New Yorker U-Bahn : Frau liest ausgedruckte Facebook-Kommentare

Da soll mal einer sagen, Print sei tot. Eine Social-Media-Redakteurin der „Entertainment Weekly“ wurde gerade eines besseren belehrt. Alex Steinman entdeckte eine Frau in der New Yorker U-Bahn, die seitenweise Kommentare von Facebook las – ausgedruckt auf Papier.

„Eine Frau in der U-Bahn hat 15 Seiten von Facebook ausgedruckt und liest gerade die Kommentare“, twitterte sie. Offenbar wollte die Dame den Empfangsproblemen im Untergrund ein Schnippchen schlagen. Der Tweet wurde inzwischen mehr als 11.000 Mal geteilt und sorgt für allerlei Gelächter. „Scheiß auf Facebook, sie macht ihren eigenen Algorithmus“, schreibt einer. „No WiFi, no problem“ ein anderer. Oder „Definitiv ein Kandidat für den Community-Manager der Woche“.

Was genau sich die Frau seitenweise durchgelesen hat, ist nicht überliefert. Aber zumindest geht sie mit ihrer analogen Art digital viral.

Schadsoftware: Neuer Mac-Trojaner übernimmt die Facetime-Kamera – und filmt Sie zu Hause

Viren, Trojaner und andere Schadsoftware galten lange als Windows-Problem. Apples Mac-Rechner schienen dagegen immun gegen Malware-Attacken zu sein. Diese Zeiten sind längst vorbei. Auch Macbook Pro und Co. befinden sich längst im Fokus der Hacker. Nun ist ein neuer Trojaner aufgetaucht, der die betroffenen Nutzer zuhause ausspionieren will.

Die Entdecker vom Antiviren-Hersteller „Bitdefender“ beschreiben den Trojaner mit dem Namen „Backdoor.MAC.Eleanor“ in einem Blog-Eintrag. Weil Hacker auf dem Mac immer noch Schwierigkeiten haben, Schadsoftware ohne Mitwirken des Nutzers einzuschmuggeln, tarnt sich die Malware als vermeintlich harmloses Programm. Bekannt ist die Tarnung als „EasyDoc Converter“, ob auch andere Programme als Deckmantel herhalten müssen, ist noch unklar.Mac-Trojaner 12.40

Nutzlose App mit böser Überraschung

Das Programm gibt vor, per Drag-And-Drop Dateien konvertieren zu können, ist in Wahrheit aber völlig nutzlos. Es dient nur als Köder für den im Hintergrund laufenden Schädling. Der überprüft zunächst, ob bestimmte Schnüffelprogramme installiert sind, die ihn auftreiben könnten, und ob der Rechner schon einmal infiziert wurde. Ist beides nicht der Fall, macht Eleanor sich ans Werk.

Per verschleierter Verbindung über den TOR-Browser meldet sich die Malware bei ihrem Entwickler und wartet dann auf weitere Befehle. Der Hacker kann nach Erkenntnissen der Experten durch eine Reihe von Tricks den Rechner komplett übernehmen, Daten abfischen und Programme nachinstallieren.Smart-TV 19.10

Livestream aus dem eigenen Zuhause

Besonders gruselig: Eleanor verschafft sich gezielt Zugriff auf die „Facetime“-Kamera, die jeder Apple-Laptop, iMac und auch modernere Apple-Displays verbaut haben. Der Hacker bekommt so einen direkten Blick ins Büro, Wohnzimmer oder gar Schlafzimmer – und kann kräftig Fotos und sogar Videos mitschneiden. Dann werden die Bilder und Clips auf eine im Darknet versteckte Webseite hochgeladen. Ob dabei die Kameraleuchte angeht, welche auf die Aktivität der Kamera hinweisen soll, ist nicht bekannt.

