Haushaltsgeräte: Wäschetrockner im Warentest – auch günstige Geräte trocknen gut und sparen Strom

Wäschetrockner sind aus vielen Haushalten nicht wegzudenken. 17 Millionen Geräte trocknen in Deutschland die Wäsche. Die Stiftung Warentest hat die neue Generation von Wäschetrocknern unter die Lupe genommen. Im Gegensatz zu früheren Tests ist das Ergebnis sehr erfreulich: Bis auf einen Billig-Trockner von Hoover sind alle Geräte im Test gut. Besonders erfreulich, die begehrte Not „Gut“ hat auch ein Gerät erreicht, das im Laden nur 400 Euro kostet. Der Koenic KTD 83012 A2 reicht zwar nicht ganz an die Spitzengruppe heran, kostet aber eben auch nur die Hälfte. In Sachen Trockenleistung ist er so gut wie die Besten. Nur bei der Reinigung der Siebe und dem Stromverbrauch schneidet das Gerät von Koenic schlechter ab.

Geringer Stromverbrauch

Wäschetrockner 10.00Apropos Strom. Bei Umweltbewegten haben Trockner einen traditionell schlechten Ruf. Das war aber nur bei alten Geräten ohne Wärmepumpe berechtigt. Die Stromkosten für einen Musterhaushalt liegen bei den aktuellen Geräten im Test zwischen 23 und 34 Euro im Jahr. Die noch vorhandenen Unterschiede unter den Geräten sind interessant für das Umweltgewissen, für die Kostenbilanz kann man sie aber vernachlässigen.

Testsieger ist das AEG-Gerät T9DE87685, es kostet aber auch stolze 965 Euro. Ein günstigere Alternative ist ein weiteres AEG-Gerät, der T8DB66580 – die Stiftung Warentest hat einen mittleren Preis von 535 Euro ermittelt, einen T8DB66580 kann man aber schon ab 475 Euro bekommen. Dieses Gerät ist klar der Preis-Leistungs-Sieger.

Die Trockenleistung überzeugt bei allen Geräten. Unterschiede gibt es allerdings darin, wie leicht sich Siebe und Wärmelamellen reinigen lassen. Zur Erinnerung: Siebe und Lamellen müssen regelmäßig von Flusen befreit werden, sonst kann das Gerät nicht trocknen. Bei langer Vernachlässigung kann sich die Wärmepumpe zusetzen, in Einzelfällen kann es sogar zu einem Brand des Trockners kommen.

Zuverlässigkeit von Wäschetrocknern

Die erste Generation von energiesparenden Trocknern mit Wärmepumpe hatte hier ein großes Problem: Bei vielem Geräten setzten sich die Wärmepumpen trotz regelmäßiger Reinigung mit Flusen zu, nach wenigen Jahren waren die Geräte defekt. Eine große Kundenumfrage der Warentester zeigte, dass diese Zeiten vorbei sind.

Dennoch sind die Geräte nicht absolut zuverlässig. 16 Prozent der Besitzer von Trocknern im Alter zwischen 2 und 8 Jahre klagen über Probleme. Bei einem Altersdurchschnitt von 5 Jahren ist das keine geringe Fehlerquote. Besonders unproblematisch sind die Geräte von Miele mit neun Prozent und die von Beko mit zehn Prozent Fehlerquote. Wer lange Freude an seinem Wäschetrockner haben will, sollte sich daher den Beko DE8635RX ansehen. Er ist das viertplatzierte Gerät im Test und der mittlere Preis liegt laut Warentest bei 760 Euro – es gibt ihn ab etwa 670 Euro.

Den ganzen Test können Sie gegen eine Gebühr hier bei der Stiftung Warentest einsehen. Wäschtrockner

Suchmaschine des Lebens: 20 Jahre Google: Aus Faszination wurden Sorge und Angst

Google hat die Welt verändert. Das sekundenschnelle Auffinden von Informationen im Internet ist in den vergangenen 20 Jahren dank der berühmten Formel des Konzerns zur Selbstverständlichkeit geworden.

