Russische Einflussnahme: Anhörung im US-Senat: Facebook und Twitter räumen Fehler ein

Die Internetgiganten Twitter und Facebook haben eingeräumt, unzureichend auf Versuche russischer Einflussnahme auf die US-Präsidentenwahlen 2016 vorbereitet gewesen zu sein.

«Wir waren zu langsam, das zu bemerken, und haben zu langsam gehandelt», sagte Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg am Mittwoch dem Geheimdienstausschuss im US-Senat. Auch Twitter-Chef Jack Dorsey sagte, man sei «unvorbereitet und schlecht ausgestattet» gewesen. Beide sicherten Schritte zu, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Dorsey sagte: «Wir übernehmen die volle Verantwortung, das in Ordnung zu bringen.» Twitter unternehme Schritte gegen Manipulationen und identifiziere «jede Woche acht bis zehn Millionen verdächtige Konten». Sandberg sagte: «Sicherheit ist nie ein abgeschlossener Job.» Facebook habe die Anzahl der Mitarbeiter in dem Bereich verdoppelt und setze zudem Künstliche Intelligenz ein. Auch Facebook gehe gegen falsche oder Hass verbreitende Accounts vor.

Russland wird schon seit Jahren vorgeworfen, über soziale Medien wie Facebook und Twitter die öffentliche Meinung in den USA manipulieren zu wollen. US-Geheimdienste sind überzeugt, dass Russland Einfluss auf den Präsidentschaftswahlkampf 2016 genommen hat. Dazu laufen in den USA Untersuchungen des Sonderermittlers Robert Mueller, die von US-Präsident Donald Trump als «Hexenjagd» abgetan werden. Die russische Regierung weist die Vorwürfe stets von sich.

Trump hatte Facebook, Google und Twitter vergangene Woche vorgeworfen, konservative Stimmen zu unterdrücken. Dorsey wies das am Mittwoch in einer zweiten Anhörung vor dem Handelsausschuss des Repräsentantenhauses erneut zurück. Der Twitter-Chef räumte allerdings ein, dass «sogar ein Modell, das ohne bewusste Tendenz geschaffen wurde, trotzdem zu parteiischen Ergebnisse führen kann». Dorsey kündigte an, gegen «versehentliche» Parteilichkeit vorzugehen.

Das Justizministerium teilte am Mittwoch mit, Minister Jeff Sessions habe ein Treffen mit einer Reihe von Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten anberaumt. Dabei solle es um die «wachsende Sorge» gehen, dass soziale Medien «absichtlich die freien Austausch von Ideen auf ihren Plattformen unterdrücken».

Der US-Senat zeigte sich besorgt über eine fortdauernde Einflussnahme Russlands auf die öffentliche Meinung in den USA. «Russland hat nicht damit aufgehört», sagte der Vizevorsitzende des Ausschusses, der Demokrat Mark Warner, zu Beginn der Anhörung. Es sei zunehmend schwer, ihnen auf die Spur zu kommen. Unternehmen wie Facebook und Twitter hätten zwar schon einiges dagegen unternommen. «Es gibt aber immer noch eine Menge zu tun.» Und er habe Zweifel, dass die Internet-Konzerne alleine die nötigen Schritte unternähmen.

Der republikanische Ausschussvorsitzende Richard Burr sagte, man kenne das «grenzenlose Potenzial sozialer Medien» im positiven Sinne. Es sei aber auch deutlich geworden, wie anfällig soziale Medien für Missbrauch seien. Burr äußerte sich enttäuscht darüber, dass Google keinen hochrangigen Vertreter zu der Anhörung schickte.

Der demokratische Senator Ron Wyden warnte: «Persönliche Daten sind jetzt die Waffe der Wahl für politische Einflusskampagnen, und wir dürfen es unseren Gegnern nicht einfacher machen, diese Waffen zu kapern und gegen uns zu nutzen.» Der Schutz der Privatsphäre auf sozialen Medien müsse eine «nationale Sicherheitspriorität» werden. Sandberg betonte, Facebook verkaufe keine Nutzerdaten.

