
Mit der fenix-Serie zeigen die Amerikaner, was heute so alles in ein Uhrengehäuse passt.Wir haben festgestellt: sehr viel!
Foto: S. Schirmer
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Mit der fenix-Serie zeigen die Amerikaner, was heute so alles in ein Uhrengehäuse passt.Wir haben festgestellt: sehr viel!
Foto: S. Schirmer
Man hört ihn schon kommen. Der Hubschrauber kündigt sich langsam von irgendwo hinter der linken Schulter an, zieht dann langsam über den Kopf weg und taucht am Ende auf dem großen Fernseher auf. Als Zuschauer auf der Couch weiß man trotzdem die ganze Zeit, wo genau er sich befindet. Surround-Sound sei dank. Kein Wunder, dass die Technologie jahrelang von Filmfans gefeiert wurde. Dann wurde sie im Massenmarkt vom Siegeszug der Soundbar verdrängt. Jetzt ist Surround wieder da.
Dass die Soundbar sich so durchsetzen konnte, liegt wohl vor allem an der niedrigen Einstiegshürde. Während ein 5.1- oder gar 7.1.4-System mit Installation an der Wand und Decke und der Einrichtung am Receiver meist recht aufwendig war, muss die Soundbar nur aufgestellt und mit dem Fernseher verbunden werden – und schon klang sie gut. Auch der nervige Kabelsalat der Lautsprecher fiel weg. Dank Dolby Atmos schafften es neuere Soundbars sogar, den Ton über die Köpfe der Nutzer hinwegzuwerfen. Jetzt könnten sie von Surround wieder ernsthafte Konkurrenz bekommen.Sonos Beam_15.15
Mit den neuesten Inkarnationen haben die Hersteller die schlimmsten Störfaktoren der Surround-Systeme in den Griff bekommen. Moderne Surround-Anlagen bieten dieselbe Plug-and-Play-Erfahrung wie die Soundbar – und entsorgen den Kabelsalat. Stattdessen verbinden sie sich wie Multiroom-Systeme per Funk. So lässt sich etwa jede Sonos-Soundbar mit beliebigen kleineren Speakern des Herstellers zum 5.0-System erweitern, mit einem separat zu erwerbenden Subwoofer ist sogar echtes 5.1 drin.
Andere Hersteller haben sogar noch mehr im Gepäck. Samsung bietet mit seiner HW-N950 etwa ein komplettes Set aus Soundbar, Sub und zwei Rücklautsprechern. Dank Dolby Atmos kann das Set sogar Sound im komplexen 7.1.4-Standard darstellen – für den man sonst mindestens sieben Speaker inklusive vier Deckenlautsprecher benötigt. Wie bei den anderen modernen Systemen reicht es, die Lautsprecher zu platzieren und einzustöpseln, als Kabel werden nur die Netzstecker benötigt.
Auch Teufel hat bald ein ähnliches System im Portfolio. „Bei Marktforschung haben wir bemerkt, dass viele unserer Kunden durch die Kabel von einem Surround-System abgeschreckt werden“, erklärt Teufel-Sprecher Florian Weidhase. Ab Ende des Jahres bietet der Hersteller mit dem Lautsprecher namens „Effekt“ eine kabellose Erweiterung seiner Soundbars an. Zusammen mit dem zu den Soundbars gehörenden Subwoofern kommt dann ein 4.1-System zustande.Soundbars Test_11.15
Die Ergebnisse der Systeme sind beeindruckend. Vor allem die Kombination aus Dolby Atmos und den Rücklautsprechern liefert im richtigen Raum eine erstaunlich realistische Illusion von Räumlichkeit des Klangs. Und das alles, ohne sich bei der Installation oder der Nutzung mit Kabeln herumschlagen zu müssen. Ob der Klang aber tatsächlich an aufwendige Surround-Setups herankommt, werden Tests zeigen müssen.
Das Manko der neuen Technik ist der Preis: Unter 1000 Euro ist noch keine der drei Lösungen zu bekommen, für die komplette Sonos-Variante werden gar knapp 2000 Euro fällig. Bis es eine günstigere Variante gibt, dürfte es noch dauern. Aber das war bei klassischem Surround-Sound und Soundbars am Anfang ja nicht anders.TV-Neuheiten IFA 2018
Wer Probleme beim Einschlafen hat, könnte schon bald von einem endlosen Hin- und Herwälzen befreit werden. Ein neu entwickelter Schlafroboter soll jetzt die Antwort auf Schlafosigkeit sein.