Damit einher geht aber auch eine beispiellose Ansammlung von Informationen in der Hand eines Unternehmens – und eine Marktmacht, die vor allem in Europa verstärkt Aufseher auf den Plan ruft. Mit künstlicher Intelligenz, selbstfahrenden Autos und Gesundheitsforschung wollen Google und die Konzernmutter Alphabet außerdem bei vielen Zukunftstechnologien den Ton angeben.

Die Macht des Page Rank

Internet-Suchmaschinen gab es schon vor Google. Aber es war der neue Ansatz der Gründer Larry Page und Sergey Brin, der Google schnell nach vorn brachte. Ihre Idee: Nicht ein redaktionell gepflegter Web-Katalog sollte es sein, sondern eine smarte Suchmaschine. Die Relevanz einzelner Webseiten zeigt sich darin, wie oft auf sie verlinkt wird („Page Rank“).

Inzwischen spielen im von vielen Mitarbeitern weiterentwickelten Google-Algorithmus hunderte weitere Faktoren mit. Die erste Version ihrer Suchmaschine, die zunächst BackRub hieß, programmierten Page und Brin ab 1996 noch zuhause. Relativ schnell wurde sie in Google umbenannt – eine Anspielung auf das Wort „Googol“, die mathematische Bezeichnung für eine 1 mit 100 Nullen.

Um einem Scheck über 100.000 Dollar von Sun-Microsystems-Mitgründer Andreas von Bechtolsheim einlösen zu können, wurde Google schließlich am 4. September 1998 als Unternehmen registriert. Die Mission: Alle Informationen auf der Welt zu ordnen und für alle zugänglich zu machen. Das Credo, das inzwischen kaum noch Erwähnung findet: „Don’t be evil“ – tu nichts Böses. Als erstes Büro suchten sich Page und Brin standesgemäß eine Garage im Herzen des Silicon Valley. Ihre Vermieterin, Susan Wojcicki, führt heute die Videotochter YouTube.10 jahre Chrome 13.10

Google verdient sein Geld mit Anzeigen

Page war der erste Firmenchef – doch den Investoren war nicht wohl dabei, das schnell wachsende Geschäft den beiden noch nicht einmal 30-jährigen Gründern zu überlassen. So wurde 2001 der erfahrende Manager Eric Schmidt als eine Art „Erwachsenenaufsicht“ zu Google geholt. Für zehn Jahre, bis ein gereifter Page wieder das Steuer übernahm, wurden die Geschicke von einer Art „Troika“ gelenkt. Schmidt war zwar der Konzernchef – aber die Gründer hatten zum Beispiel die Freiheit, das Start-up hinter dem heute dominierenden Smartphone-System Android zu kaufen, wie er sich später erinnerte.

Genauso ausgefeilt wie der Suchmaschinen-Algorithmus war auch die Google-Idee, wie man damit Geld verdienen kann: mit kleinen Anzeigen im Umfeld der Treffer – die dazu passen, wonach der Nutzer sucht. Bezahlt werden muss nur, wenn die Werbung auch angeklickt wird, und der genaue Preis wird in einem Auktionsverfahren festgelegt.

Mit solchen Mini-Deals kann man mit der Größe von Google Milliarden scheffeln. Die Such-Anzeigen gelten bei allen neu dazu gekommenen Aktivitäten nach wie vor als die Basis des Geschäfts von Google – und auch von Alphabet insgesamt. Im vergangenen Quartal erzielte die Konzernmutter insgesamt einen Umsatz von 32,6 Milliarden Dollar, davon waren gut 28 Milliarden Werbeerlöse von Google.

Google Books – der erste große Skandal

Schon in den ersten Jahren wurde klar, dass sich die Ambitionen von Google nicht nur auf die Internet-Suche beschränken. Getreu dem Ziel, alle Informationen der Welt zu organisieren, fing man damit an, in großem Stil Bücher einzuscannen. Bei dem Projekt holten sich die Google-Gründer mit ihren Weltverbesserer-Absichten zum ersten Mal eine blutige Nase. Autoren und Verleger sahen Urheberrechte verletzt und ihr Geschäft bedroht, zogen vor Gericht. Google Books kam danach nur zäh voran.iPhone XS und Apple Watch 4 im Leak 14.45