Der republikanische Senator Marco Rubio verwies darauf, dass Twitter auf Anforderung von Regierungen wie denen in der Türkei, Russland und Pakistan Inhalte sperre. Rubio stellte in Frage, ob die Firmen an die «Grundwerte» der Demokratie glaubten – oder ob es nur um Profit gehe.

Datenskandal und Propaganda: Umfrage: Viele US-Nutzer legen Facebook-Pause ein

Diese Zahlen müssen Facebook zu denken geben: Laut einer Umfrage haben 42 Prozent der US-Nutzer in den vergangenen zwölf Monaten zumindest eine mehrwöchige Pause vom Online-Netzwerk gemacht. Zudem habe gut jeder Zweite (54 Prozent) die Einstellungen zum Datenschutz im Facebook-Profil verändert.

Das ergab die Erhebung des renommierten Pew Research Center. Facebook wurde in den vergangenen Monaten vom Datenskandal um Cambridge Analytica erschüttert und stand zudem im Mittelpunkt der Debatten um gefälschte Nachrichten und russische Propaganda-Kampagnen rund um die US-Präsidentenwahl 2016.

Knapp jeder Zehnte nutzte der Umfrage zufolge die im Frühjahr eingeführte Möglichkeit, alle seine Facebook-Daten herunterzuladen. Jüngere Nutzer seien deutlich aktiver dabei gewesen, ihre Datenschutz-Einstellungen anzupassen, berichtete Pew.

In der Umfrage gaben auch 26 Prozent an, sie hätten in den vergangenen zwölf Monaten die Facebook-App von ihren Smartphones gelöscht. Unklar blieb dabei, ob die Anwendung danach auch gelöscht blieb – oder dann doch wieder installiert wurde. Die Quartalszahlen von Facebook der vergangenen Monate zeigen für Nordamerika eine Stagnation an der Marke von 241 Millionen Nutzer, die mindestens einmal im Monat aktiv sind – aber keinen Rückgang.

Nordamerika ist der mit Abstand wirtschaftlich wichtigste Markt für Facebook: Dort erwirtschaftet das Online-Netzwerk rund die Hälfte seiner Umsätze. Pro Nutzer nahm Facebook im Heimatmarkt im vergangenen Quartal mehr als 25 Dollar ein – während es im weltweiten Schnitt weniger als 6 Dollar waren.

Das Pew Research Center befragte für die Studie von Ende Mai bis Mitte Juni rund 4600 Personen.

Keine Wettbewerbsbedenken: EU-Kommission erlaubt Apple Übernahme von Musik-App Shazam

Apple hat von der EU-Kommission die Genehmigung zur Übernahme der Musik-Erkennungs-App Shazam erhalten. Von dem Zusammenschluss seien keine negativen Folgen für den Wettbewerb auf dem Markt für Musik-Streaming in Europa zu erwarten, teilten die Brüsseler Wettbewerbshüter mit.

Die Shazam-App kann über den Zugriff auf die Mikrofone eines Smartphones den Namen eines Lieds anzeigen, das gerade in der Umgebung gespielt wird. Dafür wird die Aufnahme mit einer Datenbank für Musiktitel auf Shazam-Servern abgeglichen. Der iPhone-Hersteller Apple, mit seinem Streamingdienst Apple Music in Europa Nummer zwei hinter Spotify, hatte die Übernahme Ende 2017 angemeldet.

Die EU-Kommission untersuchte unter anderem, ob Apple nach der Übernahme Zugang zu wirtschaftlich sensiblen Kundendaten seiner Wettbewerber auf dem Streaming-Markt bekäme und diesen dann Kunden abjagen könnte. Zudem wollte die Brüsseler Behörde abschätzen, ob Apple seine Konkurrenten nach dem Zusammenschluss benachteiligen könnte.

