Facebook bekämpft «Clickbaits»

Facebook will die Zahl von reißerischen, in die Irre führenden Überschriften reduzieren. Mit Hilfe eines Algorithmus sollen die sogenannten «Clickbaits» ausgemacht und in den News Feeds eingedämmt werden.

«Die Leute sagen uns immer wieder, dass sie eindeutige Headlines bevorzugen», hieß es in einem Blogeintrag des Unternehmens. Demnach wurden Tausende Überschriften und Anreißer zu Artikeln oder Videos ausgewertet.

Zu den «Klickködern», zählen Texte, die absichtlich Informationen zurückhalten oder mit übertriebenen Darstellungen und irreführenden Angaben möglichst viele Leser auf eine Seite locken wollen. Da der Inhalt dann aber meist nicht so spannend sei, wie suggeriert, sei es für Nutzer oft eine Zeitverschwendung.

Als Beispiel nannte das Unternehmen Überschriften wie: «Der Hund bellte den Lieferboten an und dessen Reaktion war unbezahlbar» oder «Er legte Knoblauch in seine Schuhe, bevor er zu Bett ging. Was als nächstes geschah, war kaum zu glauben».

Pokémon Go Revenge: Echte Pikachus rächen sich an Passanten – und werden zum Klickhit

Die intensiv gejagten Pokémon schlagen zurück:Basel Tourismus hat den Spieß nämlich umgedreht und vier Pikachus auf die Jagd in die Innenstadt geschickt. Innerhalb weniger Stunden sammelte das Video mehr als 20 Millionen Aufrufe bei Facebook. 

Lieferroboter und Paketdrohnen: Die schöne neue Zustellwelt

Ein ungewöhnliches Bild wird sich in wenigen Wochen Passanten in Hamburg und Düsseldorf bieten. In zwei Pilotversuchen sollen dort neuartige Lieferroboter über die Bürgersteige rollen und Kunden des Paketdienstes Hermes und der Elektronikkette Media Markt bestellte Sendungen direkt bis zur Haustür bringen.

Eine der Fragen die bei dem Projekt geklärt werden soll: «Wie reagieren die Menschen?» Mit einer Geschwindigkeit von bis zu fünf Stundenkilometern sollen die kleinen, vom estländischen Unternehmen Starship Technologies entworfenen Roboter auf sechs Rädern weitgehend selbstständig über die Bürgersteige wieseln.

Neun Kameras erleichtern ihnen dabei die Orientierung und sollen Zusammenstöße mit Fußgängern und Laternenmasten verhindern. Ganz auf sich gestellt sind die Roboter aber nicht: Im Hintergrund wacht ein Aufseher, der bei Problemen eingreifen und sich bei Bedarf sogar mit den Kunden und Passanten unterhalten kann.

Die Hoffnung des Handelsriesen Metro, zu dem Media Markt gehört: Die Roboter sollen schon bald eine schnelle und gleichzeitig preiswerte Belieferung der Kunden «in nahezu Echtzeit» ermöglichen. Auch Starship-Vorstandschef Ahti Heinla betont, Ziel sein ein besserer Kundenservice verbunden mit einem geringem Kostenaufwand.

«Der Einsatz von Robotern kann die Zustellung von Päckchen und Paketen speziell im städtischen Raum nachhaltig revolutionieren», meint auch Hermes Deutschland-Chef Frank Rausch. Ein solches Serviceangebot könne in der alternden Gesellschaft auch für die Zustellung von Medikamenten oder Lebensmitteln genutzt werden.

Andere Konzerne – wie der Internetriese Amazon oder die Deutsche Post – setzen auf Paketdrohnen, die die Lieferungen auf dem Luftweg zum Kunden bringen sollen. Zu Jahresbeginn flog eine Post-Drohne drei Monate im oberbayerischen Reit im Winkl immer wieder die acht Kilometer lange Strecke vom Tal bis zur Alm auf 1200 Meter Höhe und lieferte dabei insgesamt 130 Pakete ab. Mit der Drohne hofft die Post, die Belieferung in dünn besiedelten Gebieten auf Inseln oder Bergen verbessern zu können. Auch Amazon will im kommenden Jahr eine Feldversuch mit Lieferdrohnen in Großbritannien starten.

Ob soviel High-Tech wirklich der Königsweg ist, um die Belieferung in Zukunft kundenfreundlicher zu gestalten, ist allerdings umstritten. Der Logistik-Experte Herbert Kotzab von der Universität Bremen jedenfalls rechnet so schnell nicht mit Schwärmen von Paketdrohnen am deutschen Himmel. «Bei besonderen Einzelfällen – etwa bei wichtigen Ersatzteilen oder bei Organspenden – ist Transport mithilfe von Drohnen denkbar. Aber für die breite Masse kann ich mir das in den nächsten fünf Jahren nicht vorstellen», sagt er. Es fehle schon an der notwendigen Infrastruktur und geeigneten Kontrollmechanismen.

Auch was die Zukunft der Lieferroboter angeht, ist er eher skeptisch: «Das sind sehr schöne Überlegungen, die aber den Alltagstest wohl nicht überstehen würden», sagt er. Viele Kunden würden schlicht Probleme mit der Technik haben. Das sieht der Hermes-Chef natürlich anders: «Ich habe die stille Hoffnung, dass die Roboter die neuen Tamagotchis des Sidewalks werden.»

Tatsächlich steht nach einer repräsentativen Umfrage des Beratungsunternehmens PWC die Mehrzahl der Bundesbürger derartigen Innovationen eher skeptisch gegenüber. Nicht einmal jeder Dritte kann sich demnach eine Zustellung per Flugdrohne vorstellen. Drei Viertel der Befragten finden, diese Art der Luftpost berge ein hohes Unfall- und Schadensrisiko.

Viel lieber würden sie das Zustellproblem auf eine eher altmodische Weise lösen und sich ihre Pakete ganz einfach an den Arbeitsplatz schicken lassen – wenn der Arbeitgeber dies nur erlauben würde. Wo das nicht der Fall ist, bauen die die meisten beim Thema Paketannahme weiter auf ein altbewährtes Rezept: Bei ihnen nimmt der Nachbar die Pakete an.

Deutsche wollen auf Fernseher und Smartphone nicht verzichten

Der Fernseher ist für Menschen in Deutschland besonders unentbehrlich, auch wenn das Smartphone eine immer wichtigere Rolle einnimmt.

33 Prozent wollen nicht auf das TV-Gerät verzichten, gefolgt von dem Smartphone mit 27 Prozent, wie eine am Donnerstag in Berlin veröffentlichte repräsentative Studie von TNS Emnid ergab.

Auf Rang drei folgt das Radio mit 20 Prozent. Anders sieht es bei der jungen Generation aus: Für 67 Prozent der 14 bis 29-Jährigen ist das Smartphone unverzichtbar. TV (8 Prozent) und Radio (5 Prozent) nehmen nur noch eine geringe Rolle ein.

Die Befragten, die ein Smartphone besitzen, kommen im Alltag nur schwer ohne ihr Handy aus. 47 Prozent würden sich demnach wieder auf den Heimweg machen, wenn sie ihr Smartphone zu Hause vergessen haben.

Bei der vom Bundesverbands Digitale Wirtschaft in Auftrag gegeben Studie wurde auch nach den größten Nachteilen bei der Smartphone-Nutzung gefragt. Dabei wurden ein schwacher Akku (29 Prozent) sowie eine langsame Internetverbindung (24 Prozent) und Empfangsprobleme (24 Prozent) wurden als besonders nervig ausgemacht.