Weitere Konflikte folgten. Medienhäuser warfen Google vor, mit der kostenlosen Verbreitung von Nachrichten ihre Geschäftsgrundlage zu zerstören. Bewertungsdienste wie Yelp kritisierten, die Suchmaschine sauge ihre Inhalte ein – wodurch die Nutzer bei Google hängen blieben. Preissuchmaschinen sahen sich benachteiligt.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager griff bereits zwei Mal hart durch. 2017 gab es mit dem Vorwurf des unfairen Wettbewerbs bei der Shopping-Suche eine Strafe von 2,4 Milliarden Euro. In diesem Juli folgte die Rekordstrafe von 4,34 Milliarden Euro für Googles Gebaren bei Android. Die Beträge verdaute Google mit Leichtigkeit – die Forderung, auf der Mobil-Plattform mehr Konkurrenz zuzulassen, könnte aber zur Bombe unter dem bisherigen Android-Geschäft werden.

Weiß Google inzwischen zu viel?

Und immer wieder kommen Datenschutz-Ängste auf. Weiß Google inzwischen zu viel über seine Nutzer? Die Idee der Computer-Brille Google Glass scheiterte letztlich auch an der Sorge, ihre Träger könnten andere unbemerkt filmen. Erst vor wenigen Wochen musste sich der Konzern dafür rechtfertigen, dass Android-Telefone ständig Ortungsdaten speichern – selbst wenn die Anwender das nicht möchten.

Der Internet-Konzern bittet die Nutzer um noch mehr Informationen: Der sprechende Google Assistant ist erst dann besonders nützlich, wenn er sich genau auf den jeweiligen Menschen einstellen kann. Wie weit Google bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz ist, zeigte der Konzern im Frühjahr mit dem Dienst Duplex, der menschliche Sprache bis hin zu natürlich klingenden „Ähms“ imitieren kann. 

Neben Bewunderung für die Leistung der Google-Entwickler löste das auch Sorgen vor einem Vormarsch der Sprach-Roboter aus.

Wenige Tage vor dem Google-Geburtstag machte US-Präsident Donald Trump noch eine Front auf. Trump googelte Nachrichten über sich selbst, fand angeblich lauter negative Schlagzeilen. Er warf Google daraufhin vor, die Auswahl zu seinen Ungunsten zu manipulieren.

Das werde Konsequenzen haben, folgte eine kaum verhohlene Drohung. Google wies die Vorwürfe zurück. Man kann aber davon ausgehen, dass die Republikaner das Thema bei der nächsten Senatsanhörung der Internet-Konzerne am 5. September wieder auf den Tisch bringen.

30-Trump wettert erneut gegen Internet-Konzerne-5828591592001

Dyson Cyclone V10 absolute: Dyson im Test: Macht der V10 Kabelstaubsauger überflüssig?

Auf der Ifa in Berlin steht bereits das neue Topmodell: Der Dyson V10 absolutepro. Noch mehr Saugkraft verspricht der englische Staubsaugerrevolutionär damit. Bis zu einer Stunde soll der V10 dank Nickel-Cobalt-Aluminium-Akku durchhalten und will damit nicht mehr nur Zweitsauger im Haushalt sein, sondern alle anderen Modell mit Kabel ersetzen. Das hat allerdings auch seinen Preis. Das neue Dyson-Topmodel kostet stolze 619 Euro – der Wert eines einwöchigen All-inclusive-Urlaubs auf Mallorca. Herkömmliche Staubsaugermodelle mit Kabel sind zu einem Sechstel des Preises zu haben. Lohnt sich der Kauf des teuren Dyson?

Für meine 90 Quadratmeter große Wohnung habe ich nicht den V10 absolutepro, sondern das kleinere Modell V10 absolute bestellt. Der verfügt zwar nicht über den neusten Topmotor, sollte aber für meine Bedürfnisse ausreichend sein. Vorteil: Das kleinere Modell ist jetzt schon deutlich günstiger zu haben, bei Amazon wird der V10 absolute für knapp 560 Euro angeboten – und damit 60 Euro billiger als das Topmodell. Bis auf die etwas schlechtere Motorleistung sind die beiden Staubsauger identisch, im Alltag dürfte sich das allerdings kaum bemerkbar machen.