Nach monatelanger Prüfung ließ sie die eigenen Bedenken fallen. Apple könnte konkurrierende Streamingdienste weder durch den Zugang zu sensiblen Kundendaten, noch durch eine Beschränkung des Zugangs zu Shazam vom Markt ausschließen, erklärte die Kommission. Die Verbindung von Nutzer-Datensätzen von Shazam und Apple würde dem fusionierten Unternehmen auf seinen Märkten zudem keinen einzigartigen Vorteil bieten.

Adrienne Koleszár: "Auf Wiedersehen, Uniform!" – beurlaubte Polizistin verdient jetzt Geld mit Instagram-Fotos

Nicht selten wurde Adrienne Koleszár als „heißeste Polizistin“ Deutschlands betitelt. Doch mit dem Dienst an der Waffe ist jetzt erstmal Schluss. Die Polizistin aus Sachsen hat sich nämlich für sechs Monate beurlauben lassen und will erstmal als Social-Media-Star durchstarten. Mittlerweile hat die Blondine, die sich auf Instagram, Facebook und Youtube präsentiert, alleine bei Instagram knapp 550.000 Follower. Die junge Polizistin, die eine Leidenschaft für Bodybuilding hat und ihren Körper gerne freizügig im Internet präsentiert, hat ihren Fans in einem Youtube-Video erklärt, dass sie bis zum 1. Januar 2019 ihre Uniform an den Nagel hängt – auf eigenen Wunsch. Zu verlockend erschien vermutlich das glamouröse Leben als „echtes“ Instagram-Sternchen.Youtube-Video von Polizistin

Seit dem 1. Juli 2018 ist die durchtrainierte Anfang 30-Jährige nun auf Reisen und postet fleißig Fotos und Videos von sich selbst (hauptsächlich) und ihrem Essen. Wie man das als Social-Media-Star eben so macht. Scrollt man durch den Instagram-Kanal von Adrienne Koleszár, sieht man die blonde Frau in verschiedenen Outfits an den unterschiedlichsten Orten der Welt. Mal in Leggins und Sport-BH im Fitnessstudio, mal im Bikini an den Stränden Mexikos, mal nackt und nur von einer Avocado bedeckt in Dresden.Instagram-Post 1Über 1000 solcher Fotos hat sie mittlerweile auf Instagram veröffentlicht. Hinzu kommen zahlreiche Instagram-Storys und Facebook-Posts. Auf ihrem Youtube-Kanal, den über 25.000 Menschen abonniert haben, macht sie keinen Hehl daraus, dass sie ihr Social-Media-Hobby nun, zumindest zeitweise, zum Hauptberuf gemacht hat. „Es ist kein Geheimnis, dass man mit Social Media Geld verdienen kann“, antwortet Koleszár auf eine Userfrage auf Youtube.

2019 will Adrienne Koleszár wieder als Polizistin arbeiten

Die Posts, mit denen die beurlaubte Polizistin Geld verdient, sind klar als Werbung gekennzeichnet. Mit Fotos aus ihrer eigenen Küche wirbt sie beispielsweise für Cannabis-Öl, Schokoriegel oder die Fitness-Ernährung „Booty Builder“. Bis Ende Dezember dürfen sich ihre Follower noch auf viele Fotos und Videos freuen. Bis dahin wird es aus dem Polizeialltag erstmal „keine Storys mehr über Haferbrei“ geben, wie sie etwas selbstironisch auf Youtube erklärt. Ab Anfang 2019 will die gelernte Polizistin dann wieder in ihre Uniform schlüpfen und ihrem eigentlich Beruf nachgehen.

Bereits vor zwei Jahren haben wir Adrienne Koleszár in einem stern-Video vorgestellt. 2016 hatte sie „erst“ 178.000 Follower auf Instagram. Das Video können Sie hier sehen:ING Instagram Polizistin 14-30

Ekranoplan Airfish 8: Modernes Luft-Wasser-Taxi basiert auf dem Entwurf von Hitlers Raketenbauer

Beim Thema „Ekranoplan“ denken Fans unwillkürlich an Russland und die UdSSR. Hier wurden gigantische Bodenflugzeuge gebaut, die in geringer Höhe über dem Meeresspiegel flogen. Aber neben den Raketenträgern des Militärs hat es in der UdSSR auch kleine Flugzeuge gegeben, die den Bodeneffekt nutzen.

