Entwickler aus Deutschland erhalten Apple Design Awards

Zwei Software-Unternehmen aus Deutschland sind auf der Entwicklerkonferenz WWDC mit dem Apple Design Award ausgezeichnet worden.

Insgesamt wurden am Montag zwölf Preise an zehn Unternehmen und zwei Studenten verliehen. Die Leipziger Softwarefirma The Soulmen erhielt die Auszeichnung für ihre innovative Textverarbeitung Ulysses, die für den Mac und das iPad angeboten wird und sich an Buchautoren, Journalisten – aber auch an Blogger richtet.

Der andere Preis für Entwickler aus Deutschland ging nach München an die algoriddim GmbH für die iPad-Anwendung djay Pro, die demnächst auch für den Mac zu haben ist. Hier überzeugte die Jury vor allem, dass die App auch komplett von Sehbehinderten und Blinden bedient werden kann. Bei der Preisverleihung im Bill Graham Civic Auditorium wurde dies von einem fast blinden Apple-Mitarbeiter live demonstriert, der die Zuschauer im Saal mit der App zum Tanzen brachte.

Mit dem Apple Design Award zeichnet der iPhone-Hersteller die App-Entwickler aus, die besonders gelungene Apps für die verschiedenen Plattformen von Apple programmiert haben. Neben technischen Kriterien spielen das Design und die Verwendbarkeit durch Behinderte eine wichtige Rolle. Die Auszeichnung wird mit Sachpreisen sowie einer prominenten Platzierung in den Softwareshops von Apple prämiert.

Apples zentrale WWDC-Ankündigungen auf einen Blick

Apple hat auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC einen Blick auf kommende Funktionen für seine Geräte und Dienste gegeben. Zehn der wichtigsten Ankündigungen auf einen Blick:

– Siri kommt in mehr Apps und auf den Mac: Software-Entwickler können künftig Apples sprechende Assistentin zur Bedienung ihrer Anwendungen nutzen. Damit dürfte man sich künftig viel häufiger mit den Geräten unterhalten. Außerdem kommt Siri im Herbst auch auf Mac-Computer.

– iMessage wird für App-Entwickler geöffnet: Sie können künftig ihre Anwendungen direkt innerhalb des Kurzmitteilungsdienstes laufen lassen. Außerdem können Emojis und Sticker auch von anderen Anbietern kommen. Damit greift Apple unter anderem Facebooks Messenger an.

– Mehr Funktionen für Apple-Karten: Auch die Karten-Anwendung wird für andere Dienste geöffnet. Damit wird man sich zum Beispiel einen Tisch reservieren oder einen Wagen bestellen können, ohne die Karten-App zu verlassen. Zudem soll die Navigation besser werden.

– Fokus auf das vernetzte Zuhause: Über die App «Home» kann kompatible Haustechnik gesteuert werden. Zum Beispiel Lampen, Steckdosen oder Garagentore. Man sie auch bündeln, damit zum Beispiel beim Schlafengehen mit einem Knopfdruck Licht und Elektrogeräte ausgeschaltet werden und die Jalousien herunterfahren.

– Apples Musik-App wird übersichtlicher: Nach dem Start vor einem Jahr zusammen mit dem hauseigenen Streaming-Musikdienst hatten Nutzer ihre Bedienung zum Teil als kompliziert und unlogisch kritisiert. Nun kommt eigene Musik statt Vorschlägen stärker in den Vordergrund.

– Inhalt von Fotos wird erkannt: Apples Foto-App kann künftig Gesichter und Objekte erkennen und die Bilder nach Ereignissen bündeln. Damit folgt Apple Google-Funktionen – die Bilder sollen aber komplett auf dem Gerät und nicht in der Cloud analysiert werden.

– Apple Pay auch für Online-Käufe: Bisher konnte man mit Apples Dienst nur an Ladenkassen bezahlen. Jetzt wird er auch für Einkäufe im Internet freigeschaltet. Die Zahlung wird dabei per Fingerabdruck auf dem iPhone bestätigt. Für Deutschland wurde der Service immer noch nicht angekündigt – aber für Frankreich und die Schweiz.