Der Dyson V10 absolute verspricht das Ende der Kabelsauger

Bisher habe ich mit einem herkömmlichen Bosch-Bodenstaubsauger mit Beutel und Kabel gesaugt. Der große Nachteil: Da ich eine Wohnung über zwei Etagen habe, war das Saugen mit Kabel meist umständlich. Ohne mindestens einmal umzustöpseln, konnte ich die ganze Wohnung nicht saugen. Außerdem verfing sich das Kabel oft unter Türen oder an der Treppenkante – nervig! Auch der Geruch des Staubsaugers – trotz Hygienefilter und häufigem Beutelwechsel – empfand ich als unangenehm. Probleme, die der Dyson V10 zu lösen verspricht.

Denn wie alle Staubsaugermodelle ist auch der Dyson V10 beutellos. Staub und Krümel werden in einem Behälter gesammelt und direkt per Knopfdruck im Mülleimer entsorgt. Doch ist das überhaupt hygienisch zu machen? Ist ein Beutel, in dem sich alles sammelt und der dann weggeworfen wird, nicht praktischer? Der Wegfall des lästigen Kabels soll es außerdem ermöglichen, die ganze Wohnung in einem Rutsch zu saugen. Doch stimmen die angegeben Akkuwerte? Und können die mitgelieferten Saugwalzen auch mit hochflorigen Teppichen fertig werden? Das soll der Test klären.

Dyson6Auspacken

Der V10 wird mit umfangreichem Zubehör geliefert. Beim Auspacken der vielen Teile war ich anfangs überfordert: Elektrobürste mit Soft-Walze, Elektrobürste mit Direkt-Antrieb, Mini-Elektrobürste, Kombi-Zubehördüse, Fugendüse, Extra-Softbürste, Wandhalterung mit Ladefunktion, Ladekabel und eine dicke Bedienungsanleitung – uff! Ich will doch nur saugen. Doch die Teile lassen sich intuitiv zusammenstecken und wirken wertig. Einzig wie die Kombi-Zubehördüse mein Leben erleichtern will, weiß ich bis heute nicht. Da der Akku vorgeladen ist, zumindest zu einem gewissen Prozentsatz, kann es auch gleich losgehen.

Saugen

Mit einem Zeigefingerdruck auf das rote Knöpfchen geht es los. Seinen Unterschied zu herkömmlichen Saugern macht der Dyson V10 schon mit seinem Geräusch deutlich. Statt sattes Brummen erklingt ein eher hochtöniges Düsengeräusch – das ist dem Zyklonenmotor geschuldet. Ich empfinde den Ton als angenehm, vor allem wenn beim Stoppen der Turbine kurzzeitig ein „Klong“ zu hören ist. Saugen für Technikfreaks.

Auch die Softwalze, die ich für meinen Parkettboden verwende, überzeugt. Krümeln und Staub geht es nicht nur per Saugkraft zu Leibe. Da die Walze rotiert, erfolgt auch eine mechanische Reinigung des Bodens. Die Walze versagt auch an den Ecken und Kanten nicht. Alles wird gut sauber. Zum Härtetest auf dem hochflorigen Teppich muss dann die herkömmliche Walze ran. Obwohl sich der Flor ab und an in der Walze verfängt und diese stoppt, klappt das Saugen gut. Durch normales auf und abgleiten setzt sich die Walze immer wieder frei und bearbeitet den Teppich gründlich. Auf dem Sofa kommen die Vorteile der Mini-Elektrowalze zum Einsatz. Mit dem gleichen Prinzip der mechanischen- und Saugreinigung entfernt sie mühelos Chipsreste und Staub.