Während in Russland von gigantischen Lastflugzeugen geträumt wird (Lesen Sie hierzu: „Russland will das größte Frachtflugzeug der Welt bauen„) und der Kreml einen Nachfolger des Kaspischen Seemonsters in Auftrag (Lesen Sie hierzu: „Orlan – Russland baut Nachfolger des kaspischen Seemonsters„) gibt, wird in Singapur ein weitaus kleineres Bodenflugzeug entwickelt.

Der Airfish 8 von Widget Works basiert auf einem deutschen Nachkriegsdesign. Er schwebt zwischen 0,5 und sieben Metern über dem Wasser und erreicht eine Geschwindigkeit von fast 200 km/h. Anders als die Modelle der UdSSR ist der Airfish 8 kein Lastenträger. Er ist als Personenfähre für bis zu acht Personen konzipiert.

Der Bodeneffekt führt dazu, dass ein Ekranoplan Geschwindigkeiten wie ein Flugzeug erreichen kann, was bei einem Schiff praktisch nicht möglich ist. Im Vergleich zu einem Flugzeug benötigt der Ekranoplan wesentlich weniger Sprit. Hinzu können Vorteile bei den Bestimmungen des Gesetzgebers kommen.FS Airfish 8

Die Airfish-Modelle von Wiget Works konkurrieren mit finnischen und russischen Firmen. Ihre Entwürfe beruhen auf Patenten und Prototypen, die die von Dr. Alexander Lippisch stammen.

Lippisch ist heute weitgehend unbekannt, gehört aber zu den großen Flugzeugkonstrukteuren des 20 Jahrhunderts. Er gilt als „Vater“ des Deltaflügels. Im Zweiten Weltkrieg basierte der Raketen-Abfangjäger Messerschmitt Me 163 „Komet“ auf seinem „Projekt X“. Nach dem Zweiten Weltkrieg basierten die Rekordflugzeuge Convair XF-92, der Jäger Convair F-106 und der überschallschnelle strategische Bomber Convair B-58 auf seinen Entwürfen.

Umgekehrtes Delta-Design

Er entwickelte in den Sechziger Jahren umgekehrt gepfeilte Flügeldesigns, die es möglich machen, den Bodeneffekt in relativ großer Höhe zu nutzen. In Lippichs Design wirkt der Effekt noch in einer Höhe von 50 Prozent der Spannweite, bei den Modellen aus der UdSSR waren es nur 10 Prozent. Wegen der Größe der militärischen Ekranoplane erreichten diese dennoch eine ausreichende Höhe. Doch kleinere Modelle hätten Probleme den Bodeneffekt auf rauer See zu nutzen. Zwar ist auch ein reiner Flugbetrieb denkbar, doch dann wären die Maschinen unwirtschaftlich gewesen.

So gesehen ist der Airfish-8 ein Flugzeug, welches auf dem 50 Jahre alten Lippisch-Design beruht. Die Maschine ist 17,2 Meter lang, die Spannweite beträgt 15 Meter. Die Hülle besteht aus kohlefaserverstärkten Kunststoff. Für den Antrieb wird ein Automotor mit 500 PS genutzt.

Der Airfish fliegt im Normalbetrieb in bis zu sieben Metern Höhe, kann also auch unruhige See überfliegen. Die Reichweite liegt bei 500 Kilometern, die Reisegeschwindigkeit beträgt mehr als 148 km/h.

Der Airfish wird sicher keinen normalen Fährverkehr übernehmen. Sein Anwendungsgebiet könnet es etwa sein, Gäste schnell zu Luxushotels auf Inseln zu bringen. Auch wäre es denkbar, so ein Flugzeug zu einer medizinischen Notfallstation umzubauen und Ärzte und Patienten schnell übers Meer zu transportieren.Ekranoplan Orlan 21.15

Russland: Dieser Robocop-Kampfanzug soll den Soldaten der Zukunft unbesiegbar machen

Vor einem Jahr wurde in Moskau der Prototyp eines Science-Fiction-Kampfanzugs gezeigt. Damals zweifelten viele Experten daran, dass es sich bei dem Dress im Terminator-Look um eine ernst gemeinte Entwicklung handle, aber auf der Messe „Army 2018 International Military and Technical Forum“ in Moskau wurde deutlich, dass der Kreml den Anzug zur Serienreife bringen will.

