

Ob Labo aber auch ein Verkaufserfolg wird, zeigt sich ab 27. April. Dann stehen die ersten zwei Sets im Handel, einRoboter-Set und ein „Variety“-Kit, aus dem fünf kleinere Spielzeuge gebastelt werden können.Nintendo und ich_10.20

Nach Druck aus Politik: Facebook prüft russischen Einfluss auf Brexit-Referendum

Facebook wird nach Druck aus der britischen Politik ausführlich prüfen, ob das Online-Netzwerk für russische Kampagnen zur Brexit-Entscheidung missbraucht wurde.

Dabei solle nach weiteren Accounts gesucht werden, bei denen es eine Verbindung zu russischen Stellen geben könnte, erklärte Facebook am Mittwoch in einem Brief an einen Ausschuss des britischen Parlaments.

In einem ersten Schritt war nur geprüft worden, ob bekannte Facebook-Profile, die bereits als von Russland beeinflusst galten, vor dem Brexit-Referendum aktiv gewesen seien. Dabei gab es laut Facebook nur «minimale» Aktivität. So hieß es, die sogenannte «Internet Research Agency», die mit politisierten Beiträgen zur US-Präsidentenwahl 2016 in den Mittelpunkt rückte, habe vor dem britischen Referendum im Sommer des Jahres nur knapp einen Dollar für drei Anzeigen ausgegeben. Der Ausschuss für Digitales, Kultur und Medien fand die Antwort jedoch unzureichend und forderte, auch nach anderen Accounts mit möglichen russischen Verbindungen zu suchen.

Die jetzt beschlossene vertiefte Überprüfung sei aufwendig und werde Zeit brauchen, da die dafür benötigten Experten auch aktuell beschäftigt seien, erklärte Facebook. Das Online-Netzwerk würde sich über Hinweise wie britische Geheimdienst-Analysen freuen.

Der Ausschuss-Vorsitzende Damian Collins erklärte, es sei bekannt, dass russische Stellen Twitter-Bots während des Brexit-Referendums betrieben hätten. Es sei wahrscheinlich, dass sie auch bei Facebook unterwegs gewesen seien.

In den USA sieht Facebook nach monatelangen Untersuchungen einen massiven koordinierten Versuch von russischer Seite, die Spannungen in der amerikanischen Gesellschaft zu verstärken und zur Wahl von Donald Trump zum Präsidenten beizutragen. In Frankreich und Deutschland blockierte Facebook im vergangenen Jahr vor den Parlamentswahlen Zehntausende fingierte Profile. Immer wieder wurde spekuliert, genauso sei auch versucht worden, ein «Ja» zum Austritt Großbritanniens aus der EU herbeizuführen. Die russische Regierung weist alle Vorwürfe zurück.

Nachfolger der SR-71 Blackbird: Boeing enthüllt das schnellste Kampfflugzeug der Welt

Hyperschall-Waffen sollen die Welt des Militärs revolutionär verändern. Alle Supermächte arbeiten an Raketen, Gleitern und Jets, die fünffache Schallgeschwindigkeit und mehr erreichen sollen. Das sind immerhin mehr als 6000 Kilometer pro Stunde. Bei den Raketen scheinen Russland und China in diesem Rennen derzeit vorn zu liegen. Russland will die Angriffsrakete Zirkon schon 2018 in Dienst stellen – sie ist als Flugzeugträger-Killer konzipiert. 

Pic 02 LoopkheedDoch noch stammt das schnellste Flugzeug der Welt aus den USA – niemand hat bisher mit einem bemannten Jet die Geschwindigkeitsrekorde der SR-71 Blackbird brechen können. Allerdings wurde die SR-71 bereits 1998 in den Ruhestand geschickt. Weitgehend unbemerkt soll seitdem in den USA an einem Jet geforscht worden sein, der noch viel schneller als die Blackbird ist.

Boeing hat nun die ersten Konstruktionsdetails eines Demonstrationsflugzeugs gezeigt, das schneller als Mach 5 fliegen würde. Boeing setzt dabei auf eine neuartige Triebwerkskonstruktion, die Elemente einer Turbine und die eines Scramjet-Triebwerks vereint. Gezeigt wurde das Modell im American Institute of Aeronautics and Astronautics SciTech Forum in Orlando, Florida, wie das Fachblatt „Aviation Week Aerospace Daily“ berichtete.SR-71

Wettlauf zweier Firmen

Das Grunddesign von Boeing ähnelt dem bereits gezeigten Modell von Lockheed Martin. Beide Firmen konkurieren darum, einen Nachfolger für die SR-71 Blackbird zu bauen. Vermutlich soll es sich nicht allein um einen Aufklärer wie die Blackbird handeln, der neue Jet sollte auch als Angriffsflugzeug taugen. „Hyperschall-Flugzeuge, die mit Hyperschall-Raketen ausgerüstet werden, können in jeden Luftraum eindringen, der sonst von der Luftverteidigung gesperrt wird, um in weniger als einer Stunde an fast jedem Ort auf der Welt zuschlagen“, sagt Brad Leland, Forschungsleiter bei Lockheed Martin. „Ich glaube, dass die USA an der Schwelle einer Hyperschall-Revolution stehen.“