Dyson5Nach 20 Minuten im Dauereinsatz wird allerdings der größte Nachteil des Handstaubsaugers deutlich: Er liegt mit knapp 2,7 Kilogramm ganz schön schwer in der Hand, das sich anders als bei Bodenstaubsaugern der Motor direkt an der Hand befindet. Nach dem ersten Saugen hatte ich sogar eine kleine Blase am unteren Daumen. Das verhindert man am besten dadurch, indem man das Gerät mit der anderen Hand am Rohr umfasst. Im Dauersaugbetrieb kann es außerdem nerven, dass der rote Saugknopf nicht einrastet und ständig gedrückt gehalten werden muss. Ein weiterer Nachteil ist, dass das Zubehör wegen der geringen Größe des V10 nicht in einem Fach untergebracht ist. Man muss es ständig mitschleppen.

Akkuleistung

Der V10 verfügt über drei Saugstufen. In der Position Max schafft der Absloute jeden Schmutz und übertrifft selbst die Leistung herkömmlicher Bodenstaubsauger mit Kabel. Nachteil: In dieser Position hält der Akku maximal 20 Minuten. Aber auch in der normalen Stufe enttäuscht der V10 nicht. Meine Wohnung, für die ich in der Regel 30 bis 40 Minuten brauche, konnte ich in einem Rutsch durchsaugen, ohne dass der Akku schwächelte. Der Hersteller verspricht sogar eine Akkudauer von 60 Minuten.

Dyson3Staubbehälter reinigen

Das Reinigen des Staubbehälters klappt erstaunlich mühelos. Mit einem Knopfdruck wird der Behälter gelöst, mit einem weiteren öffnet er sich. Wer es besonders hygienisch mag, kann den Dyson auch mit zur Abfalltonne nehmen und Staub und Dreck direkt darüber entsorgen. Auch das Ausspülen der Einzelteile – wie es Dyson einmal im Monat empfiehlt – funktioniert problemlos. Und vor allem: nichts mieft!

Fazit

Dyson hält Wort: Der V10 ersetzt ein Gerät mit Kabel vollständig. Meinen alten Bodenstaubsauger kann ich getrost bei Ebay verkaufen. Vermeintliche Schwächen bei hochflorigen Teppichen oder beim Akku leistet sich der Absolute nicht. Fraglich ist allerdings, wie sich die Akkuleistung im Laufe der Jahre entwickelt. Auch die Reinigung des beutellosen Geräts ist hygienischer und problemloser als gedacht. Der V10 sieht außerdem wertig und schön aus und überzeugt mit seinem kraftvollen Düsengeräusch. Kleine Schwächen zeigt der V10 bei der Handlichkeit. Ich jedenfalls will das kabellose Staubsaugen nicht mehr missen. Einzig der Anschaffungspreis ist happig. Wer günstiger Saugen will und eine schwächere Akkuleistung zu akzeptieren bereits ist, bekommt schon für weniger Geld ein gutes Gerät.

Nicht mehr zeitgemäß: Microsoft stellt Vertrieb der «Deutschen Cloud» ein

Microsoft hat sein Angebot einer deutschen Treuhänder-Cloud endgültig zum Auslaufmodell erklärt. «Die Anforderungen der Kunden haben sich in den vergangenen drei Jahren dramatisch geändert», sagte Microsoft-Manager Markus Nitschke der dpa.

«Die Kunden wollen die volle Funktionalität – vielleicht nicht gleich am ersten Tag.» Ein isolierter Cloud-Dienst sei deshalb für viele schließlich doch nicht praktikabel gewesen. Wie viele Kunden diesen Dienst aktuell nutzen, nannte Microsoft nicht.

Das Treuhänder-Angebot gemeinsam mit der Deutschen Telekom stellt Microsoft deshalb komplett ein, wie das Unternehmen auch in einem Blogeintrag mitteilte. Neukunden steht es nicht mehr zur Auswahl. Bestandskunden können den Dienst aber weiterhin nutzen, auch die erforderlichen Sicherheits-Updates sichert Microsoft weiterhin zu. Den vertraglichen Verpflichtungen werde Microsoft bei den Bestandskunden weiter nachkommen, sagte Nitschke.

Auch der Datentreuhänder Telekom will die sichere Cloud-Lösung für Bestandskunden in Deutschland weiter managen. «Vorausschauend auf die bevorstehenden Änderungen in der Microsoft-Strategie hat die Deutsche Telekom ein Service-Portfolio aufgebaut, das unseren Kunden die Möglichkeit gibt, auch weiterhin besonders sichere Cloud-Umgebungen zu nutzen», teilte die Telekom mit.