Robocop-Anzug an Universität entwickelt

Das Modell des letzten Jahres wurde an der Nationaluniversität für Wissenschaft und Technik entwickelt – ein Institut mit einer langen Tradition in der Entwicklung von Waffensystemen. Oleg Faustov, Chefentwickler beim Rüstungskonzern ZNiiTochMash, sprach nun mit der Nachrichtenagentur Tass über den futuristischen Anzug.

Beim ihm handelt es sich um eine Weiterentwicklung eines Exo-Anzuges, der bereits bei Paraden zu sehen war. Der sieht allerdings nicht nach „Star Wars“ aus, er wird in Tarnfarben produziert und nicht im düsteren Anthrazit des Messe-Modells.

Vor allem verfügt er nur über ein unterstützendes passives Exoskelett. Diese außen liegenden Skelette werden mit Strom angetrieben und verstärken die Bewegungen des menschlichen Körpers. Soldaten können so schwere Lasten tragen und schneller laufen als normale Menschen. Viele Länder arbeiten an derartigen Anzügen. Moskau legt allerdings mehr Wert auf Öffentlichkeitsarbeit.

Computergenaue Präzision

Russen Terminator, 23.15Die Fähigkeiten der bestehenden Anzüge sind in dem Prototypen, der über ein aktives Exoskelett verfügt, weit verbessert, sagte Faustov. „Wir haben bereits Versuche mit einem Prototyp des aktiven Exoskeletts durchgeführt. Es verbessert die körperlichen Fähigkeiten eines Soldaten entscheidend. Zum Beispiel konnte der Tester mit nur einer Hand mit einem Maschinengewehr schießen. Dabei konnte er seine Ziele präzise treffen“, so Faustov zur Tass. Denkbar ist es, dass der Anzug Bewegungen des Trägers mit einem Stabilisator ausgleicht.

Robocop aus Titan 

11-Boston Dynamics: Video zeigt rennende und selbstnavigierende Roboter-5783687337001Die Verstärkungen von Rumpf und Beinen sollen aus Titan gefertigt werden, Elektromotoren werden Kraft und Geschwindigkeit des menschlichen Körpers verstärken. Beim Prototypen ist das Exoskelett aber nur ein Teil des Kampfanzuges. Brust, Rücken und Teile der Gliedmaßen des Soldaten werden durch kleine Keramik-Plättchen geschützt. Das heißt, Body-Armour wird bereits im Grunddesign berücksichtigt und muss nicht – wie heute – als zusätzliche Weste übergezogen werden. Die Plättchen aus Hightech-Keramik sollen einen besseren Schutz bei geringerem Gewicht und Ausmaßen erreichen als heutige Schutzwesten. Hier werden Entwicklungen aus dem Panzerbau auf den Bau von Schutzanzügen übertragen.

Neben dem Exoskelett ist der vollintegrierte Helm das Herzstück des Kampfanzuges. Er erinnert an eine Mischung aus Science-Fiction-Film und Motorrad-Helm. Natürlich soll er den Kopf des Soldaten schützen, grundsätzlich wird auch über eine eingebaute Filtermaske geatmet. Die wirklichen Neuerungen sind allerdings die elektronischen Features. Nachtsichtgerät und Kameras sind Standard. Ziel ist es darüber hinaus, dem Soldaten weitere Informationen in das Display – etwa von Drohnenkameras – einzublenden.