Dabei ist der Weg nicht einfach. Anders als frühere Versuchsflugzeuge wie die X-51 soll der Blackbird-Nachfolger aus eigener Kraft starten können. Versuchsflugzeuge haben die Probleme des Stautriebwerks bei niedrigen Geschwindigkeiten bisher mit einem Raketenbooster gelöst. Sarmat YU-71 1830Auch Raketenwaffen können einfach eine Anschubrakete nutzen, um Tempo aufzubauen. Sowohl Boeing wie auch Lockheed Martin tüfteln nun an einem omnipotenten Triebwerk, das zuerst wie bei einem herkömmlichen Kampfjet mit einem Turbinenverdichter arbeitet und sich erst ab dreifacher Schallgeschwindigkeit in ein Stautriebwerk verwandelt. Lockheed Martin kann allerdings auf die Erfahrungen mit der SR-71 zurückgreifen.

Dominanz im Luftraum

Das Vorhaben ist auf jeden Fall anspruchsvoll, doch es würde die Luftherrschaft der USA auf Jahrzehnte zementieren. China und Russland sind gerade dabei, die ersten Stealth-Jets in Dienst zu stellen. Dabei ist es überaus fraglich, ob diese Flugzeuge auch nur die Leistungen der Lockheed Martin F-22 Raptor erreichen. Die F-22 wurde 2005 an die Truppe übergeben. Sollten die USA die Hyperschalltechnik mit einem Jet schnell meistern, hätten sie die Konkurrenten weit hinter sich gelassen. Dann wäre auch zu erwarten, dass China und Russland bei den Hyperschallraketen keinen echten Vorsprung besitzen, da das Flugzeugtriebwerk technisch noch weit anspruchsvoller ist. SR-71 0812

Gemeiner Scherz: Vorsicht: Dieser per Chat verschickte Link schießt Ihr iPhone ab

Es ist ein gemeiner Scherz: Wer einen aktuell per iMessage verschickten Link anklickt, muss damit rechnen, dass sich das iPhone aufhängt, es einfriert und sich sogar die Nachrichten-App nicht mehr öffnen lässt. Dahinter steckt ein bekannter Fehler. Auch Apples Mac-Rechner und iPads sind betroffen. Die Adresse des schädlichen Links beginnt mit: „https://t.co/Ln93..“

Der Link führt auf den Programmcode-Server Github. Dort hat der Entdecker des Fehlers Abraham Masri ein kleines Programm versteckt, das ohne jede Installation sofort vom iPhone oder Mac ausgeführt wird – und damit den Fehler auslöst. Er verteilte auch den Link darauf, um Apple auf das Problem aufmerksam zu machen. Ob diese Maßnahme wirklich notwendig ist, kann man durchaus hinterfragen. Immerhin kann man mit dem Link echten Ärger verursachen. „Macht bitte keinen Unfug damit“, scheibt Masri lapidar bei Twitter.iPhone Drossel Nachdreh 12.30

Abgestürzte Apps und Akku-Probleme

Die Folgen des „chaiOS“ getauften Fehlers können laut Masri vielseitig sein. Mal stürzt nur der Messenger ab. Öffnet man ihn im Browser Safari hängt sich stattdessen dieser auf.

In extremen Fällen soll der Fehler zu einem Neustart der Benutzeroberfläche („Respring“ genannt) und einem sich schnell leerenden Akku führen. Auch einen Neustart des Geräts hält Masri nicht für ausgeschlossen, Berichte dazu gibt es aber noch keine. Einige betroffene Nutzer klagen allerdings, dass sich die Nachrichten-App nicht mehr benutzen lässt, weil sie beim Öffnen sofort abstürzt.

Schuld ist wohl der altbekannte Fehler „Effective Power“, der schon ältere iOS- und Mac-Systeme betraf. Auch er ließ sich über das reine Aufrufen eine Links triggern und schoss dann das Gerät ab. Apple hat den Fehler zwar behoben, sich dabei aber Zeit gelassen.iPhone Absturz Link_16.45

Was tun, wenn man den Link erhält?

Hat man nur eine Nachricht mit dem Link erhalten, sollte man diese einfach löschen. Darauf zu klicken, richtet in der Regel zwar keine bleibenden Schäden an, kann wegen der eventuell unbrauchbaren Nachrichten-App aber trotzdem für Frust sorgen. Zum Glück lässt sich aber auch dieses Problem beheben.

Stürzt die App immer nach dem Starten ab, muss man sie einfach über einen Umweg öffnen. Beim iPhone 6s und später geht das etwa, indem man per 3D-Touch auf das App-Icon drückt und „Neue Nachricht“ wählt. Alternativ kann man auch in der Kontakte-App eine beliebige Person auswählen und auf „Nachricht“ tippen. Ist man erstmal in der Nachrichten-App, gilt es nur noch, den gesamten Chat mit dem Link direkt aus der Chat-Liste heraus zu löschen. Das Gespräch ist leider nicht mehr zu retten.

Einige Scherzkekse können dem Fehler deshalb etwas positives abgewinnen. „Ich kann meine Chatpartner zwingen, das Gespräch zu löschen. Das ist ein ziemlich nützlicher Link“, feixte ein Nutzer des Apple-Blogs „9to5mac“.iPhone Kopfhörer Tricks 6.55