Mit zwei weiteren Rechenzentren in Frankfurt und Berlin will Microsoft der wachsenden Nachfrage nach Cloud-Angeboten in Deutschland nachkommen. Bis zum ersten Quartal 2020 werde dort der volle Funktionsumfang für die Kunden bereitstehen, sagte Nitschke. Die Angebote sind anders als bei der deutschen Cloud an das internationale Netzwerk angeschlossen. Die Daten verbleiben auch dort in Deutschland.

Ende 2015 hatte der Softwarekonzern vor allem auf die NSA-Affäre reagiert und den Service einer «deutsche Cloud» aufgebaut. Dabei fungiert die Telekom als Treuhänder, so dass Microsoft selbst in der Regel keinerlei Zugriff auf die Daten der Kunden hat. Das Unternehmen hätte auch bei Forderungen amerikanischer Behörden somit keine Daten aushändigen können.

Microsoft hatte in einem viel beachteten Verfahren versucht, der US-Regierung den Zugang zu in Irland gespeicherten E-Mails zu verweigern. Der Fall landete vor dem Obersten Gerichtshof, der den Fall aber zu den Akten legte. Die Richter verwiesen darauf, dass es aus ihrer Sicht mit dem neuen «Cloud Act» keinen Konflikt mehr gibt.

Das Ende März in Kraft getretene Gesetz sieht vor, dass amerikanische Online-Firmen US-Ermittlungsbehörden grundsätzlich Zugang zu Daten eigener Bürger gewähren müssen, auch wenn sie außerhalb der USA gespeichert sind. Zugleich können sich die Firmen dagegen wehren, wenn es um Bürger anderer Länder geht oder dadurch Gesetze anderer Staaten verletzt würden. «Diese Verpflichtung trifft für uns weiter zu», sagte Nitschke. «Wir geben keine Daten unserer Kunden heraus.»

Apple: Werbebilder aufgetaucht: Das sind die neuen iPhones und die Apple Watch 4

Am nächsten Mittwoch ist es soweit: Am 12. September hat Apple zu einem Event in das Steve Jobs Theater auf seinem Campus in Cupertino geladen. Unter dem Motto „Gather round“ werden Tim Cook und sein Team uns dort das nächste iPhone sowie die neue Apple Watch zeigen. Jetzt ist ihnen der Tech-Blog „9to5mac“ zuvorgekommen.

Der auf Apple-Themen spezialisierte Blog zeigt in zwei Bildern sowohl zwei der neuen iPhone-Modelle als auch die neue Apple Watch. Das Spektakuläre: Anders als bei vielen anderen Bildern, die kursieren, soll es sich nicht um Mock-Ups handeln – sondern um authentisches Presse-Material von Apple selbst. Wie „9to5mac“ an die Bilder gelang, ist nicht bekannt. Allerdings hat sich der Blog in den letzten Jahren einen Ruf als sehr zuverlässige Quelle für Apple-Gerüchte erarbeitet.Tweet 9to5mac iPhone XS

iPhone 2018 Das wissen wir zu Apples kommenden Modellen_15.20

Das verraten die Fotos

Neben den Bildern legt sich „9to5mac“ auch beim Namen fest: Das neue iPhone soll iPhone XS heißen – in beiden Versionen. Das kleine iPhone im Bild wäre demnach das Modell in 5,8 Zoll, das große das mit 6,5 Zoll Displaydiagonale. Beide sind im Design des iPhone X gehalten. Das in der Gerüchteküche erwartete Spar-iPhone in 6,2 Zoll ist auf dem Bild nicht zu sehen. Neben dem neuen Bildschirmhintergrund springt vor allem die Farbe des Metallrahmens ins Auge: Das iPhone X gibt es nur in Silber und Schwarz, das neue Modell wird wohl auch in Gold erscheinen. Darauf teasert auch schon die Einladung zum Event hin, deren Schrift in einem kupfergoldenen Ton gehalten ist. Der Farbton war schon für das iPhone X erwartet, dann aber doch nicht gezeigt worden. Apple Watch 4