Der südkoreanische Elektronikkonzern LG rechnet damit, dass Hausgeräte dank Künstlicher Intelligenz länger ihren Wert behalten. Mit Hilfe lernender Systeme im Hintergrund würden die Geräte mit wachsender Nutzung immer smarter, statt wie bisher an Wert zu verlieren.
«Wir sind dabei aber noch ganz am Anfang der Entwicklung», sagte Technik-Chef I.P. Park am Rande der Technik-Messe IFA in Berlin.
LG zeigt auf der IFA in Berlin seine neue Serie smarter Haushaltsgeräte unter der Dachmarke «ThinQ» und setzt dabei massiv auf Künstliche Intelligenz. Der Kühlschrank gibt dabei Rezeptideen und sorgt gleichzeitig für die optimale Einstellung des Backofens. Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz setzt LG auf ein auch für Partner offenes Ökosystem. So lasse sich das TV-Gerät per Sprache steuern, doch die Frage nach dem nächsten Restaurant werde wiederum von Google beantwortet. Kein Unternehmen könne heute die Wünsche der Nutzer mehr allein befriedigen, dazu brauche es Partner. Um einheitliche Standards zu etablieren, arbeite LG in der Industriegruppe Open Connectivity Foundation mit Partnern und Wettbewerbern zusammen.
Offene Plattformen böten auf lange Sicht auch mehr Datensicherheit, sagte Park. Die Politik von LG sei es, lediglich Nutzungsdaten auszuwerten. «Wir speichern keine persönlichen Kundeninformationen», betonte Park. Die persönlichen Informationen sollten den Nutzern gehören.
Auf der IFA in Berlin ist auch dieses Jahr wieder die Vernetzung intelligenter Geräte ein großes Trendthema, das vor allem durch Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz und durch die Möglichkeiten der Sprachsteuerung beflügelt wird. Dabei fallen riesige Mengen an Daten an. Datenschützer kritisieren, dass auf diese Weise Kühlschränke und Spülmaschinen zu den Datenquellen großer Konzerne werden.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will den Einfluss von Internetkonzernen eindämmen – schon bevor sie mächtig werden.
«Kartellbehörden müssen künftig bereits eingreifen können, wenn ein Unternehmen mit unfairen Mitteln auf dem Weg zur Marktbeherrschung ist», sagte Altmaier der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Damit unterstützt der Minister einen Vorschlag von Ökonomen, die mehr Eingriffsmöglichkeiten für Kartellbehörden fordern. Die Vorschläge sollen dem Bericht zufolge am Dienstag präsentiert werden.
«Die Digitalisierung verändert nicht nur unsere Art zu leben und zu arbeiten, sondern stellt auch unsere Wettbewerbsbehörden vor neue Herausforderungen», sagte Altmaier der Zeitung. «Gerade bei digitalen Plattformen beobachten wir Märkte, die nach dem Prinzip «the winner takes it all» funktionieren. Ein Unternehmen sichert sich dabei immer mehr Marktmacht. Am Ende gibt es aufgrund von Netzwerkeffekten nur ein Unternehmen, das einen ganzen Markt beherrscht.»
Bisher müssten die Kartellbehörden lange warten, bevor sie wettbewerbsfeindliches Verhalten von Unternehmen ahnden könnten, schreibt die Zeitung. Demnach soll es zum Beispiel schwieriger werden, dass Internetkonzerne Start-ups aufkaufen. Zudem soll das Kartellamt Firmenkäufe auch dann verbieten können, wenn ein marktbeherrschender Konzern systematisch wachstumsstarke kleinere Unternehmen kaufe.
Egal ob Alexa, Cortana oder Siri – Immer häufiger sind unsere Gesprächspartner keine Menschen mehr. Sprachassistenten werden laut dem Digitalverband Bitkom bereits von 8,7 Millionen Menschen in Deutschland genutzt.
Und das, obwohl vor gut zwei Jahren nur zwei Prozent der Bevölkerung gewusst hätten, was das überhaupt sei. Durch die Vernetzung und neue Steuerungsmethoden der Geräte, geraten treue technische Begleiter immer mehr ins Abseits.