Ebenso offen ist, ob aktuelle Antiviren-Programme den Schädling schon aufspüren. Wer „EasyDoc Converter“ installiert hat, sollte aber schleunigst handeln und den Rechner auf ein älteres Backup zurückspielen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann außerdem Kamera und Mikrofon abkleben.Das tut selbst Facebook-Chef Mark Zuckerberg.Das bösartige Tool wurde zeitweise auch auf seriösen Seiten zum Download angeboten. Apple-Rechner sind standardmäßig mit der Funktion „Gatekeeper“ geschützt, durch die Programme von nicht verifizierten Entwicklern nicht installiert werden können. Die Schadsoftware lässt sich nur installieren, wenn dieser Schutz in den Einstellungen vom Nutzer abgeschaltet wird. Eine reihenweise Infektion wie bei einigen Windows-Viren ist also vermutlich nicht zu erwarten.

Zuckerberg klebt Kamera ab 18.15

Apple lässt Vorversionen neuer System-Software öffentlich testen

Apple gibt interessierten Nutzern die Möglichkeit, die anstehenden Systeme für iPhone, iPad und Mac-Computer in Vorversionen auszuprobieren. Am späten Donnerstag schaltete der Konzern die sogenannten öffentlichen Betatests für iOS 10 und macOS «Sierra» frei.

Mit der neuen Software macOS 10.12 «Sierra» bringt Apple unter anderem seine Sprachassistentin Siri erstmals auf den Mac. Das System synchronisiert außerdem auf Wunsch den Desktop mitsamt Dateien zwischen verschiedenen Macs und iOS-Geräten. Neu ist auch die Funktion, einen Mac mit der Apple Watch ohne Passworteingabe zu entsperren.

Auf dem iPhone und iPad baut Apple die Funktionen in der Musik- und der Karten-App aus. Die Foto-Anwendung in iOS 10 erhält eine Bilderkennungsfunktion, die nicht nur Personen, sondern auch Szenen identifiziert. Das funktioniert datenschutzfreundlich ohne eine Onlineverbindung lokal auf dem iPhone oder iPad.

Beta-Tests dienen vor allem dazu, Fehler in der Software zu finden. Apple warnt die Nutzer deswegen, Vorversionen nicht auf den hauptsächlich genutzten Geräten zu installieren.

Vorabversion veröffentlicht: So können Sie iOS 10 schon jetzt ausprobieren

Mitte Juni gab Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC erstmals Einblicke in die kommenden Betriebssysteme seiner Geräte. Im Mittelpunkt standen iOS 10 (für iPhone und iPad), macOS Sierra (vorher Mac OSX) und watchOS 3 (für die Apple Watch). Bislang konnten nur registrierte Entwickler die Beta-Versionen ausprobieren, nun hat Apple die Software für alle Nutzer in einer Public Beta für iOS 10 und macOS Sierra freigegeben.

iOS 10 bietet viele Neuerungen

Vor allem iPhone-Nutzer können sich mit iOS 10 auf zahlreiche Neuerungen freuen: Der Nachrichtendienst iMessage bekommt einen eigenen Mini-App-Store, indem man animierte Sticker kaufen kann. Auf dem Sperrbildschirm gibt es jetzt interaktive Widgets, so kann man beispielsweise Videos anschauen oder auf Nachrichten antworten. Viele vorinstallierte Apple-Apps (etwa die Aktien- oder Watch-App) lassen sich nun löschen.

iMessage Whatsapp Killer 9.30Die Fotos-App erkennt jetzt Gesichter und Landschaften, mit der „Andenken“-Funktion kann man automatisch kurze Filme aus passenden Fotos erstellen lassen. Das Ganze funktioniert laut Apple datenschutzfreundlich, die Fotos werden nur auf dem eigenen iPhone oder iPad verarbeitet und nicht in die Cloud hochgeladen, wie es etwa bei Google der Fall ist. Und der Streamingdienst Apple Music hat eine optische Generalüberholung spendiert bekommen und sieht deutlich aufgeräumter aus.

macOS Sierra bringt Siri auf den Laptop

Mac OS X wurde derweil in macOS umbenannt, die nächste Version (10.12) trägt den Beinamen „Sierra“ und bringt unter anderem die Sprachassistentin Siri erstmals auf den Mac. Das System synchronisiert außerdem auf Wunsch den Desktop mitsamt Dateien zwischen verschiedenen Macs und iOS-Geräten. Neu ist auch die Funktion, einen Mac mit der Apple Watch ohne Passworteingabe zu entsperren. Dazu muss sich der Träger der Apple Watch nur in der Nähe des Laptops befinden.Apple Campus 14.41