Das Foto der Apple Watch 4 lässt schon mehr Neuerungen erkennen. Zum einen ist da das neue Watch Face, das bis zu acht Komplikationen zulässt. Das wird möglich, weil die neue Watch ein 15 Prozent größeres Display mitbringen soll. Im Bild scheint die Uhr zudem flacher zu sein, dieser Eindruck könnte aber auch dem Winkel geschuldet sein. Neu ist, dass der rote Punkt der LTE-Version auf der Uhrkrone durch einen schmalen Ring ersetzt wird. Auch der Seitenbutton sieht anders aus: Er scheint nicht mehr als mechanischer Knopf sondern als drucksensitiver Bereich zu funktionieren. Zwischen den Buttons befindet sich eine neue Öffnung, vermutlich ein weiteres Mikrofon.

Apple hat noch einiges zu zeigen

Trotz des Leaks wird Apple bei seinem Event sicher noch einiges zu zeigen haben. So erlauben die Bilder keine Rückschlüsse auf die Leistung der Geräte, die Optik der Rückseite oder zur Frage, ob wie spekuliert beim iPhone 3D-Touch gestrichen wird.

Auch weitere Sensoren, mit denen sde Apple Watch noch besser zum Sport-Tracking geeignet sein sollen, können die Bilder natürlich nicht zeigen. Mit dem günstigen iPhone in 6,2 Zoll ist zudem ein Gerät bisher noch gar nicht zu sehen.

Und dann ist da noch die Frage, worauf das Motto „Gather round“ inklusive mehrerer Kreise anspielt. Schließlich deutet bisher kein Leak auf ein rundes Gerät hin. Was es sonst noch so an Gerüchten zu den neuen iPhones gibt, lesen Sie in diesem Artikel.Apple Herbst 20.06

Selbstfahrendes Auto: Apple meldet erstmals Auffahrunfall mit Roboterwagen

Ein selbstfahrendes Auto mit Roboterwagen-Software von Apple ist bei einer Fahrt im Silicon Valley von einem anderen Auto angefahren worden. Es ist die erste Unfallmeldung aus dem Testprogramm des iPhone-Konzerns.

Laut dem Bericht an die kalifornische Verkehrsbehörde bewegte sich der Apple-Wagen mit Schrittgeschwindigkeit, um auf eine Schnellstraße einzubiegen, als das andere Fahrzeug mit einem Tempo von rund 24 Kilometern pro Stunde von hinten auffuhr. Niemand sei verletzt worden.

Über die Autopläne von Apple wird schon seit Jahren viel spekuliert, definitiv weiß man aber nur, dass der Konzern mehrere Dutzend umgebaute Lexus-SUV mit seiner Roboterwagen-Software in Kalifornien auf die Straße schickt. Dem Vernehmen nach arbeitete Apple zunächst an einem kompletten eigenen Auto, schwenkte dann aber auf die Entwicklung von Technologie zum autonomen Fahren um. Über den Stand des Programms ist bisher nichts bekanntgeworden.

In Kalifornien haben bereits 60 Unternehmen eine Lizenz zum Testen von selbstfahrenden Fahrzeugen erhalten, darunter auch die großen deutschen Autokonzerne. Die Anbieter sind verpflichtet, jegliche Unfälle zu melden. Dadurch weiß man auch, dass Roboterwagen relativ häufig von menschlichen Fahrern von hinten angefahren werden. Das passierte wiederholt auch Fahrzeugen der Google-Schwesterfirma Waymo, die viel in Kalifornien unterwegs sind. Waymo will bis Jahresende einen ersten kommerziellen Taxi-Service mit Roboterwagen im benachbarten Arizona startet.

10 Jahre Chrome: Wie Googles Chrome-Browser den Internet Explorer plattmachte

Seit der Suchschlitz vor 20 Jahren zum ersten Mal im Browser zu sehen war, eroberte Google langsam, aber sicher die digitale Welt. In den darauffolgenden Jahren hat der Konzern viele weitere Produkte veröffentlicht. Nicht alle waren Hits, das Social Network Google+  konnte sich etwa ebenso wenig durchsetzen wie die Datenbrille Glass.

