Alexa und Co.: Amazons Smart-Home-Chef: Assistenten bald immer in Hörweite

Amazon stellt sich auf eine Zukunft ein, in der Menschen sich ganz selbstverständlich mit Technik in ihrer Umgebung unterhalten, ohne darauf zu achten, an welches Gerät sie sich gerade wenden.

«Sie werden eventuell unterscheiden, welchen digitalen Assistenten sie ansprechen – aber es wird immer weniger wichtig, welches Gerät ihnen zuhört», sagte der Smart-Home-Chef des Online-Händlers, Daniel Rausch, der dpa am Rande der Technik-Messe IFA.

Amazon ist einer der Vorreiter bei sprechenden Assistenten mit seiner Software Alexa. Sie steckt zum einen in den hauseigenen vernetzten «Echo»-Lautsprechern – und Amazon versucht massiv, sie auch in Technik anderer Anbieter unterzubringen. Inzwischen gebe es 20.000 Geräte, die Alexa unterstützten, sagte Rausch. Ende vergangenen Jahres seien es erst 4000 gewesen. Alexa steht in einem scharfen Wettbewerb mit der Konkurrenz-Software Google Assistant. Der Internet-Konzern will sich ebenfalls einen Platz in Geräten möglichst vieler Hersteller sichern. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Canalys liegt zumindest bei vernetzten Lautsprechern der Google Assistant inzwischen vor Alexa. Apple beschränkt sich unterdessen darauf, seine Siri-Software nur in den eigenen Geräten einzusetzen.

Er gehe auch davon aus, dass die Assistenten verschiedener Anbieter nicht nur nebeneinander aktiv werden, sondern auch interagieren, sagte Rausch. Amazon und Microsoft zeigten vor einigen Monaten bereits eine Verknüpfung ihrer Programme Alexa und Cortana. Genauso rechne er damit, dass Menschen die sprechenden Assistenten auch außerhalb des Haushalts – etwa auf der Arbeit oder im Hotel – nutzen werden, sagte Rausch.

Alexa war im Mai in Negativschlagzeilen geraten, nachdem einer der Echo-Lautsprecher in den USA die Unterhaltung eines Paars aufnahm und einen ihrer Kontakte verschickte. Wie Amazon damals erklärte, hatte die Software im Echo-Lautsprecher zunächst einmal in dem Gespräch fälschlicherweise ihren Namen «Alexa» herausgehört – und dann auch die Anweisung, eine Nachricht zu versenden. Rausch bekräftigte, es habe sich um eine extrem seltene Serie von Hörfehlern gehandelt, und Amazon arbeite daran, solche Abfolgen noch unwahrscheinlicher zu machen.

Langsames Internet: Stiftung Warentest: Mit diesen sechs Tipps wird Ihr Wlan besser

Das Smartphone, der Laptop, das Tablet, der Fernseher, die Spielkonsole, der Sprachlautsprecher und so weiter und so fort: Immer mehr Geräte in unserem Zuhause brauchen Internet – und zwar meist über Wlan. Das funktioniert natürlich nur mit ausreichend gutem Empfang. Dicke Wände oder mehrere Stockwerke bringen aber auch den besten Router in die Knie. Stiftung Warentest hat mehrere Varianten getestet, das Netz zu vergrößern – und gibt Tipps, wie Sie den Empfang auch ohne neue Hardware verbessern.

Die richtige Einrichtung des Netzwerks kann tatsächlich viel ausmachen. Diese Tipps sollten Sie daher abarbeiten, bevor Sie einen Wlan-Verstärker kaufen.

Mit diesen Tipps wird das Wlan besser

  • Geräte, die nahe dem Router stehen, kann man auch per Kabel verbinden. Das entlastet nicht nur das Funknetzwerk, sondern sorgt auch für eine stabilere Datenrate. 
  • Die richtige Position des Routers und die Ausrichtung seiner Antennen können Wunder wirken. Versuchen Sie daher ruhig unterschiedliche Aufstellorte. Zudem kann es helfen, den Router etwas erhöht an der Wand aufzuhängen. 
  • Wenn in Ihrem Zuhause viele Wlan-Netzwerke zu empfangen sind, können die sich in die Quere kommen und gegenseitig stören. Wählen Sie daher im Router die automatische Kanalauswahl, damit bei Engpässen selbstständig ein ruhigerer Funkkanal gesucht werden kann.
  • Auch der Wechsel vom 2,4-GHz- ins moderne 5-GHz-Netz kann Wunder wirken. Dort sind aktuell noch deutlich weniger Funknetzwerke aktiv. Achtung: Nicht alle Endgeräte unterstützen diese Frequenz. 
  • Auch ein Router oder Repeater sollte immer auf dem neuesten Stand sein. Wie beim PC oder Smartphone holen die Hersteller gelegentlich mit Softwarekniffen mehr Leistung heraus oder beheben Fehler. Schalten Sie deshalb unbedingt automatische Updates ein.
  • Neuere Router bieten mehr Leistung. Viele Features, wie etwa 5-GHz-Netzwerke werden von älteren Modellen noch nicht unterstützt. Gegebenenfalls kann ein neuer Router das Wlan-Problem auch ohne Erweiterung meistern.