Mehr als nur Science-Fiction

Und ist das alles Zukunftsmusik? Sicher nicht. Denn es gibt mehrere Treiber in der Entwicklung von Exoskeletten. Neben dem Militär ist es vor allem der medizinische Bereich, letztlich werden diese Anzüge den Rollstuhl ablösen. Das Militär wird davon profitieren, dass das Exoskelett keine Innovation ist, die für ein paar Tausend Kommando-Soldaten geleistet werden muss, sondern dass Gehbehinderte, Übergewichtige und Alte ebenfalls von der Technik profitieren. Es handelt sich also um ein Produkt für einen potenziellen Massenmarkt.

Fionnuala Costello, Expertin von „Innovate UK“, schätzt den zivil-medizinischen Markt allein in Großbritannien auf 2,1 Milliarden Pfund im Jahr 2021. In Japan werden unterstützende Exoskelette bereits eingesetzt. Sie helfen Japanern auch im Alter körperliche Arbeit zu leisten.

Der Bionik-Experte Thomas Sugar sagte dem TV-Sender „CNN„, dass medizinische und militärische Exoskelette bald ein geläufiger Anblick werden. Er glaubt, dass Exoskelette für Arbeiter oder Freizeitsport auch nicht lange auf sich warten lassen werden. „In den nächsten fünf Jahren werden wir immer mehr Exoskelette dort draußen sehen“, sagte Sugar, Professor am Department of Engineering der Arizona State University. Neben dem Systemen, die in Japan alternden Menschen bereits heute helfen, werden laut Sugar auch Geräte für den sportlichen Menschen entwickelt: „Wenn jemand den Grand Canyon erkunden willst, werden ihm Exoskelette in 10 bis 15 Jahren dabei helfen.“

Neben dem Problem der Stromversorgung müssen die Geräte vor allem unauffälliger und eleganter arbeiten. Heute könnte man diese Dinger nur mühsam anlegen, so Sugar. Dazu kommt, dass die Steuerung perfekt arbeiten muss, damit die über Titanstreben übertragene Kräfte der Maschine bei einer Fehlfunktion dem Träger oder seinen Mitmenschen nicht die Knochen brechen.

Schwachstelle ist der Akku

Das Hauptproblem für militärische Ausrüstungen dieser Art ist die benötigte Energie. Der Soldat im Feld kann schließlich nicht einfach einen Zweitakku an der Steckdose aufladen.  Auch Entwickler Oleg Faustov wies gegenüber der Tass auf das Problem des Akkus hin. Der müsste leicht sein, große Menge Energie speichern können und unter allen klimatischen Bedingungen funktionieren. Die heutige Lithium-Technik verbietet sich. Bei einer Beschädigung nur einer Zelle des Akkus käme es zu einem explosionsartigen Lithiumbrand, den der Träger des Anzugs nicht überleben könnte. Kalaschnikow 18.20

Absatz bricht ein: Smartphone-VR auf dem Rückzug

Smartphones galten lange als wichtiges Zugpferd für das Geschäft mit Erlebnissen in virtueller Realität – doch mit dem Auslaufen günstiger Paket-Angebote der Hersteller ist der Absatz entsprechender Spezialbrillen eingebrochen.

Im vergangenen Quartal seien nur noch 409.000 der Brillen-Gehäuse verkauft worden, in die Smartphones als Display eingesetzt werden können, berichtete die Analysefirma IDC am Donnerstag. Ein Jahr zuvor sei noch eine Million solcher Geräte abgesetzt worden, weil unter anderem Samsung und Google sie zusammen mit Smartphones verkauften.

Virtuelle Realität war trotz großer Erwartungen ein Nischengeschäft geblieben, weil hochwertige VR-Brillen teuer und klobig sind und eine Verbindung zu einer leistungsstarken Computer brauchen. Deshalb setzten etliche Firmen ihre Hoffnungen zunächst auf Smartphone-VR als günstigen Einstieg. Dank technischer Weiterentwicklungen gibt es inzwischen aber auch mehr relativ günstige und leichte Brillen, die – zwar mit einigen Abschlägen zu Top-Modellen – ein besseres Erlebnis dank eigener Displays bieten. Ein Paradebeispiel für ein solches Gerät ist die Oculus Go von Facebook. Sie verkaufte sich laut IDC zusammen mit der baugleichen Brille Xiaomi Mi VR in China insgesamt 212.000 Mal.