Mit dem Chrome-Browser, der am 2. September 2008 veröffentlicht wurde, traf der Suchmaschinenriese jedoch voll ins Schwarze. Er kam zu einer Zeit, als zwei Firmen – Microsoft und Mozilla – das Internet fest unter sich aufgeteilt hatten.

Heute ist Chrome der unangefochtene König des World Wide Webs, sechs von zehn Nutzern surfen mit dem Google-Browser. Selbst in Deutschland, traditionell Firefox-Land, ist Chrome mittlerweile die Nummer eins.

Chrome war schnell und aufgeräumt

Für den Erfolg gibt es eine Reihe von Gründen. Im Vergleich zum Internet Explorer, der damals auf jedem Windows-Rechner der voreingestellte Browser war, wirkte Chrome viel aufgeräumter. Sundar Pichai, damals der verantwortliche Manager und heute Chef von Google, schrieb in einem Blogeintrag: „Wie die klassische Google-Homepage ist Chrome schnell und aufgeräumt. […] Es bringt einen dahin, wo man hinmöchte.“

Dass Chrome Ende der 2000er vor allem dem Internet Explorer zusetzte, wird an einer Zahl deutlich: In einigen Speed-Tests war Chrome sagenhafte 56-mal schneller als der Microsoft-Browser. Auch Apples Safari und Mozillas Firefox zeigte er die Rücklichter. Daran hat sich bis heute nichts geändert: Chrome ist nach wie vor einer der schnellsten Browser, auch wenn die Konkurrenz aufgeholt hat.

Beeindruckend war auch die Schlagzahl an Updates: Veröffentlichte die Konkurrenz alle paar Monate ein größeres Update, aktualisierte Google seinen Browser im Sechs-Wochen-Rhythmus. Und ständig kamen neue Features hinzu: Der Inkognito-Modus zum anonymen Surfen ist heute selbstverständlich, im Dezember 2008 feierte er im Chrome-Browser seine Premiere. 

Der nächste große Schritt folgt am 4. September: Über alle Betriebssysteme hinweg erhält Chrome eine neue Optik. Mit dem sogenannten Material Design wird alles etwas runder. Privatsphäre Apple_15.10Uhr

Vom Browser zur Plattform

Chrome war angetreten, den Etablierten das Fürchten zu lehren. Nun ist der Browser selbst zum Behemoth geworden. Damit es ihm nicht ergeht wie einst dem Internet Explorer, muss er sich immer wieder neu erfinden. Innerhalb einer Dekade entwickelte sich Chrome vom reinen Browser zu einer mächtigen Plattform. Chrome bildet die Basis von Chrome OS, Googles Cloud-Betriebssystem für Laptops und Tablets, mit denen der Konzern die Schulen erobern will. Mittlerweile können Entwickler komplette Android-Apps auf Chrome OS übertragen.

Die Pläne sind ambitioniert, ein durchschlagender Erfolg ist Chrome OS bislang aber nicht. Der weltweite Marktanteil liegt bei gerade einmal 0,6 Prozent. In Deutschland liegt er gerade einmal bei 0,1 Prozent.

Die Konkurrenz setzt auf Vertrauen

Um Marktanteile zurückzugewinnen konzentriert sich die Konkurrenz derweil auf einen ganz anderen Bereich: die Privatsphäre der Nutzer. Apple bringt mit seinen nächsten Betriebssystem-Updates einen sogenannten „Intelligenten Tracking-Schutz 2.0“ für seinen Safari-Browser. Damit soll der datenhungrigen Werbebranche das Leben schwerer gemacht werden. Eine ähnliche Richtung schlägt Mozilla mit kommenden Firefox-Versionen ein.

Die Maßnahmen richten sich vor allem gegen Facebook und Co., attackieren aber auch Googles Geschäftsmodell. Denn den Großteil seines Umsatzes erzielt der Konzern immer noch mit digitalen Werbeanzeigen. Und die sind umso wertvoller, je mehr das Unternehmen über seine Nutzer weiß.

Mozilla Firefox Interview_14.30