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Mesh, Repeater, Powerline: Diese Hardware-Lösungen gibt es

Sollten diese Tipps nicht helfen, muss man das Netzwerk mit Hardware erweitern. Dafür gibt es drei Varianten. 

Repeater: Ein klassischer Wlan-Verstärker übernimmt das Wlan des Routers und reicht es in einen ausgeweiteten Bereich weiter. Der größte Vorteil nach Stiftung Warentest ist der günstige Preis. Der Nachteil: Die Empfangsgeräte müssen manuell zwischen dem Netz des Routers und dem des Verstärkers hin- und herwechseln. Dabei kann es immer wieder haken.

Mesh-Netzwerke: Modernere Mesh-Netzwerke übernehmen diese Aufgabe daher selbst und reichen die Geräte automatisch an den besten Empfangspunkt weiter. Der Nachteil ist der oft hohe Preis. Hinzu kommt: Die meisten Mesh-Modelle ersetzen das Wlan des Routers, benötigen ihn aber weiterhin für den Internetzugang. Dadurch sind sie im Vergleich stromhungriger. Moderne Fritz-Boxen können allerdings mit dem passenden Repeater auch ohne Zusatzhardware ein Mesh-Netzwerk erstellen. 

Powerline: Die bei der Datenübertragung schnellste Variante sind laut Warentest sogenannte Powerlines, die den Datenstrom über Steckdosen in die Stromleitungen schicken. Es gibt auch Modelle, die den Zielraum mit Wlan versorgen können. Sie verbrauchen allerdings mehr Strom als reine Wlan-Repeater. Zudem funktionieren Powerlines nur dann gut, wenn sich alle Geräte im selben Stromkreislauf befinden.

Wie sich die einzelnen Geräte schlugen, erfahren Sie gegen Gebühr auf test.de

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Nicht nur eine Suchmaschine: Google wird 20: Rege genutzt, heftig umstritten

Google hat die Welt verändert. Das sekundenschnelle Auffinden von Informationen im Internet ist in den vergangenen 20 Jahren dank der berühmten Formel des Konzerns zur Selbstverständlichkeit geworden.

Damit einher geht aber auch eine beispiellose Ansammlung von Informationen in der Hand eines Unternehmens – und eine Marktmacht, die vor allem in Europa verstärkt Aufseher auf den Plan ruft. Mit künstlicher Intelligenz, selbstfahrenden Autos und Gesundheitsforschung wollen Google und die Konzernmutter Alphabet außerdem bei vielen Zukunftstechnologien den Ton angeben.

Internet-Suchmaschinen gab es schon vor Google. Aber es war der neue Ansatz der Gründer Larry Page und Sergey Brin, der Google schnell nach vorn brachte. Ihre Idee: Nicht ein redaktionell gepflegter Web-Katalog sollte es sein, sondern eine smarte Suchmaschine. Die Relevanz einzelner Webseiten zeigt sich darin, wie oft auf sie verlinkt wird («Page Rank»).

Inzwischen spielen im von vielen Mitarbeitern weiterentwickelten Google-Algorithmus hunderte weitere Faktoren mit. Die erste Version ihrer Suchmaschine, die zunächst BackRub hieß, programmierten Page und Brin ab 1996 noch zuhause. Relativ schnell wurde sie in Google umbenannt – eine Anspielung auf das Wort «Googol», die mathematische Bezeichnung für eine 1 mit 100 Nullen.

Um einem Scheck über 100 000 Dollar von Sun-Microsystems-Mitgründer Andreas von Bechtolsheim einlösen zu können, wurde Google schließlich am 4. September 1998 als Unternehmen registriert. Die Mission: Alle Informationen auf der Welt zu ordnen und für alle zugänglich zu machen. Das Credo, das inzwischen kaum noch Erwähnung findet: «Don’t be evil» – tu nichts Böses. Als erstes Büro suchten sich Page und Brin standesgemäß eine Garage im Herzen des Silicon Valley. Ihre Vermieterin, Susan Wojcicki, führt heute die Videotochter YouTube.