Bei den teuren VR-Brillen gab es den Marktforschern zufolge im Jahresvergleich einen Absatzrückgang von gut 37 Prozent – weil ein Jahr zuvor die Verkäufe durch Rabattaktionen angekurbelt worden seien. Facebooks Oculus verkaufte demnach im vergangenen Quartal 102.000 Geräte seiner Brille Rift und Sony 93.000 der Playstation VR. Konkurrent HTC kam dank des neu eingeführten Pro-Modells seiner Brille Vive auf rund 111.000 verkaufte Geräte.

Verbraucher seien nach wie vor schwer zu überzeugen, eine VR-Brille ausprobieren, erklärte IDC-Analyst Jitesh Ubrani. Deshalb setzten die Anbieter inzwischen größere Hoffnungen auf das Geschäft mit Unternehmen und Bildungseinrichtungen.

Investoren verloren Millionen: Bluttest-Start-up Theranos vor dem Aus

Das Bluttest-Start-up Theranos, das einst mit Milliarden bewertet wurde und dann unter Betrugsvorwürfen zusammenbrach, steuert auf das endgültige Aus zu.

Der aktuelle Plan sei, die Firma aufzulösen und das wenige verbliebene Geld an Gläubiger auszuschütten, heißt es in einer E-Mail an die Anteilseigner, die das «Wall Street Journal» am Mittwoch veröffentlichte. Während Investoren mehrere hundert Millionen Dollar in Theranos gepumpt hatte, dürften jetzt nur noch um die fünf Millionen zu verteilen sein.

Theranos hatte versprochen, Bluttests zu revolutionieren, weil mit der Technologie des Start-ups für Proben nur wenige Tropfen genügten. In einer der Finanzierungsrunden wurde die geheimniskrämerische Firma mit rund neun Milliarden Dollar bewertet. Doch die angebliche Erfolgsgeschichte platzte vor drei Jahren, nachdem das «Wall Street Journal» unter Berufung auf frühere Mitarbeiter berichtete, die Technologie von Theranos funktioniere mangelhaft – und Tests würden heimlich auf Maschinen anderer Hersteller durchgeführt. Die Enthüllungen lösten Ermittlungen diverser US-Behörden aus und zuletzt wurde im Juni der Gründerin und langjährigen Chefin Elizabeth Holmes in einer Anklageschrift Betrug von Investoren und Patienten vorgeworfen.

Nachdem Deals mit Partnern wie der Drogeriekette Walgreens unter der Last der Enthüllungen zerbrachen, holte sich Theranos im vergangenen Jahr einen Kredit vom Finanzinvestor Fortress, um zumindest an der Technologie weiterarbeiten zu können. Da es Theranos jedoch nicht gelang, neue Geldgeber oder Käufer zu finden, sollen die Patente der Firma jetzt an Fortress gehen. Unter den Investoren, die viel Geld bei Theranos verloren, ist auch «Wall Street Journal»-Eigentümer Rupert Murdoch.

Viele Konkurrenten haben es noch: Dieses Feature fehlt auch bei den nächsten iPhones

Das Jubiläums-Smartphone iPhone X war für Apple in vielerlei Hinsicht eine Zäsur. Das größte Novum war der beinahe die gesamte Frontseite bedeckende Bildschirm, der den Home-Button obsolet machte – und damit auch den darin eingebauten Fingerabdruckscanner, mit dem man unter anderem Käufe im App Store legitimieren konnte. Entsperrt wird das iPhone X stattdessen mit einem Gesichtsscanner namens Face ID, der sich in einer Aussparung im oberen Teil des Bildschirms befindet.

Fingerscanner im Display

Dass es auch anders geht, demonstrierte in diesem Jahr der chinesische Hersteller Vivo, der einen Fingerabdruckscanner direkt in das Display einbaute. Und Gerüchten zufolge plant auch Samsung einen solchen Schritt mit dem Galaxy S10, das im nächsten Frühjahr vorgestellt werden dürfte. Andere Hersteller verbauen Fingerscanner nach wie vor auf der Rückseite.