– Die Apple-Uhr wird schneller: Ein zentraler Kritikpunkt von Nutzern bei der vor gut einem Jahr gestarteten Apple Watch ist, dass die Apps langsam anspringen. Jetzt sollen sie sieben Mal schneller starten. Der längliche Knopf an der Seite soll statt Kontakten den Zugriff auf die meistbenutzten Apps eröffnen.

– Mehr Komfort für die Telefon-Funktion: Voicemails können künftig automatisch in Text umgewandelt werden. Und Internet-Telefoniedienste werden besser ins iPhone integriert.

– App-Fernbedienung für das Apple TV: Die Fernsehbox von Apple wird man künftig auch über eine App statt per Fernbedienung steuern können. Ein Vorteil ist, dass dem Nutzer die gewohnte Tastatur zur Eingabe etwa von Suchanfragen zur Verfügung stehen wird.

Emojis, Sticker und viel mehr: So baut Apple iMessage zum Whatsapp-Killer um

Bei der Eröffnungs-Keynote zu Apples Entwickler-Konferenz WWDC war Siri der klare Star des Abends. Die Sprachassistentin ist nun deutlich smarter, kann auch in andere Apps eingebaut werden und kommt auch auf den Mac. Das längste Einzelsegment des Abends bekam allerdings der hauseigene Messenger iMessage. Und das völlig zurecht.

Denn was Apple seiner Chat-App an Neuerungen spendiert hat, kann sich mehr als nur sehen lassen. Der einst als günstiger SMS-Ersatz eingeführte Messenger wirkte in den letzten Jahren im Vergleich zur Konkurrenz mächtig angestaubt. Mehr als chatten und einige Medien versenden konnte man dem schlicht gehaltenen Messenger nicht. Das ändert sich nun, wenn im Herbst mit iOS 10 auch das neue iMessage kommt. Von optischen Spielereien bis zu tiefgreifenden Features: Apple hat sich kräftig ins Zeug gelegt und den Messenger wieder weit nach vorne gebracht.Live-Blog Apple Event WWDC 18.33

Eigene Apps für iMessage

Die wohl wichtigste Neuerung: Der Messenger lässt sich nun auch von Drittentwicklern erweitern. Damit wird der Funktionsumfang von iMessage um bisher undenkbare Dimensionen erweitern. Einen Vorgeschmack gab die Präsentation. In einem Gruppenchat wurde ein Restaurant gesucht. Die Nutzer konnten die Karte aufrufen, aussuchen was sie wollten, buchen und bezahlen – alles ohne iMessage zu schließen. Eine beeindruckende Vorstellung der neuen Möglichkeiten. Man darf gespannt sein, was sich die App-Entwickler noch ausdenken.Screenshot 2016-06-13 23.26.14

Doch nicht nur in Bezug auf externe Features hat Apple nachgelegt, auch die Chats selbst sollen mehr Spaß machen. So werden die beliebten Emojis nun dreimal so groß wie vorher dargestellt. Mit animierten Chat-Blasen kann man seinen Gefühlen noch besser Ausdruck verleihen. Zudem lassen sich Nachrichten mit den vor allem in Asien extrem beliebten Stickern aufhübschen Auch angehängte Medien bekommen mehr Raum: Links werden in einer Vorschau angezeigt, verlinkte Lieder von Apple Music lassen sich direkt in der Nachricht anhören.Apple setzt voll auf Software

Whatsapp und Asia-Apps als Vorbild

Viele dieser Features kannte man schon von Konkurrenz-Messengern, das Gesamtpaket überzeugt allerdings. Gut möglich, dass Apple mit dem Update Whatsapp oder den in Asien verbreiteten Messengern Line und WeChat so jede Menge Nutzer abspenstig machen kann. Vor allem, weil iMessage als vorinstallierte App ohnehin schon einen Vorteil genießt.

Ein fehlendes Feature dürfte allerdings vor allem in Europa und Asien einem bahnbrechenden Erfolg im Weg stehen. Im Vergleich mit den USA ist hier und im fernen Osten der Marktanteil des iPhones deutlich niedriger – und der von Android viel höher. Darum dominieren Apps, die auch zwischen Android-Smartphones und iPhones problemlos funktionieren. Und genau das bietet iMessage noch immer nicht. Als echter Whatsapp-Killer taugt iMessage darum wohl trotz der vielen Neuerungen nicht.150910_Whatsapp_V01 8.45h