«Die Fernbedienung wird langsam, aber sicher vom deutschen Couchtisch verschwinden», sagt etwa Christopher Meinecke von Bitkom voraus. Zwar gehe dies bei jüngeren Fernsehzuschauern schneller als bei älteren, doch früher oder später seien die Vorteile einer einfachen Bedienung durch Sprache entscheidend. Es gebe schlicht keinen Grund mehr, eine Fernbedienung zu besitzen. «Ich glaube, in einigen Jahren werden wir zurückschauen und darüber lachen, dass Geräte ohne Sprachsteuerung verkauft wurden und der Couchtisch voll mit Fernbedienungen lag», sagt Meinecke.
«Vor zehn Jahren gab es noch für jedes Gerät eine Fernbedienung», sagt Michael Langbehn vom Elektronikhersteller Panasonic. Zwar werde auch heute noch eine Fernbedienung beim Kauf eines neuen Gerätes mitgeliefert, gebraucht werde sie jedoch immer seltener. So könnten mittlerweile Fernseher oder Stereoanlagen des Herstellers mit einer einzigen App gesteuert werden. Bei der Technik-Messe IFA wird nun auch stolz die Sprachsteuerung des gesamten Wohnzimmers präsentiert. So könne neben dem Fernseher ebenfallls die Klimaanlage und das Licht vom Sofa aus mit der eigenen Stimme bedient werden.
Auch andere Hersteller nehmen einen schwindenden Gebrauch von Fernbedienungen wahr: Logitech aus der Schweiz verkauft etwa immer weniger Infrarot-Universalfernbedienungen. Umsatzeinbußen befürchtet der Konzern jedoch nicht. Zwar habe der Verkauf von Infrarot-Fernbedienungen laut CEO Bracken Darrell in der Vergangenheit abgenommen, dafür steige aber die Zahl der verkauften Hub-Steuerungen, mit deren Hilfe man auch ältere Geräte per Sprache steuern könne.
Ein Blick auf Statistiken unterstützt die These, dass die Fernbedienung immer unbedeutender wird: Wer ein Smart-Home-Gerät (etwa einen Smart TV, intelligente Beleuchtung oder eine vernetzte Heizung) besitzt, steuert dieses laut Bitkom in mehr als drei Viertel der Fälle mit dem Handy. Die Fernbedienung liege mittlerweile auf dem dritten Platz (38 Prozent), bereits dicht gefolgt vom Sprachassistenten (37).
Wirklich aussterben wird die Fernbedienung nach Ansicht der Elektronik-Hersteller vorerst jedoch nicht. Zwar glaubt etwa Langbehn, dass sich die Sprachsteuerung durchsetzen werde, es gebe jedoch sicherlich Gruppen, die deren Einsatz etwa aus Datenschutzgründen verweigern würden.
Dabei könnte sich durch Sprachsteuerung ein lange währendes Problem heimischer Wohnzimmer ein für alle Mal klären lassen: der Streit um die Fernbedienung. Es bestehe etwa die Möglichkeit, dass der Sprachassistent Stimmen bestimmter Personen ignoriere. Je nachdem, wer sich besser mit der Konfiguration des Sprachassistenten auskennt, könnte dementsprechend in Zukunft über das heimische Fernsehprogramm entscheiden.
Kritik an der zunehmenden Vernetzung von Haushaltsgeräten kommt vom Chaos Computer Club (CCC). «Bei den Geräten haben wir es mit Computern zu tun, die oftmals auf billige Weise produziert wurden», sagte CCC-Sprecher Linus Neumann. Leider mangele es bei vielen Herstellern an der Nachsorge. So gebe es bei vielen Herstellern etwa keine Garantie dafür, dass notwendige Sicherheitsupdates auch fünf bis zehn Jahre nach dem Kauf verfügbar seien.
Konsequenz sei, dass die Nutzer entweder die Produkte ohne Updates weiterbetrieben oder diese gegen neue Geräte austauschten. «Das geht dann entweder zu Lasten der Sicherheit oder zu Lasten der Umwelt und Nachhaltigkeit.»
Auf das Nutzerverhalten wird der Wegfall der Fernbedienungen laut Fernsehsendern wohl wenig Einfluss haben. Zwar kann man nicht mehr mit einem Knopfdruck auf den Videotext oder dessen Nachfolger HbbTV zugreifen, doch dies führe wahrscheinlich nicht dazu, dass weniger Menschen die Angebote nutzten. «Betrachtet man die Möglichkeiten von Sprachsteuerungen, so können diese im umgekehrten Fall den Zugriff auf unsere Angebote gegebenenfalls noch vereinfachen», erklärte etwa die ARD.

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