Apple geht All-in bei Face ID

Apple wird dagegen – zumindest in dieser Dekade – seinem Kurs treu bleiben, berichtet der gewöhnlich gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo. In diesem und auch im nächsten Jahr wird Cupertino bei seinen Smartphones (und demnächst auch Tablets) ausschließlich auf Face ID setzen. Die Technik werde über die kommenden zwei Jahre optimiert. Touch ID (so nennt Apple seinen Fingerabdruckscanner) gehört damit auf Mobilgeräten der Vergangen an. Für Android-Hersteller sei dies eine Möglichkeit, sich vom iPhone zu unterscheiden, betont Kuo.

Neue iPhones am 12. September

Apple wird am 12. September im Steve Jobs Theater seine nächste iPhone-Generation vorstellen. Erwartet werden drei neue Telefone, die erstmals alle ohne Home-Button auskommen werden. Außerdem wird die Apple Watch Series 4 vorgestellt, die ein größeres Display haben soll. Mehr Details zu den neuen Geräten finden Sie hier.

In der Gerüchteküche kursiert außerdem ein iPad ohne Home-Button, ein überarbeitetes Einsteiger-Macbook und ein neuer Mac Mini. Ob alle Geräte im September enthüllt werden oder ob Apple im Oktober eine weitere Keynote veranstalten wird, ist noch unklar.Apple stellt iOS 12 vor 8.25

Deutsch-amerikanische Gründung: Start-up Mesosphere: Plattform für vernetzte Fahrzeuge

Bereits in zehn Jahren wird es durch vernetzte und automom fahrende Fahrzeuge wesentlich weniger Unfälle geben – davon ist der Gründer und Chef der deutsch-amerikanischen Softwarefirma Mesosphere Florian Leibert überzeugt.

Dann würden auch Staus auf den Straßen der Vergangenheit angehören, sagte der gebürtige Schweinfurter am Mittwoch der dpa am Rande der «Shift Automotive» auf der IFA in Berlin. Für die dafür nötige Auswertung der immer schneller wachsenden Datenberge will das Start-up die nötige Plattform bieten.

Das von dem Informatiker gemeinsam mit zwei weiteren Freunden 2013 in San Francisco gegründete Mesosphere hat ein Betriebssystem entwickelt, über das man Daten einheitlich managen kann, selbst wenn diese auf den verschiedensten Servern und Datenbanken gespeichert sind. Die Software ermögliche, ganz viele Technologien, etwa für den Transport, das Sichern oder die Analyse von Daten, auf einer einzigen Plattform zu installieren, erklärt Leibert. Bislang hat Mesosphere insgesamt 250 Millionen Dollar von namhaften Investoren eingesammelt.

Rund vier Terabyte an Daten fielen pro Auto nach achtstündiger Fahrt inzwischen an, sagte Leibert. Tendenz steigend. Mesosphere wolle den Wissenschaftlern Werkzeuge an die Hand geben, die Daten auf einfache Weise zu analysieren und neue, nutzbringende Services zu entwickeln. Zu den Kunden gehören bislang unter anderem die Deutsche Telekom sowie eBay, Paypal und Twitter.

In Deutschland gebe es allerdings eine Gratwanderung zwischen Regulierung und Innovation. «Der Gebrauch von Daten sollte nicht überreguliert werden, sonst fallen wir im internationalen Wettbewerb deutlich zurück.» Daten für Innovationen zu nutzen, dürfe in Deutschland nicht ausgeschlossen werden. Unternehmen müssten aber angehalten sein, transparent mit ihnen umzugehen.

Generell sieht Leibelt die deutsche Automobilindustrie keineswegs abgehängt. «Audi weiß einfach, wie man schöne Autos baut.» Deutschland sei ein «tolles Ingenieurs-Land». Dagegen habe der US-amerikanische Elektroautobauer Tesla die Industrie zwar angetrieben, die Erfolge seien aber «ein bisschen gehypt» worden.