So installieren Sie die Beta

Um beim Apple Beta Software Programm mitzumachen, müssen Sie sich einfach auf dieser Seite (beta.apple.com/sp/de/betaprogram/) mit Ihrer Apple ID registrieren. Dort werden Ihre Geräte mit dem Account verknüpft, auf Ihren Geräten (iOS und Mac) bekommen Sie bei Verfügbarkeit einer neuen Beta-Version automatisch eine Benachrichtigung. Die wichtigsten Fragen beantwortet Apple in dieser FAQ.

Mit öffentlichen Beta-Tests will Apple Fehler in der Software finden, bevor die finale Version im Herbst auf den Markt kommt – vermutlich zusammen mit dem iPhone 7. Allerdings kann es in Beta-Versionen immer zu schwerwiegenden Fehlern kommen. Apple warnt die Nutzer deswegen, Vorversionen nicht auf den hauptsächlich genutzten Geräten zu installieren.iPhone 7 Entwurf 17.30

Starship-Lieferroboter werden in Europa getestet

Der Lieferroboter-Entwickler Starship beginnt mit Tests in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien. Weitere Partner neben dem bereits vor einigen Wochen bekanntgegebenen Paketdienst Hermes sind der Handelskonzern Metro sowie die Lieferdienste Just Eat und Pronto.

Dies teilte das in Estland ansässige Unternehmen am Mittwoch mit. Die Starship-Roboter, die äußerlich an einen großen Mars-Rover erinnern, können bis zu 15 Kilogramm auf eine Entfernung von fünf Kilometern befördern. In Zukunft sollen sie vollautomatisch auf den Gehwegen unterwegs sein.

Das Gerät erfasst seine Umgebung dafür mit neun Kameras. Bei bisherigen Tests in anderen Ländern wurden die Roboter meist noch von Menschen gesteuert, später soll ein Mitarbeiter über das Internet bis zu 100 der Fahrzeuge überwachen und notfalls über das Internet eingreifen können. Starship peilt Kosten von rund einem Dollar pro Zustellung an.

In den Tests sollen Erfahrungen mit dem täglichen Betrieb und echten Lieferungen gesammelt werden, kündigte Starship-ChDeef Ahti Heinla an. Dutzende der Robotern würden für Testlieferungen in fünf bis sechs Städten eingesetzt. Das Testprogramm werde voraussichtlich in London, Bern, Düsseldorf und in einer anderen deutschen Stadt beginnen. Im Anschluss sollen weitere europäische Städte folgen. Ein ähnliches Programm werde in Kürze auch für die USA angekündigt. In Deutschland sind für Tests solcher Roboter auf der Straße Ausnahmegenehmigungen erforderlich.

Auch andere Anbieter arbeiten an solchen Lösungen: So testete die Pizza-Kette Domino’s einen eigenen Liefer-Roboter in Australien.

Google kauft Spezialisten für Bilderkennung

Google stärkt seine Fähigkeiten bei der Bilderkennung mit dem Kauf der französischen Firma Moodstocks. Das Start-up ist spezialisiert darauf, mit Hilfe lernender Computer den Inhalt von Fotos auf Geräten zu verstehen.

Zuletzt entwickelte Moodstocks auch Technologie, um mit der Kamera Objekte in der realen Umgebung zu identifizieren.

Google ist bereits ziemlich gut darin, den Inhalt von Bildern zu erkennen. So kann seine Foto-Software automatisch feststellen, was darauf zu sehen ist und sie entsprechend durchsuchbar machen. Dafür verließ sich der Internet-Konzern bisher aber vor allem auf Rechenleistung in der Cloud. Apple bei der nächsten Version seiner Software und zum Beispiel auch Facebook bei der europäischen Version der App «Moments» lassen dagegen die Bilderkennung direkt auf den Geräten laufen.

Moodstocks erklärte, die Übernahme durch Google biete die Möglichkeit, die eigene Technologie breiter verfügbar zu machen. Das Team werde sich dem Google-Entwicklungszentrum in Paris anschließen.