Page war der erste Firmenchef – doch den Investoren war nicht wohl dabei, das schnell wachsende Geschäft den beiden noch nicht einmal 30-jährigen Gründern zu überlassen. So wurde 2001 der erfahrende Manager Eric Schmidt als eine Art «Erwachsenenaufsicht» zu Google geholt. Für zehn Jahre, bis ein gereifter Page wieder das Steuer übernahm, wurden die Geschicke von einer Art «Troika» gelenkt. Schmidt war zwar der Konzernchef – aber die Gründer hatten zum Beispiel die Freiheit, das Start-up hinter dem heute dominierenden Smartphone-System Android zu kaufen, wie er sich später erinnerte.

Genauso ausgefeilt wie der Suchmaschinen-Algorithmus war auch die Google-Idee, wie man damit Geld verdienen kann: mit kleinen Anzeigen im Umfeld der Treffer – die dazu passen, wonach der Nutzer sucht. Bezahlt werden muss nur, wenn die Werbung auch angeklickt wird, und der genaue Preis wird in einem Auktionsverfahren festgelegt.

Mit solchen Mini-Deals kann man mit der Größe von Google Milliarden scheffeln. Die Such-Anzeigen gelten bei allen neu dazu gekommenen Aktivitäten nach wie vor als die Basis des Geschäfts von Google – und auch von Alphabet insgesamt. Im vergangenen Quartal erzielte die Konzernmutter insgesamt einen Umsatz von 32,6 Milliarden Dollar, davon waren gut 28 Milliarden Werbeerlöse von Google.

Schon in den ersten Jahren wurde klar, dass sich die Ambitionen von Google nicht nur auf die Internet-Suche beschränken. Getreu dem Ziel, alle Informationen der Welt zu organisieren, fing man damit an, in großem Stil Bücher einzuscannen. Bei dem Projekt holten sich die Google-Gründer mit ihren Weltverbesserer-Absichten zum ersten Mal eine blutige Nase. Autoren und Verleger sahen Urheberrechte verletzt und ihr Geschäft bedroht, zogen vor Gericht. Google Books kam danach nur zäh voran.

Weitere Konflikte folgten. Medienhäuser warfen Google vor, mit der kostenlosen Verbreitung von Nachrichten ihre Geschäftsgrundlage zu zerstören. Bewertungsdienste wie Yelp kritisierten, die Suchmaschine sauge ihre Inhalte ein – wodurch die Nutzer bei Google hängen blieben. Preissuchmaschinen sahen sich benachteiligt.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager griff bereits zwei Mal hart durch. 2017 gab es mit dem Vorwurf des unfairen Wettbewerbs bei der Shopping-Suche eine Strafe von 2,4 Milliarden Euro. In diesem Juli folgte die Rekordstrafe von 4,34 Milliarden Euro für Googles Gebaren bei Android. Die Beträge verdaute Google mit Leichtigkeit – die Forderung, auf der Mobil-Plattform mehr Konkurrenz zuzulassen, könnte aber zur Bombe unter dem bisherigen Android-Geschäft werden.

Und immer wieder kommen Datenschutz-Ängste auf. Weiß Google inzwischen zu viel über seine Nutzer? Die Idee der Computer-Brille Google Glass scheiterte letztlich auch an der Sorge, ihre Träger könnten andere unbemerkt filmen. Erst vor wenigen Wochen musste sich der Konzern dafür rechtfertigen, dass Android-Telefone ständig Ortungsdaten speichern – selbst wenn die Anwender das nicht möchten.

Der Internet-Konzern bittet die Nutzer um noch mehr Informationen: Der sprechende Google Assistant ist erst dann besonders nützlich, wenn er sich genau auf den jeweiligen Menschen einstellen kann. Wie weit Google bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz ist, zeigte der Konzern im Frühjahr mit dem Dienst Duplex, der menschliche Sprache bis hin zu natürlich klingenden «Ähms» imitieren kann. Neben Bewunderung für die Leistung der Google-Entwickler löste das auch Sorgen vor einem Vormarsch der Sprach-Roboter aus.

Wenige Tage vor dem Google-Geburtstag machte US-Präsident Donald Trump noch eine Front auf. Trump googelte Nachrichten über sich selbst, fand angeblich lauter negative Schlagzeilen. Er warf Google daraufhin vor, die Auswahl zu seinen Ungunsten zu manipulieren.

Das werde Konsequenzen haben, folgte eine kaum verhohlene Drohung. Google wies die Vorwürfe zurück. Man kann aber davon ausgehen, dass die Republikaner das Thema bei der nächsten Senatsanhörung der Internet-Konzerne am 5. September wieder auf den Tisch bringen.